[LiSe 04/26] „Was liest du denn da?“ (Folge 3) Pelz heißt „Kürk“

Von Katrin Diehl

Eine junge Frau sitzt in der S-Bahn, den Kopf leicht gegen die Scheibe gelehnt. Es geht Richtung Ostbahnhof. Die junge Frau liest, ist versunken in dieser anderen Welt. Nicht ganz. Nicht ihr ganzer Körper jedenfalls. Die Beine wissen, was zu tun ist. An der nächsten Haltestelle steigt die junge Frau aus, die Augen fest fixiert an den Textzeilen. Das Buch liegt in der offenen Hand, der Daumen wendet die Seite, links oben geht es weiter. Dann ist die junge Frau verschwunden. (mehr …)

[LiSe 04/26] Rezension: Immer dazwischen

Safia Al Bagdadi schreibt über eine Familie ohne soziale und kulturelle Sicherheiten

Von Ursula Sautmann

Layla, die Protagonistin in „Unser Haus mit Rutsche“ von Safia Al Bagdadi, ist pleite und einsam. Sie leidet an einem Händewaschzwang. Sie hat ihre Eltern verloren, ohne dass diese gestorben wären. Und sie sehnt sich nach einer harmonischen Familie. (mehr …)

[LiSe 03/26] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für März diese Neuerscheinungen:

Jessica Berger Gross: Hazel sagt Nein
Lübbe

In der Hoffnung auf ein ruhigeres Leben ziehen die Blums vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. Gleich an ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: Jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Dieses Jahr ist sie die Auserwählte. Instinktiv sagt Hazel Nein – und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die gesamte Stadtgesellschaft auf den Kopf stellt. (mehr …)

[LiSe 03/26] Rezension: Unscheinbares Dasein

Peter Bechers Roman über das Leben eines Schulfreunds

Von Michael Berwanger

Für jeden von uns ist das eigene Dasein das Besondere schlechthin, auch wenn es für alle anderen banal erscheinen mag. Für uns selbst haben sich unsere Höhen und Tiefen fest in das Gedächtnis – und mehr noch – in das Gefühl eingegraben. Aber wie erzählt man interessant von einem gewöhnlichen Leben? (mehr …)

[LiSe 02/26] Neue Serie: „Was liest du denn da?“ (Folge 1)

„Nimm deinen Schmerz und nutze ihn“

Ein neues Jahr, eine neue Serie. Mit wie vielen Folgen? Mal sehen. In „Was liest du denn da?“ stellen wir Buchtitel vor, die uns ganz zufällig und wachen Auges in U-Bahnen, in Cafés oder auf der Bank im Park begegnet sind, in den Händen von Menschen, die sich lesend die Zeit vertreiben bis zum nächsten Halt oder dem Ende der Mittagspause. Wir beginnen in den Öffis. (mehr …)

[LiSe 02/26] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Februar diese Neuerscheinungen:

Florentine Joop: Sommer im Heckenrosental
Edition Outbird

Heißer Brandenburger Sommer, düstere Teiche, auftauchende Erinnerungen, die nach warmem Sand, Linden und geschmolzenem Teer duften – zwei Heimaten. Florentine Joop erzählt von der Begegnung mit ihrer „Lausmädel“-Freundin hinter einem grünen Hoftor. Gemeinsam erleben sie Abenteuer, aus denen eine wilde Kindheit gestrickt wird. Zwischen ihnen liegt nur ein Jahr, eine Band, die ABBA heißt, eine Kopflänge und eine innerdeutsche Grenze. Florentine Joop nimmt ihre Leser*innen mit in ihre Vergangenheit und erzählt darüber, wie es war, zwei Heimaten zu haben, und über die Angst, beide zu verlieren. Einer jener Romane aus den Tagen vor, während und nach der Wende, von denen es immer noch zu wenige gibt. (mehr …)