Gaito Gasdanow bewältigt Lebenskrisen
Rosemarie Tietze stellt ihre jüngste Übersetzung aus dem Russischen vor:
Vor hundert Jahren, Mitte 1926, veröffentlichte Gaito Gasdanow seine erste Erzählung in einer Prager Zeitschrift. Da hatte der 22-Jährige bereits im russischen Bürgerkrieg gekämpft und eine etappenreiche Emigration bis nach Paris zurückgelegt. Radikale Neuanfänge im Leben blieben für ihn ein bevorzugtes Thema, doch musste nicht unbedingt das Exil dahinterstehen, auch psychische Verstörungen konnten dafür ein Auslöser sein. Gasdanows Kunst, feinfühlig Charaktere zu ergründen, zeichnen seine makellose Prosa besonders in den Erzählungen aus. Kritiker der ersten Emigration sahen ihn schon früh auf einer Stufe mit Nabokov.
Ausgewählte Passagen werden in russischer Sprache vorgetragen.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Stadtbibliothek Neuhausen durchgeführt.
Eintritt: € 9,– / € 7,–
Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Rosemarie Tietze wurde 1944 in Oberkirch geboren auf und studierte in Köln, Wien und München Theaterwissenschaft, Slawistik und Germanistik. 1969/70 verbrachte sie einen einjährigen Forschungsaufenthalt an der Moskauer Theaterhochschule (GITIS). Nach einem Zusatzstudium am Sprachen & Dolmetscher Institut München legte sie 1972 die Staatsprüfung als Übersetzerin und Dolmetscherin für Russisch ab. Seit Ende der siebziger Jahre ist sie als Literaturübersetzerin tätig.
Sie übersetzte u.a. Andrej Bitow, Gajto Gasdanow, Leo Tolstoi, Juri Felsen, Fjodor Dostojewskij.
Das Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk mit seiner Bibliothek und Sozialberatung unterstützt seit Jahrzehnten russischsprachige Zuwanderer und Geflüchtete jeder Nationalität und Konfession.
Die Tolstoi-Bibliothek bietet neben den fast 60.000 Büchern in russischer Sprache ein kulturelles Veranstaltungs- und Kursprogramm.
Die Sozialberatung ist eine neutrale Anlaufstelle für alle Zuwanderer, wo niederschwellig und unkompliziert geholfen wird.
