[LiSe 03/20] Lyrische Kostprobe: Spieltage

Livegräten mit leucht-enden strecken sich über die köpfe anderer
und tribünen zählen bis zu 4 weiße zwerge auf roten riesen
deren nummern und namen auf vielen rücken hochgehalten werden
zeigen an wer sich dort verspekuliert hat und wer noch gerade sitzt
Ein Lewandowski liest dann an der rückseite der fankurve
seine erhaltenen likes und die geraten durch ihn selbst in (un)gute relation
zu seiner torquote in diesem jahr vergleicht er sich im graphenwald
der topligen mit deren überfliegern anderen schattenwerfenden nazgul
Aus einem haufen scorerpunkte bei soundsovielen spielminuten zu den
ergebnissen mehrerer wahlen zum spieler des tages schaut auch
meine formkurve wie ein regenwurm hervor mit
mit- und gegenspielern befinde ich mich im auto auf auswärtsfahrt
lauter leiser radiowellen tinitus-tor-tinitus in den unteren ligen muss man
sich zu leiberln der einzelnen teams die 1 2 3 oder 4 sterne dazu denken
Dagegen die saison als zeit des vor-sich-hin-grasens und des
den-auswärtsspielen-sich-in-stille-näherns ohne eine ahnung
auf wen man trifft und wo dessen platz liegt
Es sitzt am straßenrand länger als zwei dreiviertel stunden
an leuchtpflöcke geschmiegter wolliger phantomschmerz 

Jonas Bokelmann

[LiSe 03/20] Lyrik-Kabinett: Konkrete Poesie 

Mit dem Namen „Konkrete Poesie“ verbindet sich eine Stilrichtung, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts die literarische Szene aufmischte. Als auditive und visuelle Poesie die Grenzen zur Musik und Grafik überschreitend, war sie mit Namen wie Hartmut Geerken, Helmut Heißenbüttel, Ernst Jandl, Gerhard Rühm und Eugen Gomringer verbunden. Letzterer wird Ehrengast des Eröffnungsabends am 03. März sein. Es war schon immer eine internationale Szene, deshalb heißt es auch jetzt auf Englisch: KLANG FARBEN TEXT – VISUAL POETRY FOR THE 21ST CENTURY. Teilnehmen werden: Victoria Bean, Kim Campanello, Gerhild Ebel, Falkner, Steven J. Fowler, Angelika Janz, Benedikt Kuhn, Michael Lentz, Chris McCabe, Robert Montgomery, Jürgen Olbrich, Barrie Tullet, die an drei aufeinander folgenden Abenden, vom 3.-5. März im Lyrik-Kabinett München auftreten.

Bernd Zabel

[LiSe 03/20] Kinder- und Jugendmedien: 14. MÜNCHNER BÜCHERSCHAU JUNIOR

14. MÜNCHNER BÜCHERSCHAU JUNIOR

7. bis 15.03.2020

Mehr als 5.000 Bücher und Kindermedien für die ganze Familie präsentiert die Münchner Bücherschau junior täglich von 9:00 bis 19:00 Uhr bei freiem Eintritt.

Das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm bietet Workshops rund ums Buch, Exkursionen und viele Autorenlesungen aus spannenden Krimis, interessanten Sachbüchern und illustrierten Bilderbüchern.

Mehr Informationen unter: www.muenchner-buecherschau-junior.de

[LiSe 03/20] Literarische Archive (Folge 13): „Vor deiner Haut beginnt die Fremde“

Der Schriftsteller Hermann Lenz und München

Von Bernd Zabel
Gut, dass es Menschen wie Beate Grentzenberg und Thomas Rauch gibt. Sie halten das Andenken an den Autor Hermann Lenz lebendig. Das Haus des 1998 verstorbenen Schriftstellers liegt in der Mannheimer Str., München-Schwabing, einer nur ca. 200 m langen Straße, in der 1936 das Haus gebaut wurde, in dem sich bis heute die Bibliothek und Original-Möbel finden. Zur Gartenseite hin überwuchert üppiger Efeu die Fassade, den hatte seine Frau Hanne aus dem Schwäbischen mitgebracht und er gedeiht bis heute prächtig. Lenz hat mehr als 30 Bücher geschrieben, wurde erst spät, 1973, unter tätiger Mithilfe Peter Handkes entdeckt, da war er schon 59 und hatte lange Jahre literarischer Nicht-Existenz hinter sich.

