by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Titelgeschichte
Von Ursula Sautmann
Fifi lebt in einem Hochhaus mit vielen Fenstern. Hinter diesen Fenstern leben viele unbekannte Menschen, und sie sehen traurig aus. Da muss sie etwas machen, findet Fifi, und sammelt, was Menschen wegwerfen oder einfach stehen lassen: Spülmaschine, Gießkanne, Leiter, Wäscheleine, Regenschirm, Stuhl und vieles mehr. Fifi baut die Dinge aufeinander, ineinander und nebeneinander, das Gebilde, die Maschine, wird größer und größer. Neugierig schauen die Mitbewohner*innen und denken bei sich, was soll das werden. Fifi spürt, jetzt braucht die Maschine Hilfe, sie lädt zum Fest, und die Menschen beginnen zu spielen, zu reden und zu lachen – nicht nur die Maschine erwacht zum Leben. „I think we’ve got it working“ („Ich denke, es läuft“), sagt ihr Vater. „Can we invent something new? Together?“ („Können wir was Neues erfinden? Gemeinsam?“), will Fifi wissen. (mehr …)
by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Kolumne
Wenn sich hochgezogene Schultern mit heruntergezogenen Mundwinkeln irgendwo in der Mitte treffen, dann bedeutet das in der Regel: „Ist halt so“. „Ist halt so“ ist Alltag, gehört als mimische, gestische oder sprachliche Äußerung zum ewigen Hintergrundgeplätscher und -geplapper und hat es doch faustdick hinter den Ohren: Da ist gerade eine Batterie am Leergehen. Da macht sich gerade eine fette Resignation breit. Da hat eine*r jetzt echt keinen Nerv mehr, keinen Bock mehr darauf, Empathie zu zeigen, geschweige denn zu fühlen. (mehr …)
by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Lyrische Kostprobe
Die in Erding geborene Theresa Klesper studierte Literaturwissenschaft, Psychologie, Kommunikationswissenschaften und arbeitete als Redakteurin, Deutschlehrerin für Flüchtlinge, im Buchhandel und im Verlagswesen. Und auch ihre Gedichte haben ebenso einen längeren Weg hinter sich – einen Erkenntnis- und Erfahrungsweg. Einen Weg, den es braucht, um bei sich anzukommen, bei sich zu sein. Denn die Welt fängt eigentlich im Kleinen an, wie alles Wissen um die Dinge. Sie beginnt auf einer Wiese, einem Hang, einem Wald. Im Kleinen entdecken wir die Dinge und Lebewesen, das Gras und den Vogel, den Baum und die plötzlich schwebenden Äpfel. Genau hier nimmt für Klesper das Poetische seinen Anfang. Red (mehr …)
by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Rezension
„Nimm deinen Schmerz und nutze ihn“
Ein neues Jahr, eine neue Serie. Mit wie vielen Folgen? Mal sehen. In „Was liest du denn da?“ stellen wir Buchtitel vor, die uns ganz zufällig und wachen Auges in U-Bahnen, in Cafés oder auf der Bank im Park begegnet sind, in den Händen von Menschen, die sich lesend die Zeit vertreiben bis zum nächsten Halt oder dem Ende der Mittagspause. Wir beginnen in den Öffis. (mehr …)
by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Rezension
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Februar diese Neuerscheinungen:
Florentine Joop: Sommer im Heckenrosental
Edition Outbird
Heißer Brandenburger Sommer, düstere Teiche, auftauchende Erinnerungen, die nach warmem Sand, Linden und geschmolzenem Teer duften – zwei Heimaten. Florentine Joop erzählt von der Begegnung mit ihrer „Lausmädel“-Freundin hinter einem grünen Hoftor. Gemeinsam erleben sie Abenteuer, aus denen eine wilde Kindheit gestrickt wird. Zwischen ihnen liegt nur ein Jahr, eine Band, die ABBA heißt, eine Kopflänge und eine innerdeutsche Grenze. Florentine Joop nimmt ihre Leser*innen mit in ihre Vergangenheit und erzählt darüber, wie es war, zwei Heimaten zu haben, und über die Angst, beide zu verlieren. Einer jener Romane aus den Tagen vor, während und nach der Wende, von denen es immer noch zu wenige gibt. (mehr …)
by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Kurzgeschichte
Von Lisa Lipp
Lass kein Licht ein, das uns mit Schatten bewirft. Wir bleiben in der Nacht.
Die Dunkelheit macht das Verstecken leichter. Selbst im Tunnel.
Im Tunnel gibt es nur zwei Richtungen. Genau deshalb sind wir hier, um uns auf eine Richtung zu einigen. Solange das aber nicht geklärt ist, wo der Anfang und das Ende des Tunnels, der Eingang und der Ausgang, wo der gemeinsame Ausgang ist – so lange verharren wir in der Mitte des Tunnels. Wir graben quer. (mehr …)