[LiSe 11/22] Rezension: Wagen ans Unmittelbare

Grete Weils bisher unveröffentlichtes Erstlingswerk  „Der Weg zur Grenze“

Von Katrin Diehl

Wenn man genau hinsieht, erkennt man am Revers der Wanderjacke eine Blume stecken. Könnte ein Edelweiß sein. Die junge Grete Weil, geborene Margarete Dispeker, sitzt mit zerzausten Haaren auf den Kalksteinen irgendeines wilden Berges und schaut gegen die Sonne in die Kamera. Wer will, kann in ihrem Blick auch einiges an Melancholie erkennen, an Wehmut und Ahnung von den dunklen Wolken, die aufsteigen. Gut möglich, das ist ein „Selfie“, denn sie verstand sich ja aufs Fotografieren. Dieses berührende schwarzweiß Bild, das den Bucheinband schmückt, findet sich im Archiv der Monacensia, wo auch das bisher unveröffentlichte Manuskript bereit lag, ihr „Erstlingswerk“, geschrieben 1944/45 im Amsterdamer Exil, dort im Versteck: einem Zimmerchen hinter einer vorgerückten Bücherwand. (mehr …)

Monacensia erwirbt das Blumenbar-Verlagsarchiv

Die Monacensia im Hildebrandhaus erwirbt das umfangreiche Blumenbar-Verlagsarchiv. Dieses war ab Ende der 90er Jahre stilbildend für die junge literarische Szene. 25 Jahre später übergeben nun die Verlagsgründer Wolf Farkas und Lars Birken-Bertsch dem literarischen Gedächtnis der Stadt München das umfangreiche Verlagsarchiv aus den Jahren 1997 bis 2012. (mehr …)

Die Tolstoi-Bibliothek ist umgezogen

Die Tolstoi-Bibliothek und die Sozialberatung des Tolstoi Hilfs-und Kulturwerks e.V. mussten nach fast 60 Jahren in der Thierschstraße am Isartorplatz eine neue Heimat finden. Nach langwieriger Suche bezogen Bibliothek und Sozialberatung zum 1. Juli 2022 neue Räume in der Aldringenstraße 4. (mehr …)

Andrej Kurkow erhält den Geschwister-Scholl-Preis 2022

Der Geschwister-Scholl-Preis 2022 wird an den Schriftsteller Andrej Kurkow, einer der bekanntesten Romanciers und politischen Intel- lektuellen der Ukraine, für sein „Tagebuch einer Invasion“ vergeben. Über die Vergabe des mit 10.000 Euro dotierten Preises haben am 13. Oktober der Kulturausschuss des Stadtrats und der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e. V. beschlossen. Mit dem in diesem Jahr zum 43. Mal vergebenen Geschwister-Scholl-Preis wird jährlich ein Buch ausgezeichnet, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen und intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. (mehr …)

Tukan-Preis der Landeshauptstadt München für Martin Kordić

Der diesjährige Tukan-Preis wird an Martin Kordić für seinen Roman „Jahre mit Martha“ vergeben. Der mit 8.000 Euro dotierte Tukan-Preis zeichnet jährlich eine sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung aus. In die Auswahl kommen alle belletristischen Veröffentlichungen von Münchner Autorinnen und Autoren. Über die Vergabe beschloss der Kulturausschuss am 13. Oktober auf Empfehlung einer Jury. Zur Diskussion standen in diesem Jahr insgesamt 54 Bücher, die von der Jury in fünf Sitzungen besprochen und bewertet wurden. (mehr …)

Literaturfest München 2022

Das 13. Literaturfest München findet vom 16.11. bis 04.12.2022 erstmals nach der Corona-Pandemie wieder im größeren Format statt. Kernstück des Festivals ist erneut das von einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller kuratierte zehntägige Programm „Forum“, das dieses Jahr vom 16. bis 25.11. läuft. Gestaltet wird es von der aus der Ukraine stammenden und in Wien lebenden Autorin Tanja Maljartschuk und trägt das Motto „frei sein – Mitteleuropa neu erzählen“.
(mehr …)

[LiSe 10/22] Spanien ruft … und die Frankfurter Buchmesse sowieso

Von Katrin Diehl

Oktober ist gleich Buchmesse, ist Frankfurt mit einem Gastland, das sich zeigen darf, und das in diesem Jahr Spanien heißt. Wir haben „spanische Münchner*innen“ gesucht, Menschen, die in der Spanischen Literatur zuhause sind, weil sie mit ihr arbeiten, weil sie auf diese oder jene Art in ihr Heimat finden und weil sie die Kompetenz besitzen, Empfehlungen auszusprechen.

María José Perdices, Begoña Colmenero, Ainhoa Bacaicoa, Mitarbeiterinnen des „Instituto Cervantes München“, sind ganz und gar für die Nutzer*innen des spanische Kulturinstituts da. Alles andere steht hintenan. Deshalb ließen sie ihre Bibliotheksbesucher*innen entscheiden und wählten als Empfehlung in großer Begeisterung ein Buch, das in der dortigen Bibliothek ein Dauerbrenner ist und das sie ebenfalls selbst sehr schätzen. Es ist: „Papyrus. Die Geschichte der Welt in Büchern“ von der spanischen Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Irene Vallejo: (mehr …)