by LiSe | 28. Sep. 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Oktober diese Neuerscheinungen:
Simon Urban: German Glück
Kiepenheuer & Witsch
Ein brennender Tesla in der mecklenburgischen Provinz markiert den Nullpunkt: Roger Ross, frisch gefeuert, flieht in das Luxusresort „Eden“ und erfindet sich radikal neu. Doch das Hotel ist keine Zuflucht, sondern eine prunkvolle Endstation für die Illusionen unserer Zeit. Denn im „Eden“, dieser bröckelnden Festung des bundesdeutschen Wohlstands, klammern sich anscheinend alle Gäste an ein Leben, das längst Geschichte ist. Eine Bitterböse und zugleich rasend komische literarische Abrechnung mit dem schönen Schein, in der die deutsche Seele Wellness bucht und den Wahnsinn bekommt. (mehr …)
by LiSe | 28. Sep. 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Katrin Diehl
In bester Erinnerung ans gerade vergangene Oktoberfest wie die ebenfalls gerade vergangene Frankfurter Buchmesse (mit Tschechien als Gastland) soll hier noch einmal und in ganz eigener Aktualität (und wo doch jedes Danach ein Davor ist) an den großartigen tschechischen Architekten, Künstler, Illustrator und Autor Miroslav Šašek (1916 geboren in Prag, 1980 gestorben in Wettingen in der Schweiz) erinnert werden, vor allem an dessen großformatiges, so einladend lebensfrohes wie ästhetisch anziehendes und wunderschön gestaltetes Bilderbuch „München“. (mehr …)
by LiSe | 28. Aug. 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Edgar Selges zweiter Roman beschäftigt sich mit der Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg.
Von Michael Berwanger
In seinem Debütroman „Hast du uns endlich gefunden“ beschreibt der Schauspieler und Autor Edgar Selge sein Aufwachsen in einer Strafanstalt. Sein Vater war Direktor dieser Einrichtung– ein strenger Patriarch mit Hang zur Übergriffigkeit, der den Übergang von NS-Justiz zur Rechtspflege einer Demokratie noch nicht vollzogen hatte. Die Familie wohnte in der Dienstwohnung auf dem Areal des Gefängnisses, die Eltern gaben sich nach außen kunstsinnig-weltoffen, werden von Selge aber als verbohrt-regressiv geschildert. Dieses Setting ist auch die Ausgangslage für den zweiten Roman – „Juras letzter Winter“ – und sie ist es auch nicht. Selge hatte seinen Erstling aus dem Blickwinkel eines Zwölfjährigen geschrieben, nun blickt er – als „alter Mann“, wie er sich selbst bezeichnet – aus dem Heute zurück und verknüpft das Tagebuch eines Leningrader Jugendlichen aus dem Jahr 1941/42 mit den Erinnerungen an seine eigene Jugend. (mehr …)
by LiSe | 27. Juni 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen diese Neuerscheinungen:
Andréa Ager-Hanssen: Chaos
Hedda hat eine Lebenskrise. Ihre Masterarbeit raubt ihr den letzten Nerv, während sie von ihrem Freund, der ihr eigentlich zu Füßen liegt, schwanger ist. Und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf – Ex-Dotcom-Milliardär, charismatisch, ambitioniert, na ja: größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend. In der Folge trifft Hedda eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie, und diese Tradition schreibt sie mustergültig fort. (mehr …)
by LiSe | 27. Juni 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Im Rückspiegel
Die Idee, dass sich zwei alternde „Jungs“ (Ü 60) auf eine Reise zu ihren Wurzeln begeben, ist zugegebenermaßen nicht neu. Aber eine Roadnovel hat immer etwas Verführerisches. Martin Fuchs schickt in seinem Roman „Das endlose Blau“ nicht nur zwei alte Medien-Macker auf den Weg, sondern gesellt ihnen noch eine junge queere Person, die als Anhalter mitreist, und eine Exfreundin dazu, die erfreulich den Blickwinkel der Babyboomer um junge und weibliche bzw. diverse Themen erweitern. Ein geschasster Fernsehredakteur lässt sich spontan von seinem ehemaligen Kollegen, genannt „Chief“, zu einer Rundreise durch die Alpen bis an die ligurische Küste überreden. Beide haben Zeit, genügend Geld und einen protzigen Dienstwagen aus der Abfindung. Der Trip in die Vergangenheit nimmt interessante, manchmal pittoreske Wendungen. Es entsteht dabei das Abbild der westdeutschen Gesellschaft der 1970er Jahre. Dabei ist Fuchs’ Roman kein larmoyanter Abgesang. Eher lässt er uns über eigene Ansichten, Vorlieben und (Fehl-)Entscheidungen nachdenken. Ein sommerliches Lesevergnügen mit Tiefgang.
Michael Berwanger (mehr …)
by LiSe | 9. Juni 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Juni diese Neuerscheinungen:
Felicitas Fuchs: Rosen im Asphalt
Penguin
zwei starke Frauen und eine Freundschaft, die alle Widerstände überdauert: Linda wird 1956 in einem Hamburger Krankenhaus geboren und von ihrer Mutter zurückgelassen. Sie wächst bei ihren Großeltern und in Heimen in Armut auf, bis sie ein förderndes Zuhause findet. Im selben Jahr kommt Irmi in Köln zur Welt. Ihre wohlhabende Familie ist von der Krankheit der Mutter betroffen, und sie wird vorübergehend ins Ausland geschickt. Sechs Jahre später, als der Vater sie zurückholt, fühlt sich Irmi in ihrer eigenen Familie fremd. Trotz ihrer gegensätzlichen Hintergründe werden die beiden unzertrennlich. Ihre Freundschaft trägt sie durch fünf Jahrzehnte voller Verluste und Hoffnungen. (mehr …)