by LiSe | 29. Apr. 2021 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Das abenteuerliche Leben des Ernst Papanek
Von Katrina Behrend Lesch
Auf Wiedersehen, Kinder“, sagt Pater Jean zu seinen Schülern, als er von der Gestapo abgeführt wird. Eine Schlüsselszene aus Louis Malles Film von 1987, in dem der Regisseur seine Kindheitserlebnisse in einem französischen Internat während der deutschen Besatzung verarbeitet. Das jähe und schmerzvolle Ende, das seine Freundschaft mit einem jüdischen Jungen durch dessen Abtransport fand, beschäftigte ihn sein Leben lang. Bewusst hat Lilly Maier diese Worte als Titel für ihre Biografie über Ernst Papanek gewählt, denn auch er musste immer wieder Abschied von „seinen“ Kindern nehmen, zuerst in Wien, dann in Frankreich und auch in Amerika, blieb ihm das nicht erspart. Wer war dieser Mann, den die Autorin eine völlig zu Unrecht vergessene „Ikone der österreichischen, ja der internationalen Pädagogik“ nennt? (mehr …)
by LiSe | 29. Apr. 2021 | Blog, Vermischtes
Digitale Bücherstände und Mitmach-Angebote
Nicht schon wieder“ mögen Kinder und ihre betreuenden Erwachsenen denken, wenn sie lesen, dass auch in diesem Jahr die Bücherschau in weiten Teilen digital stattfindet. Doch die Veranstalter – die bayerische Sektion des Börsenvereins und das Münchner Kulturreferat – setzen beileibe nicht allein auf Vorlesevideos, die übrigens in vielen Sprachen zur Verfügung stehen. Spannend wird es, wenn Musik, Abenteuerspiele, Yoga und Backtipps für den Muttertag hinzukommen. (mehr …)
by LiSe | 7. Apr. 2021 | Blog, Vermischtes
Die Crespo Foundation ruft junge Autor*innen dazu auf, sich für den mit insgesamt 15.000 Euro dotierten WORTMELDUNGEN-Förderpreis zu bewerben. „Vom Unsichtbaren schreiben, die Gegenwart sehen. Wie tritt der Klimawandel in Erscheinung?“ lautet die Fragestellung, die in diesem Jahr von Marion Poschmann, Trägerin des WORTMELDUNGEN-Literaturpreises 2021, formuliert wurde. (mehr …)
by LiSe | 6. Apr. 2021 | Blog
Der Dresdner Lyrikpreis wird zur Förderung des gegenwärtigen poetischen Schaffens durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden ausgelobt und alle zwei Jahre vergeben. Im November 2022 wird der mit 5.000 Euro dotierte Preis zum vierzehnten Mal verliehen. (mehr …)
by LiSe | 28. März 2021 | Blog, Titelgeschichte
Ein historischer Roman zeigt Momentaufnahmen aus der Münchner Nachkriegszeit
Von Stefanie Bürgers
Kriegsende. Unverstellt reicht der Blick vom Hauptbahnhof bis zur Josephskirche. Von der Maxvorstadt steht nicht mehr viel. Sechs Frauen aus drei Generationen und ein junger Mann sind eng zusammengerückt in einer Wohnung bei der Tante in der Ismaninger Straße in Bogenhausen, denn ein Teil der Familie hat das Zuhause in der Adalbertstraße beim Bombenangriff verloren. Glück haben sie alle, meint die Autorin Teresa Simon, denn sie hatten den Krieg überlebt. (mehr …)
by LiSe | 28. März 2021 | Blog, Kolumne
Damals auf dem Kickelhahn in Thüringen, vor gut 240 Jahren, wir haben das Jubiläum leider knapp verschlafen, im September 1780, hat die müde Hand des Weimarer Legationsrats, Chef der Bergbau- und Kriegskommission, ein paar unsterbliche Zeilen mit Bleistift ins Holz geritzt, etwa „in allen Wipfeln spürest du“ und „die Vögelein schweigen im Walde“. Ins Holz einer alten Schutzhütte, die später abgebrannt ist, man weiß nicht mehr ganz genau, wie der Originaltext eigentlich hieß. Und das mit dem „Bleistift“ wird einfach auch immer weitererzählt, obwohl es den damals noch gar nicht so gab. Ein Stück Graphit vielleicht, zugespitzt, ja, an dem er sich die Hände schmutzig machte, der Dichter J. W. Goethe, noch ohne „von“, und wer noch dabei war, ist auch nicht sicher. (mehr …)
by LiSe | 28. März 2021 | Blog, Lyrische Kostprobe
Der 1965 geborene Autor Armin Steigenberger war von 1998 bis 2000 Vorsitzender des Münchner Literaturbüros. Seit 2001 ist er Schriftsteller und Lektor, organisiert Lesungen sowie Schreibseminare. Er arbeitet als Moderator für das poesie[magazin] des Radiosenders LORA München, schreibt Lyrik, aber auch Romane, Theaterstücke und Rezensionen und ist Mitherausgeber der Literaturzeitschrift außer.dem.
windmühle, -hose
die arme rudern wild, als krähten bretter.
da dreht sich was, mahlt schatten, kreist im wind.
was kreißt da nur? wächst aus dem schrot ein kind?
aus weizenslust ein innres brausen? wetter- (mehr …)
by LiSe | 28. März 2021 | Blog, Vermischtes
Der Nachlass Grete Weils in der Monacensia
Von Katrin Diehl
Eines der „Objekte“, das zu dem in der Monacensia aufbewahrten Nachlass der Schriftstellerin Grete Weil (1906-1999) gehört, schiebt die wunderbaren Jahre, die sie hatte, weit, weit weg, die „unglaublich glückliche“ Kinderzeit, das viele Spielzeug, die lieben Menschen, die Tage in Egern am Tegernsee… „Ein Ort, in dem man zu Hause ist, wirklich zu Hause, auch dann noch, als über dem Ortsschild ein Transparent mit der Aufschrift hängt: ‚Juden betreten den Ort auf eigene Gefahr‘ “, schrieb Grete Weil 1998 in ihrer Autobiografie „Leb ich denn, wenn andere leben“. Wolken zogen da auf, aber schön war es immer noch. Auch in der Stadt, in München, in der herzeigbaren Stadtvilla. Der Herr Vater, Siegfried Dispeker, ein angesehener „Geheimer Justizrat“, und seine Frau Bella empfingen gerne Gäste und auch der elf Jahre ältere Bruder Fritz war durchaus präsentabel, ein Frontkämpfer des Ersten Weltkriegs mit Verdiensten. Der Grete geht es so richtig gut. „Ich war wahnsinnig verwöhnt. Ich brauchte nichts zu tun, brauchte nur da zu sein, wurde geliebt“, sollte sie später einmal sagen. (mehr …)