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[LiSe 03/20] Buchtipps aus erster Hand 

Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für März diese beiden Neuerscheinungen:

Hanns-Josef Ortheil: Wie ich Klavierspielen lernte
Suhrkamp/Insel

Der bekannte Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil arbeitete als Kind und Jugendlicher darauf hin, ein professioneller Konzertpianist zu werden, der auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist. In diesem Buch begleiten wir ihn von den ersten Klavierstunden, die ihm seine Mutter erteilt, durch Höhen und Tiefen jahrelangen Übens bis hin zu einem renommierten Stipendium in Rom. Wir erfahren viel über die Mühen und die teils skurrilen Seiten des Pianistenlebens. Zugleich ist das Buch so packend und sympathisch geschrieben, dass es nicht nur Musikfreund*innen schwerfällt, es aus der Hand zu legen. (mehr …)

[LiSe 03/20] Jubiläums-Festival: Wortspiele 20

Das Festival für junge Literatur

Schon zum zwanzigsten Mal bittet Johan de Blank zu den Wortspielen ins Muffatwerk. Es ist ein Festival der besonderen Art. Junge Literatur trifft auf ein junges (und jung gebliebenes) Publikum. 2020 sind das zum Beispiel Raphaela Edelbauer, Marius Hulpe, Christopher Kloeble, Amanda Lasker-Berlin, Tom Müller, Tonio Schachinger, Dana von Suffrin. Die Autor*innen kommen aus Deutschland, Österreich, Indien, der Ukraine und aus Moldawien. Die Themen sind weitgestreut. Suche nach Zugehörigkeit in einer brüchiger werdenden Gesellschaft, die Macht des Geldes und des Erzählens, ein Waisenjunge aus Bombay träumt davon, das erste Museum seines Landes zu gründen, ein Ort, der nicht gefunden werden will, ein Jahr im Leben eines Fußballstars, die Wurzeln der Familie in der Fremde und ihre Geheimnisse. (mehr …)

[LiSe 03/20] Rezension: 50 Jahre TamS in Bild und Wort

Von Katrin Diehl

Man kann das schon ein Must-have nennen. Ein Mast-häf. Für einen mit a Gschpür für die „Phantasie“, wie der Polt Gerhard des gsagt hot. Gesagt hat. Naa. Gschriebn hot er’s! Und „Wer ein Mensch werden will oder ein solcher bleiben will, der geht ins TamS“. Des hot er a gsagt. Gschriebn. Für den, für den’s nix is, in dessen Händ soll’s a gar nicht nicht kumme. Das Mast-häf. Das Biachl. Das wär schad und fast eine Sünd. Aber für die von der Stadt, die von der Politik is es scho was. Die mögen’s ja des TamS. Mögen tun’s scho. Auch wenn’s sich jedes Mal recht ziern, bis was locker macha. Dabei ghört’s doch dazu das TamS in Schwabing. Das sagt auch die Anette Spola, „die Spola“, die mit dem Lorenz Seib zam des TamS leitet. (mehr …)

[LiSe 03/20] In eigener Sache: Mitarbeiter*innen für Vertrieb und Akquise gesucht

Die LiteraturSeiten München suchen eine(n) Vertriebsleiter*in mit Engagement und Organisationslust. Zeitaufwand etwa 5 Stunden am Ende jeden Monats. Die Mitarbeit ist ehrenamtlich!

Wir suchen außerdem eine(n) Anzeigenakquisiteur*in, ebenfalls für 5 Stunden pro Monat, mit Verhandlungsgeschick und Kontaktfreude. Wichtig ist Telefon-Affinität. Hier wäre evtl. eine kleine Provision möglich!       red

Wenn Sie Interesse haben, melden Sie sich bitte unter:
redaktion@literaturseiten-muenchen.de