Die Tolstoi-Bibliothek ist umgezogen

Die Tolstoi-Bibliothek und die Sozialberatung des Tolstoi Hilfs-und Kulturwerks e.V. mussten nach fast 60 Jahren in der Thierschstraße am Isartorplatz eine neue Heimat finden. Nach langwieriger Suche bezogen Bibliothek und Sozialberatung zum 1. Juli 2022 neue Räume in der Aldringenstraße 4. (mehr …)

Andrej Kurkow erhält den Geschwister-Scholl-Preis 2022

Der Geschwister-Scholl-Preis 2022 wird an den Schriftsteller Andrej Kurkow, einer der bekanntesten Romanciers und politischen Intel- lektuellen der Ukraine, für sein „Tagebuch einer Invasion“ vergeben. Über die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises haben am 13. Oktober der Kulturausschuss des Stadtrats und der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e. V. beschlossen. Mit dem in diesem Jahr zum 43. Mal vergebenen Geschwister-Scholl-Preis wird jährlich ein Buch ausgezeichnet, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen und intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. (mehr …)

Tukan-Preis der Landeshauptstadt München für Martin Kordić

Der diesjährige Tukan-Preis wird an Martin Kordić für seinen Roman „Jahre mit Martha“ vergeben. Der mit 8.000 Euro dotierte Tukan-Preis zeichnet jährlich eine sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung aus. In die Auswahl kommen alle belletristischen Veröffentlichungen von Münchner Autorinnen und Autoren. Über die Vergabe beschloss der Kulturausschuss am 13. Oktober auf Empfehlung einer Jury. Zur Diskussion standen in diesem Jahr insgesamt 54 Bücher, die von der Jury in fünf Sitzungen besprochen und bewertet wurden. (mehr …)

Literaturfest München 2022

Das 13. Literaturfest München findet vom 16.11. bis 04.12.2022 erstmals nach der Corona-Pandemie wieder im größeren Format statt. Kernstück des Festivals ist erneut das von einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller kuratierte zehntägige Programm „Forum“, das dieses Jahr vom 16. bis 25.11. läuft. Gestaltet wird es von der aus der Ukraine stammenden und in Wien lebenden Autorin Tanja Maljartschuk und trägt das Motto „frei sein – Mitteleuropa neu erzählen“.
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[LiSe 10/22] Spanien ruft … und die Frankfurter Buchmesse sowieso

Von Katrin Diehl

Oktober ist gleich Buchmesse, ist Frankfurt mit einem Gastland, das sich zeigen darf, und das in diesem Jahr Spanien heißt. Wir haben „spanische Münchner*innen“ gesucht, Menschen, die in der Spanischen Literatur zuhause sind, weil sie mit ihr arbeiten, weil sie auf diese oder jene Art in ihr Heimat finden und weil sie die Kompetenz besitzen, Empfehlungen auszusprechen.

María José Perdices, Begoña Colmenero, Ainhoa Bacaicoa, Mitarbeiterinnen des „Instituto Cervantes München“, sind ganz und gar für die Nutzer*innen des spanische Kulturinstituts da. Alles andere steht hintenan. Deshalb ließen sie ihre Bibliotheksbesucher*innen entscheiden und wählten als Empfehlung in großer Begeisterung ein Buch, das in der dortigen Bibliothek ein Dauerbrenner ist und das sie ebenfalls selbst sehr schätzen. Es ist: „Papyrus. Die Geschichte der Welt in Büchern“ von der spanischen Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Irene Vallejo: (mehr …)

[LiSe 10/22] Kolumne: Rekordverdächtig

Endlich ist es wieder da, das Guinness Buch der Rekorde, jener Wälzer mit Verrenkungen und Sammelfleiß in Superlativen, von „Größter Höhe auf Heißluftballon stehend“ (Seite 1) bis „Teuerster versteigerter Sport-Fanartikel“ (Seite 247). Dabei verweist das Buch im Titel schon auf die Zukunft: „Guinness World Records 2023“. Das bedeutet, die Verantwortlichen, wie der Globale Präsident Alistair Richards, wissen heute, 2022, schon, was morgen, 2023, an Speed-Klöppeln, Weltall-Turnen und Hochgeschwindigkeits-Kochen die Gesellschaft voranbringen wird. Dagegen ist – beispielsweise – der Versuch, einen Krieg mit diplomatischen Mitteln zu befrieden, geradezu Kinderkram. (mehr …)

[LiSe 10/22] Jung und schreibend (Folge 12): Die Prinzessin lebe hoch

Rebecca Faber holt Elizabeth Stuart nach vorne

Von Katrin Diehl

Es ist ihr erstes Romanprojekt. Sie befindet sich auf Seite 60. Und obwohl es ihr erstes ist, hat sie einen stabilen Stand, wirkt sicher und gut orientiert innerhalb des Schreibprozesses. Das Ganze ist erst einmal open end getaktet, das bedeutet: schreiben ohne Zeitdruck, ohne Verlagsfestlegung. Und doch gibt es, und da spürt man auch die promovierte Literaturwissenschaftlerin, recht genaue Vorstellungen, Einordnungen, Ansprüche, vor allem das richtige Gefühl für literaturtauglichen Stoff, die Ortung ihres SchreiberInnenzustands, den strukturierten Plot-Plan (und das heißt nicht, dass man sich beim Schreiben nicht noch von seinen ProtagonistInnen überraschen lassen könnte), denn Rebecca Faber (32) ist ja auch Literaturvermittlerin (u. a. Mitbetreiberin der Lesereihe LIX), interessierte Mitmacherin von Texttreffen in diesen oder jenen Wohnzimmern, Küchen, hat mit anderen zusammen einen feministischen Blog (wepsert.de), ist auch journalistisch unterwegs… Und dass da jetzt vor ein paar Wochen in England die Queen gestorben ist, bringt sie und alle, die der Welt, die ihre werdende Story ausmacht, etwas abgewinnen können, dem Romangeschehen noch einmal ein Stück näher. (mehr …)

[LiSe 10/22] Lyrische Kostprobe: Sonntags dichten

„Dichten macht Spaß“, meint Irmgard Rosina Bauer, und sie tat es ein Jahr lang jeden Sonntag und ehrte mit einem Gedichtband ihren Lieblingswochentag. Sie ist 1956 in München geboren „und von da nicht mehr weggekommen“, sagt sie, „dafür bin ich halt öfter mal verreist und kann darüber in meinen Büchern schreiben“. Auch ihre vier Kinder, alle in München geboren und aufgewachsen, fungieren hie und da als Hauptfiguren. (mehr …)