[LiSe 03/23] Lyrische Kostprobe: Eine Vorliebe fürs Sonett

Jan-Eike Hornauer schreibt Lyrik und dazu auch kurze Prosa. Schwerpunkte sind der Irrsinn der Liebe, der Wahnsinn der Gesellschaft und Tollheiten aus dem Tierreich. Er will vor allem die Absurditäten in unserer verrückten Welt aufzeigen, mal auf befreiend komische Weise, mal auch melancholisch, nachdenklich, wütend. Im Gedicht nutzt er dazu meist traditionelle Formen, arbeitet viel mit Reim und Rhythmus – dabei hat er eine besondere Vorliebe fürs Sonett entwickelt. Große Vorbilder sind für ihn etwa Erich Kästner, Robert Gernhardt, Bertolt Brecht und Joachim Ringelnatz.

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[LiSe 03/23] Jung und schreibend (Folge 17): Bernhard Heckler

Von Marie Türcke

Bernhard Hecklers Sätze sind irgendwie 3D. Wulstige, filigrane, fleischige oder runde Wortschlangen, die mehr als nur das beschreiben, was der Autor seinen Lesern zeigen möchte. Wie ein Bildhauer meißelt er eine Geschichte aus dem Zeitungspapier, dem Tablet, dem Buch.

Man möchte denken „Was für ein Talent.“ Und Talent mag es auch sein – unter anderem. Aber vor allem ist es Fleiß, Ausdauer, ein „Schaffenszwang“ – und eine Beobachtungsgabe, die einen sehnsüchtig hoffen lässt, dass er immer weiter schaut und schreibt. (mehr …)

[LiSe 03/23] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat März diese Neuerscheinungen:

Josephine Tey: Alibi für einen König
Oktopus

Alan Grant von Scotland Yard hat sich im Einsatz verletzt und liegt im Krankenhaus. Er langweilt sich entsetzlich, bis ihm eine Freundin ein Porträt Richards des III. mitbringt. Grant beginnt sich mit einem der berühmtesten Morde der englischen Geschichte zu beschäftigen – dem Mord an zwei Prinzen. Doch hat sich wirklich alles so zugetragen, wie es die Geschichtsbücher berichten? Ein Polizist, der das Krankenlager nicht verlässt, ein lange zurück liegendes Verbrechen und die akribische, lehrreiche Spurensuche ergeben zusammen mit feinsinnigem Humor einen höchst vergnüglich zu lesenden Krimi. (mehr …)

[LiSe 03/23] Kurzgeschichte: Willi, das Chamäleon

Von Paul Holzreiter

Der Kies knirscht, die Sonne blinzelt durch die Kastanien, der Willi, eben noch vor mir auf den Biertisch hingelümmelt, kriegt auf einmal einen weiten Blick. Er rappelt sich hoch, richtet sich hinter seiner Mass auf: „Ich bin ein Chamäleon.“

Ein Chamäleon? Der Willi? Wie kommt er denn da drauf? „Kack“, sage ich, „kack, bist du ein Chamäleon. Du bist der Willi!“ (mehr …)

[LiSe 03/23] Rezension: Spannung mit Anne Freytag

Von Ursula Sautmann

NIP heißen die Chips, die den Menschen ins Gehirn gepflanzt werden. Sie können geschädigte Nervenbahnen ersetzen und damit die Folgen von Schusswunden und Rückenmarksverletzungen  heilen, erlauben aber eben auch den Zugriff von außen auf das Gehirn des Probanden. Sie können Erinnerungen an traumatische Erlebnisse löschen, aber auch Befehle übertragen und den Menschen ihren freien Willen nehmen. Das Folgemodell, der NINK, ist noch vielfältiger und genauer zu nutzen. Und die Menschen haben noch nicht einmal etwas gegen diese Chips. Im Gegenteil, erlauben sie ihnen doch, eine neue Sprache nicht erlernen zu müssen, sondern umgehend parat zu haben. Kurz: Sie machen vieles einfacher und erträglicher. (mehr …)

Ausschreibung writer in residence Gelsenkirchen 2023

Bis zum 12. März 2023 nimmt die Stadt Gelsenkirchen Bewerbungen entgegen für das diesjährige Literaturstipendium „writer in residence“. Drei Monate lang (15.7.-15.10.2023) soll eine Autorin bzw. ein Autor in Gelsenkirchen literarisch arbeiten. Gelsenkirchen – mitten im Herzen des Ruhrgebiets gelegen – will dabei Residenz, Inspiration und Arbeitsfeld sein. Das Stipendium ist mit 4.500,- Euro dotiert und richtet sich an Autorinnen und Autoren bis 40 Jahren, die bereits veröffentlicht haben.

Weitere Infos unter www.gelsenkirchen.de/literaturstipendium