[LiSe 11/21] Rezension: „Mercury in München“

Von Stefanie Bürgers

30 Jahre ist es jetzt her, dass Freddie Mercury an den Folgen von Aids in London gestorben ist. Anlass für Nicola Bardola, auch an dessen Zeit in München zu erinnern. „Mercury in München“ lautet daher der Titel seines Buches. Von 1979 bis 1985 hatte die Rockband Queen, deren Frontman Mercury war, etliche Hits und Alben in den Musiclandstudios im Münchner Arabellapark produziert. Den Anstoß für das Buch habe der Film „Bohemian Rhapsody“ gegeben, sagte Bardola, denn die Münchner Zeit von Queen sei in gerade einmal zehn Minuten abgehandelt worden. Der Rockspezialist Bardola, so scheint es, will hier also etwas zurechtrücken. Immerhin brachten die in München entstandenen Hits Queen mit Mercury an der Spitze große Erfolge. (mehr …)

[LiSe 11/21] Rezension: Die Tragik des Unmöglichen

Von Katrin Diehl

Werner Herzog hat einmal, und das ließ dann schon staunen, gesagt, dass er fest davon ausgehe, dass es nicht seine Filme sein würden, die von ihm blieben, sondern seine Bücher. Mal sehen. Können tut er beides: schreiben und Filme drehen. Seit Jahrzehnten – der 1942 in München Geborene (aufgewachsen ist er dann auf dem Land) kommt ja noch aus der Zeit des „jungen deutschen Films“ – liefert er zuverlässig und stetig Qualitätsarbeit mit sehr eigener, wiedererkennbarer Handschrift.  Wo Herzog drauf steht, ist Herzog drin, und so könnte es ewig weitergehen. Zumal man ihn mittlerweile immer mitdenkt hinter seinen Filmen, aber auch hinter seinen Büchern, mit denen er allerdings wesentlich sparsamer in Erscheinung tritt. (mehr …)

Verleihung der Literaturstipendien

Die Landeshauptstadt München zeichnet (Nachwuchs-) Autorinnen und Autoren für vielversprechende literarische Projekte aus. Bürgermeisterin Katrin Habenschaden überreicht am Freitag, 29. Oktober, die mit jeweils 6.000 Euro dotierten Preise an: Daniel Bayerstorfer für sein Lyrikprojekt „Neulich starb Antigone“, Christian Hödl für sein Romanprojekt „Wie man barfuß auf Kies stolziert“, Jan Hoffmann für sein Romanprojekt „Monte Serpente“ und Fabienne Imlinger für ihr Romanprojekt „Alles über meine Eltern“. Mit dem Stipendium für Übersetzungsprojekte wird Maximilian Murmann für seine Übersetzung von Eeva-Liisa Manners „Das Mädchen auf der Himmelsbrücke“ geehrt. Die beiden Stipendien im Bereich Kinder- und Jugendbuch gehen an Benita Berge für ihr Kinderbuchprojekt „Emma und die verrückte Weihnachtsnacht“ und an Yasmin Shakarami für ihr Jugendbuchprojekt „Die Perfekten“. Zusätzlich wird der Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis in Höhe von 3.000 Euro an Louise Kenn für ihr Projekt „Wir bauen Gehege und wundern uns dann“ vergeben. Die Verleihung findet mit geladenen Gästen und unter Einhaltung der erforderlichen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie im Saal des Literaturhauses statt. Ausführliche Informationen und Jurybegründungen unter www.muenchen.de/literatur.

Quelle: Rathaus Umschau 206 / 2021 vom 26.10.2021

[LiSe 10/21] Literaturvermittlung einmal anders!

Von Stefanie Bürgers

Wer ein Buch liest, hat es zweifellos immer mit so etwas wie Literatur zu tun. Verlässt man die Bindung von Literatur ans Medium Buch, wird es spannend.

Literatur „jenseits aller Gattungsgrenzen“ präsentiert die Monacensia bei ihrem dreitägigen Festival „atelier monaco“. Das Angebot ist vielfältig, die Liste der Münchner Lyriker*, Schriftsteller*, Theatertexter*, Musiker* und Künstler*innen ist lang. Hier ein paar Kostproben. (mehr …)

[LiSe 10/21] Kolumne: Deppen und Genies

Der schöne Buchtitel „I mog di, ob-woist a Depp bist“ ist keineswegs auf den Bairischen Landwirt und Nebenerwerbspolitiker Hubert A. gemünzt, das wäre ja Majestätsbeleidigung, möglicherweise, und hätte, zumindest wenn wir uns hundert Jahre zurückversetzen, sechs Monate Festungshaft, die gute alte „custodia honesta“, zur Folge. (mehr …)

[LiSe 10/21] Jung und schreibend (Folge 2): Unterwegs

Leander Steinkopf

Von Ursula Sautmann

Drei Tage lang schlendert der Protagonist durch Berlin – ziellos, einsam, wachsam und allzeit bereit zum gnadenlosen Urteil. Unterwegs macht er immer nur kurz Halt. Der Ich-Erzähler in „Stadt der Feen und Wünsche“ (Hanser Berlin), ein junger Mann, konfrontiert die Menschen (und die Leser*innen) mit seiner Bitterkeit, seiner Überheblichkeit und seiner Empfindsamkeit. „Die Radfahrer verpesten die Umwelt mit ihrer Vorbildlichkeit“, mosert es der Leserin entgegen. Aber da klingt auch viel Sehnsucht an im Debüt von Leander Steinkopf. Und Komik. (mehr …)

[LiSe 10/21] Lyrische Kostprobe: Ohne Distanz

Seit Jahresbeginn läuft das Litauische Kulturjahr unter dem Motto: „Ohne Distanz – Litauische Kultur in Bayern 2021“

Im Lyrik Kabinett wird am 7. Oktober der Litauische Lyriker und Bürgerrechtler Tomas Venclova im Gespräch mit dem Schriftsteller und ehemaligen Verleger des Carl Hanser Verlags, Michael Krüger, auftreten. Außerdem stellen sich Lyriker*innen der jüngeren Generation Litauens vor: Aušra Kaziliūnaitė, Giedrė Kazlauskaitė und Marius Burokas, von dem wir hier das Gedicht „mieste karantinas“ im Original und in deutscher Übersetzung präsentieren dürfen. Wir danken dem Autor und dem Portal „lyrikline“ (www.lyrikline.org), wo man mehr über den Verfasser und über litauische Lyrik erfahren kann. (mehr …)