Ausschreibung Literaturstipendien der Stadt München 2021

Die Stadt vergibt 2021 sieben Literaturstipendien in Höhe von jeweils 6.000 Euro. Eines der Stipendien ist für Übersetzungen vorgesehen, zwei Stipendien werden für Kinder- und Jugendbuchprojekte vergeben, in diesem Bereich können auch illustrierte Projekte mit mehreren Beteiligten eingereicht werden.
Bis Montag, 15. März, können sich Autorinnen und Autoren beziehungsweise Übersetzer*innen mit Wohnsitz in München (S-Bahn-Bereich) beim Kulturreferat bewerben. Die eingereichten Texte müssen deutschsprachig und bisher unveröffentlicht sein.

Mit den biennal vergebenen Literaturstipendien sollen vielversprechende literarische Projekte insbesondere von Münchner Nachwuchsautor*innen gefördert werden. Das Stipendium für Übersetzer*innen fördert eine herausragende Leistung in der Übertragung eines besonders anspruchsvollen Textes ins Deutsche.
Zusätzlich wird der Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis für Autor*innen unter 30 Jahren in Höhe von bis zu 3.000 Euro vergeben.
Detaillierte Ausschreibungsbedingungen sind online abrufbar unter www.muenchen.de/kulturausschreibungen.

Quelle: Rathaus Umschau 235 / 2020, veröffentlicht am 07.12.2020

#femaleheritage – Große Resonanz beim Blog der Monacensia

Die Monacensia freut sich über eine unerwartet hohe Beteiligung an der Blogparade „#femaleheritage − Frauen und Erinnerungskultur“. Von 11. November bis 9. Dezember hatte die Monacensia zur interdisziplinären Vernetzung aufgerufen. Die Resonanz ist beeindruckend: 158 Beiträge verzeichnet der Blog allein in diesem Zeitraum. Noch bis Dienstag, 22. Dezember, veröffentlicht die Monacensia unter blog.muenchner-stadt- bibliothek.de weiterhin täglich einen Artikel, dann wieder ab Montag, 4. Januar 2021. Die breite öffentliche Wahrnehmung der Blogparade unterstreicht der Hashtag #femaleheritage, der bislang 3.440 Tweets mit einer potenziellen Reichweite von 4,925 Millionen Impressions umfasst.

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Sieben literarische Frauennachlässe: Blogparade #femaleheritage

Die von der Münchner Monacensia für November und Dezember 2020 initiierte Blogparade #femaleheritage zum Auftakt des mehrjährigen Forschungsprojekts Frauen und Erinnerungskultur ruft zur digitalen Spurensuche nach prägenden und mutigen, doch vergessenen weiblichen Persönlichkeiten aus der Kunst und Literatur, aber auch aus Wissenschaft, Sport und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens auf.

Die Redaktion der „LiteraturSeiten“ München beteiligt sich an der Blogaktion mit einem Beitrag über sieben Schriftstellerinnen-Biografien aus den literarischen Archiven Münchens.

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[LiSe 12/20] Babylon überall?

Anmerkungen zum Boom von Krimis über die „Goldenen Zwanziger“

Von Michael Berwanger

Ein weiter, gepflasterter Platz, Hunderte von Menschen eilen darüber, ein paar Autos, eine Tram. Neben dem Kaufhaus „Jonaß & Co“ erhebt sich die „Rote Burg“, das legendäre Polizeipräsidium am Alexanderplatz in Berlin. Kommissar Gereon Rath steigt aus der Straßenbahn – er trägt Anzug, Gabardine-Mantel, Fedora-Hut –, eilt am Zeitungskiosk vorbei zur „Burg“. So sieht sie aus, die immer wiederkehrende Sequenz aus der spektakulär inszenierten Fernsehserie „Babylon Berlin“, einer Verfilmung, die auf Volker Kutschers  Kriminalroman „Der nasse Fisch“ basiert. (mehr …)

