[LiSe 03/19] Buchtipps aus erster Hand

Die Buchhandlung Lehmkuhl empfiehlt für März diese beiden Neuerscheinungen:

C. Boyle: Licht
Hanser Verlag

In schöner Regelmäßigkeit schreibt T. C. Boyle Romane, auf die sein Publikum mit großer Empathie wartet. Nun legt er ein Buch vor, das eloquent und einfühlsam die Geschichte des amerikanischen Psychologieprofessors Timothy Leary erzählt, der Mitte der 60er Jahre erste Selbstversuche mit dem neuen Rauschmittel LSD macht. Leary war ein Menschenfänger. Er zog viele Leute in seinen Bann, und wir sind hautnah dabei, wenn die bewußtseinserweiternde Droge allmählich den Alltag übernimmt, den sie dann so zerstört wie Beziehungen und Familien. Ein wahrer Lese-Trip! (mehr …)

[LiSe 03/19] Kurzgeschichte: NEUES LEBEN

Von Genia Livshi 

Der Bus hielt an, die Frau grapschte mit Wucht die Hand des zweieinhalbjährigen Kindes, schob es vor sich hin und kreischte es mit einer leicht befehlenden Stimme an, auszusteigen. Dann folgte sie ihm, während sie hastig die Griffe ihrer großen Tasche an der Schulter zu ordnen versuchte, und stieg vorsichtig, langsam die zwei Stufen hinunter.
Die Landstraße war billig asphaltiert, zerfranst, zweispurig, am Rande staubig, ein Rest des Erdbodens. Einzelne Häuser mit Gärten waren verstreut in der Gegend neben überwucherten Grundstücken, mit von der Sonne verbrannten Gräsern und Kräutern, die vielleicht einen neuen Besitzer suchten.
Sie stand einen Moment da, sah sich um, als ob sie die Umgebung mit all ihren Sinnen erkunden wollte.
„Schön ist es wahrlich nicht“, dachte sie. (mehr …)

[LiSe 03/19] Internationales Literaturfestival: WORTSPIELE

Eine spannende Vielfalt an Texten steht wieder im Mittelpunkt der WORTSPIELE, die heuer zum neunzehnten Mal in München stattfinden. Insgesamt 30 junge deutschsprachige Autor*innen aus Deutschland, Österreich, der Ukraine, Griechenland, der Slowakei, Russland und Weißrussland werden vom 13. bis 15. März 2019 im Muffatwerk ihre neuen Bücher vorstellen. Themen wie die Suche nach Zugehörigkeit in brüchiger werdender Gegenwart, die Welt der Bibliothek als spannend-abgründiger Schauplatz oder die Wurzeln der Familie in der Fremde und ihre Geheimnisse erwarten die Besucher. Spezielle Elemente des diesjährigen Festivals sind die Installation „Cover Shuffle“ von Nikolai Vogel und die Verleihung des Bayern 2-Wortspiele-Preis, der mit 2000 Euro dotiert ist. Darüber hinaus erwartet die Gewinnerin/den Gewinner ein einmonatiges Aufenthaltsstipendium im Goethe-Institut Peking. Der Gewinnertext wird bei einer öffentlichen Lesung in Peking präsentiert. RED

Infos unter www.festival-wortspiele.eu

[LiSe 03/19] Rezension: Was geschah vor 100 Jahren?

Herbert Kapfer collagiert in seinem Buch „1919“ Originaltexte, Zitate und Fotos aus der Zeit zwischen 1918 und 1938.

Von Bernd Zabel

Jahresanfang 2019, vor 100 Jahren wurde die Münchner Räterepublik ausgerufen, und es vergeht zur Zeit kaum ein Tag, an dem Interessierte in dieser Stadt nicht eine Veranstaltung besuchen könnten, die mit dem Jahrestag zusammenhängt. Ausstellungen, Filme, sogar ein Musical und natürlich eine Unzahl an Publikationen. 1919, ein magisches Jahr, das uns bis heute in seinen Bann zieht. Politische Deutungen, Entlarvungen und Zeitzeugnisse dominieren das Feld. Doch man muss dem Reigen der Texte nicht unbedingt ein weiteres Beispiel hinzufügen. Texte lassen sich auch adoptieren, vor allem wenn es weitgehend unbekannte, gute sind.  (mehr …)

[LiSe 03/19] In eigener Sache: Ina Kuegler zum Abschied

Richtig gehen tut sie ja nicht, unsere langjährige verantwortliche Redakteurin Ina Kuegler. Sie will nur nicht mehr das Sagen haben, sich um alles kümmern müssen, diese Stelle gibt sie auf. Was sie während der neun Jahre auf diesem Posten allerdings zu Wege brachte, hat die LiteraturSeiten München geprägt. Ina Kuegler ist gelernte Journalistin und war 26 Jahre für den Kulturteil der Fürstenfeldbruck-Ausgabe der SZ zuständig, bevor sie zu den LiteraturSeiten stieß. Sie gab dem Blatt die heutige Struktur, führte die Serien auf Seite 2 ein, derzeit über Dichternachlässe, beschränkte die Rezensionen auf Seite 4 auf Bücher von Autoren mit Münchenbezug, und für den Aufmacher–Artikel hielt sie immer nach Themen Ausschau, die dem Literaturbetrieb nahe stehen. Ganz müssen wir auf ihre Mitarbeit aber nicht verzichten, sie wird uns nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite stehen und auch immer wieder einen Beitrag schreiben. Darauf freuen wir uns. Red

Kinder-Krimischreibwettbewerb

Schreibwettbewerb: Schreib deinen eigenen Krimi und mach mit!

Alle eingesandten Krimis werden von einer Jury gelesen. Die Gewinner*innen werden in drei Altersgruppen ermittelt. Für Schulklassen und Schreibgruppen, die gemeinsam und mit mehreren Texten am Krimi-Schreibwettbewerb teilnehmen, gibt es zusätzlich die Chance auf Erwähnung als Schreibteam. Alle Krimis werden veröffentlicht und die Preisträger*innen lesen ihre Krimis u. a. bei der Kinder-Kriminacht in der Seidlvilla und auf der Münchner Bücherschau im Gasteig vor. Wettbewerbsunterlagen und alle Termine zu den Schreibwerkstätten unter www.muenchner-stadtbibliothek.de und www.kinderkrimifest.de
Bitte Ausschreibungsunterlagen anfordern. (mehr …)