by LiSe | 3. März 2026 | Blog, Titelgeschichte
Von Katrin Diehl
Die Wesen aus dem Mumintal schaffen es als Tattoos auf Ober- wie Unterarmen. Sie zieren obere Nackenwirbel, machen das Muskelspiel der Waden mit. Und wer weiß, wo sie sonst noch voller Zärtlichkeit und hautnah in Erscheinung treten. Jedenfalls stehen sie für etwas und demonstrieren: Hier ist jemand ein*e Muminian (gibt es dieses Wort?), hier fühlt sich jemand angezogen von den philosophischen Untiefen der Muminwelt und deren erstaunlichen, seltsam geformten Wesen, die voller Melancholie, Gelassenheit und vor allem voller erstaunlicher Fragen stecken. Umrandet werden diese Geschöpfe von einer klaren, dickschwarzen Linie. Minimalistische Details typisieren und charakterisieren sie. Kurz: Die Mumins, der Schnupferich, der Sniff, das Snorkfräulein, die Mü, der Morra und wie sie sonst noch alle heißen, sind neben allem anderen eben auch ästhetisch sehr fein designte Grafikwesen, die schön sind und Laune machen und die ganz mühelos Tassen, Tücher und T-Shirts schmücken. (mehr …)
by LiSe | 30. Jan. 2026 | Blog, Titelgeschichte
Von Ursula Sautmann
Fifi lebt in einem Hochhaus mit vielen Fenstern. Hinter diesen Fenstern leben viele unbekannte Menschen, und sie sehen traurig aus. Da muss sie etwas machen, findet Fifi, und sammelt, was Menschen wegwerfen oder einfach stehen lassen: Spülmaschine, Gießkanne, Leiter, Wäscheleine, Regenschirm, Stuhl und vieles mehr. Fifi baut die Dinge aufeinander, ineinander und nebeneinander, das Gebilde, die Maschine, wird größer und größer. Neugierig schauen die Mitbewohner*innen und denken bei sich, was soll das werden. Fifi spürt, jetzt braucht die Maschine Hilfe, sie lädt zum Fest, und die Menschen beginnen zu spielen, zu reden und zu lachen – nicht nur die Maschine erwacht zum Leben. „I think we’ve got it working“ („Ich denke, es läuft“), sagt ihr Vater. „Can we invent something new? Together?“ („Können wir was Neues erfinden? Gemeinsam?“), will Fifi wissen. (mehr …)
by LiSe | 29. Dez. 2025 | Blog, Titelgeschichte
Und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste war Michael Krüger auch (von 2013 bis 2019).
Von Katrin Diehl
Dieser Mann hat höchste Verdienste an der Literatur, der deutschen wie der internationalen. Er hat höchste Verdienste am literarischen Deutschland, an München als Kultur- und Literaturstadt, das unter seiner „Ägide“ noch mal so richtig – tja – zum Leuchten kam. Und selbstverständlich hat er auch ganz schön viel fürs deutsche Verlagswesen getan, denn der vergleichende Blick blieb den Kolleg*innen ja nicht erspart. Wie schwer ist es, wirtschaftlich zu bleiben und sich dennoch dem Schönen, Guten, Seltenen, Anspruchsvollen und immer wieder auch der Lyrik … in schmucken Ausgaben zuwenden zu können? (mehr …)
by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Titelgeschichte
Ein literarischer Streifzug durch Essgewohnheiten an Weihnachten
Was gibt es bei Ihnen an Heiligabend zu essen? Fondue mit Filetspitzen und sieben exotischen Saucen, Fünfgängemenü – von Forellenmousse über Gänsebraten bis Creme Bavaroise – oder traditionell Würstel mit Kartoffelsalat? Kein Tag im Jahr ist so mit Bedeutung überladen wie der 24. Dezember. Und damit auch seine Festtafel. Sie gibt dem Tag den äußeren Rahmen für alle Erwartungen und Enttäuschungen und spiegelt die Schicksale der Festgäste. (mehr …)
by LiSe | 30. Okt. 2025 | Blog, Titelgeschichte
Von Katrin Diehl
„Jella Lepman und ihre Bibliothek der Träume“, ein Bilderbuch für Jugendliche und junge Erwachsene, ist eine Verneigung vor einer Frau, die allzu lange unbeachtet gewesen ist. Erst seit den 2000er Jahren gibt es, vor allem aus Kreisen der an Kinder- und Jugendliteratur wie deutsch-jüdischer Kulturgeschichte Interessierten, Bemühungen, die sehr besondere, kluge und durchsetzungsstarke Frau nach vorne zu holen. Es wird geforscht und entdeckt, erkannt auch, wie lückenhaft sich ihr Leben noch immer darstellt. Lepman ist mit Auskünften zur eigenen Person, dem eigenen, alles andere als einfachen Leben äußerst zurückhaltend gewesen ist. Es ging ihr um die Sache. (mehr …)
by LiSe | 1. Okt. 2025 | Blog, Titelgeschichte
Von Michael Berwanger
Städtische Bibliotheken sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil öffentlichen Lebens, die allen Personen einen kostenfreien Zugang zu Bildung gewährleisten. Städte und Kommunen wenden einen nicht unwesentlichen Teil ihres Kulturetats für den Erhalt ihrer Bibliotheken auf. In Zeiten von Sparzwang und Umverteilung öffentlicher Gelder sehen viele mit Sorge in die Zukunft. Rückläufige Nutzerzahlen und sich ändernde Lesegewohnheiten scheinen dabei die staatlichen Sparvorstellungen zu bestärken. (mehr …)