by LiSe | 27. Juni 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen diese Neuerscheinungen:
Andréa Ager-Hanssen: Chaos
Hedda hat eine Lebenskrise. Ihre Masterarbeit raubt ihr den letzten Nerv, während sie von ihrem Freund, der ihr eigentlich zu Füßen liegt, schwanger ist. Und dann taucht auch noch ihr Vater wieder auf – Ex-Dotcom-Milliardär, charismatisch, ambitioniert, na ja: größenwahnsinnig und immer gerade so am Rande der Legalität balancierend. In der Folge trifft Hedda eine Reihe semiguter Entscheidungen, denn semigute Entscheidungen liegen nun mal in der Familie, und diese Tradition schreibt sie mustergültig fort. (mehr …)
by LiSe | 27. Juni 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Im Rückspiegel
Die Idee, dass sich zwei alternde „Jungs“ (Ü 60) auf eine Reise zu ihren Wurzeln begeben, ist zugegebenermaßen nicht neu. Aber eine Roadnovel hat immer etwas Verführerisches. Martin Fuchs schickt in seinem Roman „Das endlose Blau“ nicht nur zwei alte Medien-Macker auf den Weg, sondern gesellt ihnen noch eine junge queere Person, die als Anhalter mitreist, und eine Exfreundin dazu, die erfreulich den Blickwinkel der Babyboomer um junge und weibliche bzw. diverse Themen erweitern. Ein geschasster Fernsehredakteur lässt sich spontan von seinem ehemaligen Kollegen, genannt „Chief“, zu einer Rundreise durch die Alpen bis an die ligurische Küste überreden. Beide haben Zeit, genügend Geld und einen protzigen Dienstwagen aus der Abfindung. Der Trip in die Vergangenheit nimmt interessante, manchmal pittoreske Wendungen. Es entsteht dabei das Abbild der westdeutschen Gesellschaft der 1970er Jahre. Dabei ist Fuchs’ Roman kein larmoyanter Abgesang. Eher lässt er uns über eigene Ansichten, Vorlieben und (Fehl-)Entscheidungen nachdenken. Ein sommerliches Lesevergnügen mit Tiefgang.
Michael Berwanger (mehr …)
by LiSe | 9. Juni 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Juni diese Neuerscheinungen:
Felicitas Fuchs: Rosen im Asphalt
Penguin
zwei starke Frauen und eine Freundschaft, die alle Widerstände überdauert: Linda wird 1956 in einem Hamburger Krankenhaus geboren und von ihrer Mutter zurückgelassen. Sie wächst bei ihren Großeltern und in Heimen in Armut auf, bis sie ein förderndes Zuhause findet. Im selben Jahr kommt Irmi in Köln zur Welt. Ihre wohlhabende Familie ist von der Krankheit der Mutter betroffen, und sie wird vorübergehend ins Ausland geschickt. Sechs Jahre später, als der Vater sie zurückholt, fühlt sich Irmi in ihrer eigenen Familie fremd. Trotz ihrer gegensätzlichen Hintergründe werden die beiden unzertrennlich. Ihre Freundschaft trägt sie durch fünf Jahrzehnte voller Verluste und Hoffnungen. (mehr …)
by LiSe | 30. Apr. 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Mai diese Neuerscheinungen:
Douglas Stuart: John of John
Hanser
Cal ist zurück und all das, vor dem er nach Edinburgh geflüchtet war, ist wieder da: das karge Leben auf den Hebriden, der windgepeitschte Kreislauf aus Schafzucht und Nächten am Webstuhl, die Enge der Inselgemeinschaft. Sein Vater John hat ihn nach Hause beordert, dem er all sein Wissen über Farben und Wolle verdankt, dessen Hingabe als Tweed-Weber er liebt und dessen presbyterianische Strenge er hasst. Sie sind einander so nah und kennen sich so wenig – blind für das wohlgehütete Geheimnis des anderen. Ein großer Roman über Verpflichtung und Verblendung, Liebe und Scham und die verwandelnde Kraft der Wahrheit. (mehr …)
by LiSe | 30. Apr. 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Lea Singers neuer Roman über die Queen von England
Von Stefanie Bürgers
Ausgerechnet dem 80-jährigen Maler Lucian Freud gewährt „Die Queen“ die Gunst, sie zu portraitieren. Der Enkel des berühmten Psychoanalytikers steckt nach Jahren des Erfolgs in einer Krise, und Queen Elisabeths Beliebtheit hat gerade unter der anfänglich verweigerten Anteilnahme am Tod Prinzessin Dianas gelitten. Eine Win-win-Situation also, sollte man meinen, doch die Szenerie ist provokant, denn das vom Künstler gewählte Leinwandformat ist kleiner als eine DIN-A4-Seite. Soweit die historischen Fakten. (mehr …)
by LiSe | 30. März 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Katrin Diehl
Eine junge Frau sitzt in der S-Bahn, den Kopf leicht gegen die Scheibe gelehnt. Es geht Richtung Ostbahnhof. Die junge Frau liest, ist versunken in dieser anderen Welt. Nicht ganz. Nicht ihr ganzer Körper jedenfalls. Die Beine wissen, was zu tun ist. An der nächsten Haltestelle steigt die junge Frau aus, die Augen fest fixiert an den Textzeilen. Das Buch liegt in der offenen Hand, der Daumen wendet die Seite, links oben geht es weiter. Dann ist die junge Frau verschwunden. (mehr …)