[LiSe 09/24] Jubiläum – zum 140. Geburtstag von Lion Feuchtwanger

Feuchtwanger im Kino

Es ist ein später „Erfolg“ engagierter Bürger*innen, dass München seinem ins Exil getriebenen Sohn mit der Benennung eines Lion-Feuchtwanger-Platzes endlich ein Gedenken in der Nähe seines Geburtshauses setzt. „Erfolg“ heißt auch Lion Feuchtwangers bekanntester Roman, den er unter tätiger Mitwirkung von Marta Feuchtwanger 1930 veröffentlichte. Zeitgenossen und Zeitgelichter finden sich in dem Roman, der den Aufstieg der judenfeindlichen Kreise aus der Mitte der Münchner Gesellschaft darstellt und in Deutschland wieder so aktuell ist wie in den 1930er Jahren. (mehr …)

[LiSe 09/24] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für September diese Neuerscheinungen:

Caroline O’Donoghue: Die Sache mit Rachel
Kiepenheuer & Witsch

Als die junge Studentin Rachel während ihres Nebenjobs im Buchladen auf James trifft, ist es Freundschaft auf den ersten Blick. James lädt Rachel sofort ein, seine Mitbewohnerin zu werden. Um wiederum Rachels angebeteten Literaturprofessor Dr. Fred Byrne näherzukommen und ihn zu verführen, organisieren James und Rachel eine Lesung im Buchladen, die sich am Ende ganz anders entwickelt als gedacht. Und so verstricken sich die Leben dieser drei Menschen vor dem Hintergrund der Finanzkrise in Cork immer rasanter ineinander. Authentisch schreibt die irische Autorin über das Lebensgefühl der Millennials. (mehr …)

[LiSe 09/24] Kurzgeschichte: Im Nebenraum

Von Walter Grassl

Na ja, wissen Sie, ich bin ja wirklich schon sehr lang Kellner, und da erlebt man so manches. Ich war schon in etwas besseren Läden als im Knödelwirt. Aber was im Knödelwirt wirklich immer wieder interessant ist, sind die Stammtische. Da sind etliche bei uns, denn erstens haben wir einen Nebenraum, zweitens zivile Preise. Um was es bei den Stammtischen genau geht, kriegst du ja erst nach und nach mit. Da sind jeden ersten Montag des Monats die Märklin-Freunde. Da wird gefachsimpelt, ob die, was weiß ich, 52-er oder die 185-er Lok besser ist. Am ersten Mittwoch die Fans der Kanarienvögel, am zweiten Dienstag die Fliegenfischer und am dritten Dienstag die Sechskanter. Die beschäftigen sich mit allen Werkzeugen, Muttern oder Schrauben, die sechs Kanten haben. Na ja, jeden interessiert halt was anderes. (mehr …)

[LiSe 09/24] Rezension: Wahrheit, was ist das?

Von Ursula Sautmann

Ganze 111 Seiten braucht Werner Herzog für die Frage nach der „Zukunft der Wahrheit“. Deshalb: Keine Bange, wir müssen nicht Philosophie oder Soziologie oder gar die KI studiert haben, um das Buch mit Gewinn zu lesen. Der Essay des Regisseurs, Produzenten, Schauspielers und Schriftstellers unterhält mit Geschichten über historische Fake News, Aliens, das Schwein von Palermo und ekstatische Wahrheit, und siehe da, man beginnt, Spaß zu haben an allerlei Geschichten über Hochstapelei, Camouflage, Betrug, Größen- und Hexenwahn. Und es stellt sich die Frage: Ist der schöne Schein vielleicht interessanter als die schnöde Realität? (mehr …)

Steffen Popp erhält den mit 15.000 Euro dotierten Lyrikpreis München 2024

Erstmals wird zudem ein Preis für Junge Lyrik vergeben

Der mit 15.000 Euro dotierte Lyrikpreis München 2024 geht an den Lyriker, Essayist und Romancier Steffen Popp.  Der 1978 in Greifswald geborene Schriftsteller, der für seine Lyrik bereits unter anderem mit dem Leonce und Lena-Preis (2011) und dem Peter Huchel-Preis (2014) ausgezeichnet wurde, überzeugte die Jury mit seinem Wettbewerbsbeitrag „Sieben Stufen Nacht“. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Erich Kästner (und Walter Trier!) zum Soundsovielten

Eine Ausstellung in der Internationalen Jugendbibliothek in Schloss Blutenburg

Von Katrin Diehl

Die Finte geht schon in Ordnung. Zwar liegt eindeutig Erich Kästner vorne, was runde „Lebensdaten“ angeht, da jährt sich 2024 nämlich sowohl dessen 125. Geburts- wie sein 50. Todestag, und Walter Trier (1890-1951) hat diesbezüglich nur Krummes zu bieten, aber Erich Kästner, wie wir ihn kennen und lieben, ist eben ohne den Illustrator Walter Trier weder zu denken noch zu haben. Und deshalb darf der Name des Jubilars im Ausstellungstitel ruhig ein wenig nach hinten rutschen. Der lautet „Walter Trier. Der frech-fröhliche Illustrator von Erich Kästners Kinderbüchern.“ und lädt bis zum 22. September in die Internationale Jugendbibliothek in der Blutenburg ein, die die größte Sammlung von Originalen Triers, so um die 60 sind‘s, zu Kästners Bearbeitung von den Kinderbuchklassikern – von „Eulenspiegel“ über „Münchhausen“ bis zum „Gestiefelten Kater“ – besitzt. (mehr …)

[LiSe 07-08/24] Kolumne: BB-Day (1)

Es gibt ja für fast alles einen Tag. Neu in diesem Jahr war der „Tag der deutschen Erdbeere“. Fand unter echt viel deutscher Aufmerksamkeit am 24. Mai statt. Wann der „Tag der Liechtensteiner Erdbeere“ ist, weiß ich grad nicht so genau und vielleicht wachsen in Liechtenstein ja auch gar keine Erdbeeren. Sollte man es schaffen, ein Schälchen deutscher Erdbeeren samt Sahnehäubchen in den nächsten Tag zu retten, kann man mit ihm auf dem Beistelltisch neben dem deutschen Liegestuhl den „Tag der Tolkien-Lektüre“ genießen, bevor drei Tage später der „Tag des Unkrauts“ am Horizont aufzieht. (mehr …)