[LiSe 09/20] Internationaler Übersetzertag: Einblicke „under cover“

Das Münchner Übersetzer-Forum

Von Stefanie Bürgers

Rechtzeitig zum Internationalen Übersetzertag am 30. September bringen die LiteraturSeiten München den Online-Beitrag der April-Ausgabe 2020 über das Münchner Übersetzerforum noch einmal in der Druckversion. 

Hieronymus, der Schutzheilige der Übersetzer, hat im 4./5. Jahrhundert die Bibel aus dem Hebräischen bzw. Griechischen ins Lateinische übersetzt. Sein Todestag wurde von der UN-Vollversammlung 2017 offiziell zum „International Translation Day“ ausgerufen. Damit wird die oft wenig sichtbare Arbeit von Übersetzern, Dolmetschern und Terminologen gewürdigt, die grundlegende Bedeutung für die Verständigung zwischen den Nationen und für den Weltfrieden hat. (mehr …)

[LiSe 09/20] Rezension: Kein bisschen „Wirrwarr“

Zum neuesten Gedichtband von Hans Magnus Enzensberger

Von Katrin Diehl

Die an die 70 Gedichte sind nichts Besonderes. Im Gegenteil. Sie stecken voller Gefälligkeit. Routinierte, lebenslange Schreiberfahrung kann man ihnen anmerken, auch eine Art Mühelosigkeit, wie sie da, eines nach dem anderen, recht artig aufs Papier geglitten sein mögen. Und das macht schlechte Laune.

Denn sie sind – erschienen unter dem vielversprechenden Titel „Wirrwarr“ – eben von Hans Magnus Enzensberger, dem Ewigen, dem fast programmatischen Einzelgänger, dem Sucher nach dem Speziellen, dem Anstimmer von Abgesängen (zum Beispiel auf die „Literaturkritik“), dem Anstoßer und Macher (zum Beispiel vom „Kursbuch“ in den 60er Jahren), dem Preisträger einer ganzen Latte von Preisen (darunter auch, verliehen 1963, der Georg-Büchner-Preis). Nun ja, da war er eben noch jünger. Heute ist er über 90, was von einiger Bedeutung ist und doch auch wieder nicht, wenn es darum geht, ob er die Chance, die jedes Gedicht rein potentiell bietet, zu nutzen verstand. Den Lyrik-Band einfach durchzuwinken, hätte jedenfalls etwas Falsches. (mehr …)

[LiSe 09/20] Rezension: Mit der Leica gegen die Nazi-Bomber

Helena Janeczeks großartige Roman-Biografie über die Kriegsfotografin Gerda Taro  

Von Slávka Rude-Porubská

Inmitten des Wahnsinns knipste sie wie besessen, die winzige Leica über dem Kopf, als könnte sie sie vor den Bombern schützen. Der brave Soldat Gerda.“ Als hätte man ein Foto vor sich – mit knapp-anschaulicher Szene stellt die in München geborene Wahlitalienerin Helena Janeczek die Heldin ihres 2017 in Mailand erschienenen Romans vor, der jetzt von Verena von Koskull ins Deutsche übersetzt wurde. Gerta Pohorylle, Tochter einer jüdischen Familie aus Stuttgart, begeistert sich Ende der 1920er Jahre in Leipzig für sozialistische Ideen und wird 1933 wegen ihrer Kontakte zu politisch linken Kreisen verhaftet. Nach der Flucht aus Deutschland bringt sie sich in Paris autodidaktisch das Fotografieren bei und stürzt sich in den medialen Kampf an der Front. Gemeinsam mit ihrem Lebens- und Geschäftspartner, dem aus Ungarn geflohenen André Friedmann, dokumentieren sie – unter den Namen Gerda Taro und Robert Capa – den Spanischen Bürgerkrieg für internationale Medien. (mehr …)

20 Jahre Kriminalbuchhandlung glatteis

Gabriele Fauser kam Anfang 2000 von einem Besuch in der Frankfurter „Wendeltreppe“, Deutschlands ältester Krimibuchhandlung zurück und erklärte mir, dass so eine auf Kriminalliteratur spezialisierte Buchhandlung in München doch fehle. „Du kannst so was“, meinte sie, „du bist doch Buchhändlerin. Wir gehen auf die 50 zu und wir sollten unserem langweiligen Büroleben noch etwas Pep verleihen.“ Mein Zögern dauerte nicht lange, denn welche Buchhändlerin träumt nicht davon, irgendwann in ihrem eigenen Laden zu stehen? Bald schon hatten wir uns auf den Namen glatteis geeinigt, der sich auf den Kriminalroman von Hans Werner Kettenbach bezieht. Kurzum, im September 2000 öffnete glatteis seine Tür. Die Eröffnungstage waren mit Lesungen Donnerstag, 7. bis Samstag, 9. September 2000.

Wir hatten uns vorgenommen, mindestens 5 Jahre durchzuhalten. (mehr …)

Christine Wunnicke erhält den Literaturpreis 2020

Mit dem Literaturpreis der Stadt München wird die Schriftstellerin Christine Wunnicke für ihr herausragendes literarisches Gesamtwerk geehrt. Der Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre – alternierend mit dem Publizistikpreis und dem Übersetzerpreis – verliehen. Die für die Auszeichnung in Frage kommenden Münchner Schriftstellerinnen und Schriftsteller haben dazu beigetragen, München als Literaturstadt Geltung und Ansehen zu verschaffen. Die Vergabe hat der Feriensenat des Stadtrats nun in seiner Sitzung auf Empfehlung einer Jury beschlossen.
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Literaturfest München 2020 findet nicht wie geplant statt

Das Literaturfest München, geplant vom 11. bis 29. November, kann dieses Jahr nicht wie vorgesehen stattfinden. Das Festprogramm des Literaturhauses München mit dem Kuratorenprogramm forum:autoren muss 2020 entfallen, die Münchner Bücherschau hingegen soll durchgeführt werden. Dies teilen die Stiftung Literaturhaus München, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels-Landesverband Bayern und das Kulturreferat der Landeshauptstadt München mit. Die für das Festprogramm des Literaturhauses und das forum:autoren charakteristischen Veranstaltungen mit internationalen Gästen vor großem Publikum lassen sich in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie nur sehr eingeschränkt oder überhaupt nicht realisieren. (mehr …)