[LiSe 12/21] Hochdotiert – Lyrikpreis München 2021

Nach kurzer Pause kommt der 2010 gegründete Lyrikpreis München in neuem Gewand zurück: Von 2021 an wird er vom Aphaia-Verlag zusammen mit dem Signaturen-Magazin und dem Lyrikpreis München e.V. vergeben. Als Preisgeld sind nunmehr 15.000 Euro ausgeschrieben. Das Thema dieses Mal – zur 500-jährigen Wiederkehr des Beginns von Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche – heißt „Luthers Beitrag zur Mündigkeit des Menschen und das Krisen-Bewusstsein unserer Zeit“. (mehr …)

[LiSe 12/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Dezember diese Neuerscheinungen:

Colin Niel: Nur die Tiere
Lenos Verlag

Das französische Zentralmassiv – die Landschaft ist karg, das Leben der Bauern hart. Mitten im strengen Winter verschwindet eine Frau. Aus wechselnden Perspektiven wird die Suche nach der Vermissten geschildert, und wie bei einem Puzzle ergibt sich nach und nach ein vollständiges Bild über die Ereignisse vor dem Verschwinden, während der Suche und danach. Ein beklemmender, manchmal düsterer Kriminalroman mit einem unerwarteten Ende, aber auch eine Geschichte von Einsamkeit und der Sehnsucht nach Wärme und Liebe. (mehr …)

[LiSe 12/21] Empfehlungen der Redaktion

Der Wolf in uns
Von Michael Berwanger

Palo Alto, ein kleiner wohlhabender Ort im Silicon Valley. Das israelische Ehepaar Lilach und Michael Schuster ist vor 16 Jahren dorthin gezogen, um Karriere zu machen und ein vermeintlich sichereres Leben zu führen. Als in der Synagoge ein Attentat verübt wird, schließt sich der bis dahin eher schüchterne Sohn Adam einer Selbstverteidigungsgruppe an und entwickelt sich zu einem wachsamen Kämpfer. Beim Tod eines farbigen Mitschülers kippt die öffentliche Meinung, und Adam gerät unter Verdacht. Der Trainer der Gruppe, Uri Ziv, ein ehemaliger Elitesoldat, nimmt dabei eine undurchsichtige Haltung ein und wird zur Projektionsfläche aller Beteiligten. (mehr …)

[LiSe 11/21] Ich will Gewissheit haben

In der Ausstellung „Das Wagnis der Öffentlichkeit – Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ setzt das Literaturhaus seine Beschäftigung mit dem Demokratiebegriff fort.

Von Katrina Behrend Lesch

Ich will verstehen“ – das war Hannah Arendt existenziell wichtig. Gewissheit über etwas zu erlangen bestimmte ihr Denken. Dieses unerbittliche Streben zieht sich auch durch das Interview, das Günter Gaus 1964 mit ihr im ZDF führte und in dem alle die Themen angesprochen wurden, die für Arendt eine Rolle spielten. Es ist auf YouTube zu sehen und wurde bisher über eine Million mal angeklickt. Als Hör- und Sehdokument setzt es einen wichtigen Akzent in dieser Ausstellung, die vom Deutschen Historischen Museum in Berlin übernommen wurde und jetzt im Literaturhaus München zu sehen ist. Mit ihrem Untertitel „Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert“ wird auf zwei zentrale Begriffe angespielt, die Arendt für die Beschreibung dieses Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat: „Totale Herrschaft“ und „Banalität des Bösen“. Mithin wurde Hannah Arendt, ihrer eigenen Aussage folgend, von Kuratorin Monika Boll nicht als Philosophin, sondern als politische Denkerin und Intellektuelle in den Mittelpunkt der Ausstellung gestellt, und diese wirkt vor allem durch das, was man sehen und betrachten kann. (mehr …)

[LiSe 11/21] Kolumne: Innehalten?

Ein bisschen langsamer machen, das Tempo runterfahren, entschleunigen – kann ja eigentlich nicht schaden, oder? Auch beim Lesen nicht. Oft tut es dem Textverständnis gut, während des Lesens mal kurz innezuhalten. Oder gar kritisch nachzudenken. Das leicht altmodische Verbum „innehalten“ meint mehr als nur „unterbrechen“, weil es zusätzlich ein In-sich-hinein-Lauschen impliziert, was wiederum zum gewöhnlich etwas länger dauernden Nachdenken führen kann. Ungesund ist das bestimmt nicht, vor allem nicht beim Lesen von Zeitschriften und Zeitungen. (mehr …)

[LiSe 11/21] Jung und schreibend (Folge 3)

„ein elch gehorcht dem labyrinth (und andersrum)“
Daniel Bayerstorfer

Von Marie Türcke

Mit Daniel Bayerstorfer zu telefonieren, ist in vielerlei Hinsicht eine Freude. Nicht nur wegen seines vergnügt-verlegenen Lachens zwischendurch, sondern vor allem wegen der Breite an Themen und der Fülle an Gedanken, denen man begegnet. Fließend kommt das Gespräch von einer Einführung in die chinesische Sprache und Dichtkunst, über Bayerstorfers eigene Gedichte, die Frage der Fiktion in Lyrik und Lyrikunterricht an Schulen, zum Prozess des Älterwerdens im Schreiben. (mehr …)