[LiSe 10/19] Tagung: International Feuchtwanger Society

Obwohl Lion Feuchtwanger mehr als die Hälfte seines Lebens in seiner Vaterstadt München verbrachte und ihr mit dem Roman „Erfolg“ ein literarisches Denkmal setzte, sind die Werke, die er während der Münchner Jahre schuf, heute weitgehend vergessen. Diesem Missstand abzuhelfen, hat sich die diesjährige Tagung der „International Feuchtwanger Society“ zum Ziel gesetzt. Sie konzentriert sich ganz auf Feuchtwangers Münchner Jahre und widmet sich drei Tage Texten, die es erst noch zu entdecken gilt.

Ihr Auftakt findet am 17.10. um 19:00 Uhr mit einem Empfang in der Israelitischen Kultusgemeinde statt. An den drei Folgetagen sind diverse Vorträge zu Feuchtwanger und München zu hören.

Das Tagungsprogramm findet sich unter www.muenchen.de

Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter: ifs.muenchen.2019@gmail.com

[LiSe 10/19] Kurzgeschichte: Willi, das Chamäleon

Von Paul Holzreiter

Der Kies knirscht, die Sonne blinzelt durch die Kastanien, der Willi, eben noch vor mir auf den Biertisch hingelümmelt, kriegt auf einmal einen weiten Blick. Er rappelt sich hoch, richtet sich hinter seiner Maß auf: „Ich bin ein Chamäleon.“

Ein Chamäleon? Der Willi? Wie kommt er denn da drauf? „Kack“, sage ich, „kack, bist du ein Chamäleon. Du bist der Willi!“

„Willi, das Chamäleon“, sagt der Willi. Er hebt seine Maß und will mit mir darauf anstoßen, dass er es zum Chamäleon gebracht hat. (mehr …)

[LiSe 10/19] Rezension: Wie man Pessach mit Alzheimer feiert

Dana von Suffrins warmherzig-kluger Debütroman „Otto“

von Slávka Rude-Porubská

Nein, Otto, der fast 80-jährige pensionierte Ingenieur aus dem ersten Roman der Münchner Autorin Dana von Suffrin hat keinen Mops. Dafür aber gab es in Ottos Familie einen Bobtail und einen Terrier, den sich damals die Kinder ertrotzt haben. Doch jetzt trotzt der auf der Intensivstation liegende Otto; er motzt und grollt und fordert den beiden inzwischen erwachsenen Töchtern Babi und Timna mit seiner seltsamen Fähigkeit, „von einer Sekunde auf die nächste todkrank zu werden“, alles ab – Aufmerksamkeit und Zuwendung, Anwesenheit und Zeit. Und außerdem ungeteiltes Interesse an seinen mit Erfindungen und Halblügen durchsetzten Lebenserinnerungen. „Meine Familie, meine Länder und meine Abenteuer!“, das soll der Nachwelt in einem Buch überliefert werden, „bitte lasst unsere schöne Familiengeschichte nicht gelangen in Vergessenheit!“ (mehr …)

Arbeitsstipendien für Münchner Autorinnen und Autoren

Andrea Heuser und Norbert Niemann erhalten die diesjährigen Arbeitsstipendien für Münchner Autorinnen und Autoren der Landeshauptstadt München. Mit den seit 2015 vergebenen Arbeitsstipendien in Höhe von jeweils 6.000 Euro werden literarische Projekte von Münchner Autorinnen und Autoren gefördert, die sich mit ihrem Werk bereits literarisch ausgewiesen haben und im Literaturbetrieb in Erscheinung getreten sind. Andrea Heuser erhält das Stipendium zur Weiterführung ihres Familienromans „Das Winkelhaus“, Norbert Niemann für sein neues Romanprojekt „Dianoia“ (Arbeitstitel).

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Stipendien für Literatur vergeben

Die Landeshauptstadt München zeichnet (Nachwuchs-)Autorinnen und Autoren für vielversprechende literarische Projekte aus. Die Literaturstipendien 2019 erhalten: Valerie Sophie Bäuerlein für ihr Romanprojekt „Koh Tao“, Konstantin Ferstl für sein Romanprojekt „Die Erfrorenen Lande“, Sibylla Hirschhäuser für ihr Romanprojekt „Seilschaften“ und Hrvoje Milkovic für sein Romanprojekt „Agram“. Das Stipendium für Übersetzungsprojekte erhält Andrea O‘Brien für ihre Übersetzung von „Sight“ von Jessie Greengrass. Im Bereich Kinder- und Jugendbuch werden 2019 erstmals zwei Stipendien vergeben. Sie gehen an Nina Basovic für ihr Kinderbuch „Leontine – oder warum Pinguine fliegen können“ und an Efua Traoré für ihr Jugendbuch „Die Hüter des Schlafes“.

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[LiSe 09/19] Ein Bücherschloss für Kinder

Die Internationale Jugendbibliothek in der Blutenburg feiert ihren 70. Geburtstag

Von Katrin Diehl

Es klingt wie im Märchen: Bücher, die von anderen Welten erzählen, Kinder, die behütet in einem verwunschenen Schloss ihre Köpfe in diese Bücher stecken, schauen und lesen, jedes in seinem Tempo, die interessiert sind an allem, was anders und fremd ist, immer mehr lesen und immer schlauer werden, die, wenn sie erwachsen sind, die Welt zu einer besseren machen, einer also ohne Krieg. (mehr …)