Der Rainer-Malkowski-Preis, den die Bayerische Akademie der Schönen Künste verleiht, geht im Jahr 2026 an die Schriftstellerin Dorothea Grünzweig. Das Malkowski-Stipendium erhält der Lyriker Christoph Wenzel.
Der Rainer-Malkowski-Preis ist, mit einem Preisgeld von 30.000 Euro, einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise.
Die Preisverleihung findet statt am Mittwoch, dem 18. November 2026, um 19 Uhr in den Räumen der Akademie in der Münchner Residenz.
Die Laudatio auf Dorothea Grünzweig hält Björn Hayer, die Laudatio auf Christoph Wenzel hält Beate Tröger.
Dorothea Grünzweig, geboren 1952 in der Nähe von Stuttgart, studierte Germanistik und Anglistik in Tübingen und Wales. 1989 zog sie nach Finnland, wo sie seither als freie Schriftstellerin und Lyrikübersetzerin lebt. Ihre Lesungen finden oftmals im engen Dialog mit Musikerinnen und Musikern statt. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Christian-Wagner-Lyrikpreis (2004) und den Kurt Sigel-Lyrikpreis des deutschen PEN (2018).
Begründung der Jury: »Dorothea Grünzweig erhält den Preis für ein lyrisches Werk von unverwechselbarer wortschöpferischer Phantasie und anrührender emotionaler Intensität. Es verbindet die große spirituelle Tradition des schwäbischen Pietismus mit der Sprache und den Kulturen Finnlands und eine ethische Zeitgenossenschaft mit Bildkraft und lautmusikalischer Beschwörung. Dorothea Grünzweig entwickelt eine Sprache der Empathie für das Leiden von Menschen, aber auch der Tier- und Pflanzenwelt, mit der sie – als exterritoriale Stimme – die deutsche Gegenwartslyrik markant und eindringlich bereichert.
Christoph Wenzel, 1979 in Hamm/Westf. geboren, studierte Germanistik und Anglistik an der RWTH Aachen und wurde dort promoviert. Er lebt und arbeitet als Autor, Herausgeber, Redakteur und Universitätsangestellter in Aachen. Seine Lyrik und Essays erschienen in zahlreichen Zeitschriften, Anthologien und bisher fünf Einzeltiteln; für seine Gedichte wurde er vielfach ausgezeichnet.
Begründung der Jury: »Christoph Wenzel hat in seinen Gedichtbänden lidschluss und landläufiges lexikon eine Welt eröffnet, die viel mehr ist als ein Lexikon. In seiner Sprache wird eine Landschaft lebendig, in der das ›das kollern der würfel‹ zu hören ist, in der man ›knüppelharte birnen‹ isst, und noch viel häufiger einkehrt, in ›trinkhallen, buden‹ – da, wo andere nur vorbeifahren. In den alten Kohlerevieren Westfalens werden bei Christoph Wenzel die Dialekte lebendig, gibt es einen Rhythmus, der die Zeit der Kumpel lebendig werden lässt, da, wo jetzt nur noch ›die vogeluhr tickt‹. Es ist eine Freude, diese Gedichte zu lesen und Christoph Wenzel in den ›pirschbezirk‹ zu folgen: ins ›feldwegenetz, durch das man schoßhunde hetzt‹. Die Jury zeichnet mit Christoph Wenzel einen Dichter aus, der mit feiner Ironie und großer sprachlicher Präzision diese raue und oft übersehene Landschaft in Poesie verwandelt.«
Der Rainer-Malkowski-Preis ist, mit einem Preisgeld von 30.000 Euro, einer der höchstdotierten deutschen Literaturpreise. Das zusätzliche Stipendium ist mit 5.000 Euro dotiert. Der Preis verdankt sich der 2005 gegründeten Rainer Malkowski Stiftung zur Förderung deutschsprachiger Literatur und entspricht damit dem Wunsch des 2003 verstorbenen Lyrikers Rainer Malkowski. Der letzte Preisträger war 2024 Wilhelm Bartsch, das Stipendium ging an Nancy Hünger. Die Mitglieder der Jury sind Gregor Dotzauer, Joachim Kalka, Anja Kampmann, Pia-Elisabeth Leuschner und Wolfgang Matz.
Weitere Informationen zu Rainer Malkowski und der Rainer Malkowski Stiftung finden Sie unter: www.rainer-malkowski.de