[LiSe 12/20] Kolumne: Wildes Meer

Es müssen Virologen gewesen sein, die in diesem Herbst den Deutschen, Schweizer und Österreichischen Buchpreis entschieden haben, lauter Überraschungen! Aber können wir uns wirklich vorstellen, dass irgendjemand außer Drosten, Streeck, Schmidt-Chanasit oder Kekulé noch irgendetwas von Bedeutung entscheiden könnte? Man kennt sie, die mächtigen Herren und die ihnen gelegentlich beigesellten Damen der virologischen Wissenschaft ja inzwischen so gut, dass man Titel und Geschlechtsbezeichnung längst weglässt. Drosten durfte sogar die sogenannte Marbacher „Schillerrede“ (Geburtstag 10. November) halten! Heinrich Heine (* 13.12.) und Theodor Fontane (* 30.12.) böten sich als die nächsten an. (mehr …)

[LiSe 12/20] Literarische Archive (Folge 19): Die Konvolute einer Schreibarbeiterin

Der Nachlass von Mirjam Pressler

Von Katrin Diehl

Anfang des vergangenen Jahres ist die Schriftstellerin Mirjam Pressler im Alter von 78 Jahren in Landshut gestorben. Sie zählte zu den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchautor*innen des Landes. Zum Schreiben gekommen war sie aus Geldnot und weil sie den neuen Ton, der in den 70ern in die bundesdeutsche Kinderliteratur Einzug gehalten hatte, prima fand. Von der Studentenbewegung beeinflusst, drang ein wenig Rotzigkeit auch in die Kinderbücher, bekamen kleine Helden und Heldinnen eine Stimme, die sich wacker durchs nicht immer ganz feine, dafür echte Leben schlugen. Dass diese Storys auf nichtdoofe junge Leser*innen setzte, denen man gerne noch eine Portion Selbstbewusstsein gegenüber den Erwachsenen verpasste, gefiel Pressler richtig gut. Sie nahm am Schreibtisch Platz, legte los und bekam für ihre „Problemgeschichten“ in deutlicher Sprache auf Anhieb Anerkennung. Auf ein Happy-End per Zauberspruch und Glitzerregen durfte man bei ihr zwar nie hoffen, ein Hauch von Zuversicht wehte dennoch durch ihre Texte, oder mit einem Pressler-Titel aus dem Jahr 1995 gesagt: „Wenn das Glück kommt, muss man ihm (eben) einen Stuhl hinstellen.“ Auch als Übersetzerin – vor allem aus dem Niederländischen und dem Hebräischen – hatte sich Mirjam Pressler einen Namen gemacht. (mehr …)

[LiSe 12/20] Ausschreibung „Welt wohin?“

Das Netzwerk Klimaherbst e.V. macht zusammen mit der Zeitschrift politische ökologie einen Call for Papers. Die Wettbewerbsbeiträge sollen die Frage beantworten, wie wir in einer gerechten und nachhaltigen Welt leben wollen.

Die Teilnahme steht allen Autor*innen ab 18 Jahren offen. Pro Autor*in darf nur ein Beitrag eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 31.12.2020. Die Preisträger*innen (Preisgeld 1.000 Euro) werden durch eine unabhängige Jury bestimmt.

Fragen zur Ausschreibung bitte an Helena Geißler: helena.geissler@klimaherbst.de

[LiSe 12/20] Lyrische Kostprobe: Gekrümmter Raum

Der unwahrscheinliche Fall
eines Geschehens,

in dem so viel Nichts ist
wie Welt, deren Volumen

und Tiefe ich bin,
deren Oberfläche ich habe,

vor einem Hintergrund, den
ich mir weine.

Dort, wo das Gefundene
mich sucht, nimmt mich das Wahr-

Genommene wahr und das An-
Geschaute schaut sich in mir

und vergisst mich nicht.
Es redet mich in den Dingen.

Klaus Konjetzky

Vera Botterbusch hat uns zum Gedenken an ihren Mann einige Gedichte zukommen lassen, von denen wir hier gerne eines abdrucken.
Vera Botterbusch war, bis zu dessen Tod, 43 Jahre lang mit Klaus Konjetzky verheiratet. Sie ist Autorin, Filmemacherin und Fotografin sowie Mitglied des VS und des PEN.