[LiSe 02/22] Empfehlung Sachbuch: Haarige Kunst

Kulturhistorische Betrachtung zur Bedeutung der Haare

Wer kennt sie nicht, die dramatischen, teilweise sogar traumatischen Friseurbesuche. Plötzlich ist die geliebte Haarpracht weg oder die Farbe wirkt im Licht ganz anders. Wovon hängt es ab, dass die Kunden mal zufrieden, dann auch wieder höchst verstört in den Spiegel des Salons blicken? Die Arbeit von Friseuren beruht auf technisch-handwerklichem Fachwissen und speziellen Fertigkeiten – aber auch auf der Interaktion mit den Menschen. Schließlich ist das Haar keineswegs nur ein lebloses Objekt. Es ist vielmehr höchst eigenwillig, eigensinnig und widerspenstig.

Die Autoren Hans G. Bauer und Fritz Böhle, beide Soziologen, beleuchten wenig bekannte und überraschende Seiten eines alten Berufs, bieten eine kulturhistorische Betrachtung der Bedeutung der Haare und zeigen in Mythen und Ritualen, dass Haare in der gesamten Menschheitsgeschichte eine wichtige Rolle spielen.

Darüber hinaus enthält das Buch soziodemografische Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage des Handwerks.
red

Hans G. Bauer, Fritz Böhle:
Haarige Kunst
174 S., 20 Abb. in Farbe
Hardcover + eBook
Springer Nature, Cham (CH) 22,99 Euro

[LiSe 01/22] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Januar diese  Neuerscheinungen:

Elif Shafak: Das Flüstern der Feigenbäume
Kein & Aber

Mitten im Bürgerkrieg auf Zypern verlieben sich die Türkin Defne und der Grieche Kostas ineinander. Sie werden durch die Unruhen getrennt und begegnen sich erst Jahre später wieder. Nach Großbritannien ausgewandert, gründen sie eine Familie. Weitere 16 Jahre später beginnt ihre Tochter Ada für ein Schulprojekt nach ihren Wurzeln zu forschen. Eine wechselvolle Familien- und Liebesgeschichte, bei der Elif Shafak immer wieder eine andere Facette beleuchtet. Bemerkenswert ist auch, dass hier ein Feigenbaum als allwissender Erzähler auftritt, was der Geschichte etwas Märchenhaftes verleiht. (mehr …)

[LiSe 01/22] Rezension: Senioren-WG?

Von Marie Türcke

Gesagt wird es eigentlich öfter, Udo Jürgens hat es besungen, das Leben wird nicht zwingend weniger mit dem Alter. Vielleicht wird es sogar mehr. Oder ganz neu.

Nach ihrem ersten gemeinsamen Buch, „Das Schönste an uns sind wir“, in dem sich die beiden Autorinnen mit den Jahren zwischen 50 und 60 auseinandersetzen, stellen Christiane Hastrich und Barbara Lueg die nur logische nächste Frage: Was dann? (mehr …)

[LiSe 12/21] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Dezember diese Neuerscheinungen:

Colin Niel: Nur die Tiere
Lenos Verlag

Das französische Zentralmassiv – die Landschaft ist karg, das Leben der Bauern hart. Mitten im strengen Winter verschwindet eine Frau. Aus wechselnden Perspektiven wird die Suche nach der Vermissten geschildert, und wie bei einem Puzzle ergibt sich nach und nach ein vollständiges Bild über die Ereignisse vor dem Verschwinden, während der Suche und danach. Ein beklemmender, manchmal düsterer Kriminalroman mit einem unerwarteten Ende, aber auch eine Geschichte von Einsamkeit und der Sehnsucht nach Wärme und Liebe. (mehr …)

[LiSe 12/21] Empfehlungen der Redaktion

Der Wolf in uns
Von Michael Berwanger

Palo Alto, ein kleiner wohlhabender Ort im Silicon Valley. Das israelische Ehepaar Lilach und Michael Schuster ist vor 16 Jahren dorthin gezogen, um Karriere zu machen und ein vermeintlich sichereres Leben zu führen. Als in der Synagoge ein Attentat verübt wird, schließt sich der bis dahin eher schüchterne Sohn Adam einer Selbstverteidigungsgruppe an und entwickelt sich zu einem wachsamen Kämpfer. Beim Tod eines farbigen Mitschülers kippt die öffentliche Meinung, und Adam gerät unter Verdacht. Der Trainer der Gruppe, Uri Ziv, ein ehemaliger Elitesoldat, nimmt dabei eine undurchsichtige Haltung ein und wird zur Projektionsfläche aller Beteiligten. (mehr …)