Aufruf zum WORTMELDUNGEN-Förderpreis 2022

WORTMELDUNGEN VON NACHWUCHSAUTOR:INNEN GESUCHT!

Die Crespo Foundation ruft junge Autor:innen dazu auf, sich für den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten WORTMELDUNGEN-Förderpreis zu bewerben. „Schiffe vor Anker, Autos auf Parkplätzen, aber ich bin diejenige, die kein Zuhause hat.“ Wie lassen sich Flucht, Exil und Heimatlosigkeit in Worte fassen? lautet die Fragestellung, die in diesem Jahr von Volha Hapeyeva, Trägerin des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises 2022, formuliert wurde.

Nachwuchsautor:innen sind aufgefordert, darauf literarisch und kritisch mit einem noch unveröffentlichten deutschsprachigen Kurztext (Essay, Rede, kurze Prosa, Erzählung) von 9.000 bis 20.000 Zeichen Länge zu antworten. Bewerben können sich Autor:innen bis 30 Jahre, die noch keine eigenständige literarische Buchpublikation (betrifft auch E-Books) verfasst haben. (mehr …)

[LiSe 04/22] Ein Netzwerk aus Kunstschaffenden

Einblicke in die Ausstellung „Beziehungsstatus: Offen.“ im Zeppelin Museum, Friedrichshafen

Von Michael Berwanger

Natürlich könnte man die Berichterstattung über eine Ausstellung zum Thema Literatur und Kunst am Bodensee mit einer prominenten Person beginnen. Wie etwa Erika Mann, die 1926 mit ihrem Kurzzeitgatten Gustav Gründgens zu Flitterwochen im Kurhotel Friedrichshafen abgestiegen war und sich langweilte, wie zu lesen ist. Oder mit Golo Mann, der in Salem ins Internat ging und deutlich mehr von der ländlichen Idylle angetan war. Aber sind nicht Entdeckungen über weniger bekannte Künstler*innen viel reizvoller? Beispielsweise Grete Jehly. Die Vorarlberger Schriftstellerin, die ihre meiste Zeit in München verbracht hatte, lebte zwischen 1906 und 1923 mit ihrem Mann, dem Maler und Karikaturisten Olaf Gulbransson, zeitweise in Bregenz. Dort lernte sie den Maler Rudolf Wacker kennen. Mit diesem wiederum teilte das Ehepaar die Freundschaft zu den Schriftstellern Hermann Hesse und Emanuel von Bodman, die sich ebenfalls am Bodensee – allerdings auf der Schweizer Seite – niedergelassen hatten. (mehr …)

[LiSe 04/22] Kolumne: Parasiten-Bücher

Das Schöne an Ana Ivanovic ist ihr offenes Lächeln, etwas übermütig und ganz ohne Kunsthonig. Sie steht auf den Fotos der Champagner-Buch-Präsentation in einem Berliner Nobelhotel von „Einer von Euch“ neben dem Olivenbauern Martin Suter, der neben dem Bauernbuam von der Oberaudorfer Schweinsteige in die Kamera grinst. Der Kriminalschriftsteller und frühere Werbetexter aus der Schweiz hat den ehemaligen Fußballer Sebastian Schweinsteiger befallen, ausgefragt und ausgesaugt und ein ziemlich mittelmäßiges Buch, einen „Biographischen Roman“ verfasst, der nahezu einhellig verrissen wurde, schade um Ana. (mehr …)

[LiSe 04/22] Lyrische Kostprobe: Peruanische Einsichten

Patricia Colchado, 1981 in Chimbote, Peru, geboren, ist Lyrikerin und Kinderbuchautorin. Neben der Literatur sind Tanz und Zeichnen ihre großen Leidenschaften.

Verheißener Garten

Wo bist du in all dieser Zeit gewesen?
Ich umarme ihn während ich aufhöre zu staunen.
Sein erstes Lächeln
seit der Verwüstung unserer Dörfer.
In den Eingeweiden dieses Blumen-Kindes
verkümmert der Samen einer schändlichen Vergangenheit. (mehr …)

[LiSe 04/22] Jung und schreibend (Folge 8): Der achtsame Blick und seine Geschichten

Vladimir Kholodkov besitzt Romandurchhaltekraft

Von Katrin Diehl

Die Konstellation ist durchaus nicht einfach, birgt dafür aber einiges an Potential. Zumal aus schriftstellerischer Sicht. Hat sich ja auch einer ausgedacht, der daraus einen Roman machen wollte. „Für mich macht das eigentlich den größten Reiz aus an Literatur: dass sie Fiktion ist“, sagt Vladimir Kholodkov, eine Fiktion, die sich in einer durch und durch realistischen, sich ziemlich offenbarenden Welt abspielt (Nabokovs „Lolita“ und „Pale Fire“ zählen zu Kholodkovs Lieblingswerken). (mehr …)

[LiSe 04/22] Carl Amery Festival

Aus Anlass des 100. Geburtstags von Carl Amery veranstaltet der Verband Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller bis zum 9. April das Festival „Ökologie und Literatur“. Der Visionär Amery hatte in seinen Schriften auf die kommende ökologische Katastrophe hingewiesen, die Verbindungen zu gesellschaftlichem Verhalten aufgezeigt und Wege gewiesen, wie wir unsere Welt neu gestalten können. (mehr …)

[LiSe 04/22] Kurzgeschichte: Endstation

Von Nina Hölzl

Der Junge nähert sich mit schlurfenden Schritten und bleibt unbeholfen vor mir stehen. Seine Jeansjacke ist viel zu groß, seine Hose für meinen Geschmack zwei Nummern zu klein, und die weißen Turnschuhe mit drei Streifen fallen ihm schon fast von den Füßen. Zögernd und mit unsicherem Blick, der mich aus halb-geschlossenen Augen hinter verdunkelten Brillengläsern trifft, hebt er eine Hand und drückt leicht gegen mich. (mehr …)

[LiSe 04/22] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat April diese Neuerscheinungen:

Evelyn Schlag: In den Kriegen
Hollitzer

Ein Krieg ist gerade zu Ende gegangen. Drei Männer und eine Frau machen sich auf den Weg über verlassene Landstriche zu einer mythischen Halbinsel. Tanjas Verlobter Andrij ist gefallen. Jens und Iwo, zwei Deutsche, haben als Freiwillige an der Seite der ukrainischen Nationalisten gekämpft, Andrij war einer von ihnen. Vitalij, der Vierte, ist ein junger Dichter. Der Überfall der Deutschen 1941, an dem auch der Urgroßvater von Jens teilgenommen hat, ist nach wie vor lebendig in der Geschichte der Ukraine … In diesem pazifistischen Roman über den Krieg werden Schrecken und Tod durch den Aberwitz der Akteure konterkariert. (mehr …)