[LiSe 05/21] Monacensia-Dossier: Münchnerisch, jüdisch, präsent

Anlässlich des Erinnerungsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ rückt die Monacensia in einem digitalen Dossier „jüdische Schriftstellerinnen in München“ ins Bild

Von Katrin Diehl

Die Sache ist nicht ganz so einfach zu fassen. Aber vielleicht beginnt ja da schon das Umdenken. Warum muss immer alles perfekt portioniert, eingegrenzt und überschaubar sein, damit sich gut damit umgehen lässt? Warum nicht von Anfang an viel mehr Offenheit zulassen, wo Entgrenzungen, unscharfe oder ausfransende Ränder, Übergänge zum Nächsten unserer Lebenswirklichkeit viel näher kommen? Alles hängt irgendwie mit allem zusammen, das Wissen ist weit verteilt und Fokussierung trotz alledem möglich. (mehr …)

[LiSe 05/21] 15. Münchner Bücherschau junior

Digitale Bücherstände und Mitmach-Angebote

Nicht schon wieder“ mögen Kinder und ihre betreuenden Erwachsenen denken, wenn sie lesen, dass auch in diesem Jahr die Bücherschau in weiten Teilen digital stattfindet. Doch die Veranstalter – die bayerische Sektion des Börsenvereins und das Münchner Kulturreferat – setzen beileibe nicht allein auf Vorlesevideos, die übrigens in vielen Sprachen zur Verfügung stehen. Spannend wird es, wenn Musik, Abenteuerspiele, Yoga und Backtipps für den Muttertag hinzukommen. (mehr …)

Crespo Foundation: Wortmeldungen von Nachwuchsautor*innen gesucht!

Die Crespo Foundation ruft junge Autor*innen dazu auf, sich für den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten WORTMELDUNGEN-Förderpreis zu bewerben. „Vom Unsichtbaren schreiben, die Gegenwart sehen. Wie tritt der Klimawandel in Erscheinung?“ lautet die Fragestellung, die in diesem Jahr von Marion Poschmann, Trägerin des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises 2021, formuliert wurde. (mehr …)

[LiSe 04/21] Literarische Archive (Folge 22): Nur da sein

Der Nachlass Grete Weils in der Monacensia

Von Katrin Diehl

Eines der „Objekte“, das zu dem in der Monacensia aufbewahrten Nachlass der Schriftstellerin Grete Weil (1906-1999) gehört, schiebt die wunderbaren Jahre, die sie hatte, weit, weit weg, die „unglaublich glückliche“ Kinderzeit, das viele Spielzeug, die lieben Menschen, die Tage in Egern am Tegernsee… „Ein Ort, in dem man zu Hause ist, wirklich zu Hause, auch dann noch, als über dem Ortsschild ein Transparent mit der Aufschrift hängt: ‚Juden betreten den Ort auf eigene Gefahr‘ “, schrieb Grete Weil 1998 in ihrer Autobiografie „Leb ich denn, wenn andere leben“. Wolken zogen da auf, aber schön war es immer noch. Auch in der Stadt, in München, in der herzeigbaren Stadtvilla. Der Herr Vater, Siegfried Dispeker, ein angesehener „Geheimer Justizrat“, und seine Frau Bella empfingen gerne Gäste und auch der elf Jahre ältere Bruder Fritz war durchaus präsentabel, ein Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs mit Verdiensten. Der Grete geht es so richtig gut. „Ich war wahnsinnig verwöhnt. Ich brauchte nichts zu tun, brauchte nur da zu sein, wurde geliebt“, sollte sie später einmal sagen. (mehr …)

[LiSe 04/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat April diese Neuerscheinungen:

Alena Schröder: Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid
dtv

In diesem Debütroman geht es um vier Generationen von Müttern und Töchtern, es geht um mütterliche Liebe, die nie genug ist, um Verletzungen und Kränkungen und es geht ums Überleben – das alles verpackt in 100 Jahre Familiengeschichte und Zeitgeschichte. Alena Schröder schafft es, darüber wunderbar frisch und mitreißend zu schreiben, und angenehm witzig wird es sogar streckenweise, wenn die 27-jahrige Hannah auf der Suche nach einem verschollenen Bild ihre Familiengeschichte begreifen will, während sie ihre eigene verkorkste Beziehung zu Männern durchlebt. (mehr …)

[LiSe 03/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat März diese Neuerscheinungen:

Brian Moore:
Schwarzrock
Diogenes

Historischer Hintergrund des eher schmalen, aber ungeheuer dicht erzählten Romans ist die Missionierung von Irokesen und Huronen durch Jesuiten, die schon Mitte des 17. Jahrhunderts, also rund 200 Jahre vor der Eroberung des „Wilden Westens“, tief in die Wildnis Nordkanadas vordrangen. Moore erzählt vom „Cultural Clash“: Mit tiefem Verständnis und warmem Blick für beide Seiten beschreibt er das totale Unvermögen sowohl der Indianer als auch der durchaus gutwilligen jesuitischen Patres, sich in der völlig fremden Gedankenwelt der jeweils anderen zurechtzufinden … mit dramatischen Konsequenzen für alle … (mehr …)