Erste Zugänge: Manuskripte der Autorinnen Volha Hapeyeva und Rania Mleihi
Mit „Voices of Exile“ eröffnet die Monacensia eine neue Sammlungslinie für Exil‑ und Diaspora‑Autor*innen in München. Sie erweitert damit ihren langjährigen Exil‑Schwerpunkt und stärkt die Sichtbarkeit vielsprachiger Gegenwartsliteratur. Zum Auftakt übergeben zwei in München lebende Künstlerinnen am 7. März 2026 ihre Manuskripte an die Monacensia.
Manuskripte von Volha Hapeyeva
Die Minsker Autorin Volha Hapeyeva übergibt der Monacensia am 7. März 2026 im Rahmen des „Tag der Archive“ mehrere Manuskripte aus ihrem aktuellen Werk – darunter Arbeitsfassungen zu Camel Travel, Trapezherz und Wörterbuch einer Nomadin, frühe bislang unveröffentlichte Texte sowie zwei seltene Monografien, die aufgrund politischer Repressionen in Belarus nicht mehr verfügbar sind. Die Materialien dokumentieren ihren vielsprachigen Schreibprozess zwischen Belarussisch und Deutsch und geben Einblick in die Entstehung ihrer Lyrik, Prosa und Essays. Ihre Übergabe an die Monacensia besitzt hohen ideellen Wert – insbesondere für belarussisch Sprechende – und stellt sicher, dass diese Texte langfristig öffentlich zugänglich bleiben.
Volha Hapeyeva, geboren 1982 in Minsk, ist Lyrikerin, Autorin, Übersetzerin und promovierte Linguistin. Ihre Gedichte erscheinen in über 15 Sprachen. Auf Deutsch veröffentlichte sie Mutantengarten (2020), Camel Travel (2021) und Die Verteidigung der Poesie in Zeiten dauernden Exils (2022). Sie war Writer-in-Exile des PEN-Zentrums Deutschland (2021/2022) und DAAD Artists-in-Berlin Fellow (2022). Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Wortmeldungen Literaturpreis 2022. Volha Hapeyeva lebt in München.
Manuskripte von Rania Mleihi
Die syrische Theatermacherin Rania Mleihi, die 2015 aus Damaskus nach Deutschland kam, übergibt das Manuskript zu ihrer dreisprachigen Soloperformance My Personal Ten Years: mit zwei historischen Ereignissen: dem 10. Jahrestag von Angela Merkels vielzitiertem „Wir schaffen das“ und dem jüngsten Umbruch in Syrien nach der Flucht von Diktator Bashar al-Assad. Daraus entsteht ein vielschichtiges künstlerisches Werk, in dem auch München eine zentrale Rolle spielt. Rania Mleihi ist Dramaturgin, Regisseurin, Autorin und Performerin. Geboren in Damaskus, arbeitete sie am Nationaltheater, gründete ein eigenes Ensemble und gastierte anderem beim Edinburgh Festival. Seit 2015 lebt sie in Deutschland und war u.a. als Dramaturgin an den Münchner Kammerspielen, am Staatstheater Hannover und am Theater an der Ruhr tätig. Sie ist Mitbegründerin des Open Border Ensembles und Initiatorin der Projekte „Habibi Kiosk“, von „Sisterhood Damascus“ sowie der Talkshow-Reihe „Arabesque“. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Dramaturgin und künstlerische Leiterin des Begegnungsformates „Yalla Yalla“ am Staatstheater Nürnberg. Rania Mleihi lebt in München.
Tag der Archive 2026
Zum Tag der Archive am 7. März 2026 rückt die Monacensia Exil und Diaspora in der
Gegenwartsliteratur in den Mittelpunkt. Kurzvorträge und Führungen geben Einblick in
Archivdokumente, die die Vielsprachigkeit des literarischen Arbeitens in München sichtbar machen. Um 14.30 Uhr sprechen Volha Hapeyeva und Rania Mleihi, moderiert von Anke Buettner, über literarische Heimaten und die Bedeutung des Archivs