Wann

10.06.2026    
19:30 - 22:00

Wo

Münchner Künstlerhaus
Lenbachplatz 8, München

Veranstaltungstyp

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André Chénier – Carl Philipp Emanuel Bach
Eine musikalisch-literarische Begegnung
Herbeigeführt von Simon Werle und Irmela Roelcke

Sie sind sich nie begegnet, und doch haben sie miteinander zu tun. Der eine war Dichter – und ist heute vielerorts nur als Titelheld einer Oper bekannt. Der andere stand zeitlebens im Schatten seines berühmten Vaters: André Chénier und Carl Philipp Emanuel Bach.
André Chénier gilt als bedeutendster französischer Lyriker des 18. Jahrhunderts, insbesondere als Vorläufer der Romantik. Überzeitliche Geltung erlangte sein Schaffen allerdings erst durch sein leidenschaftliches Engagement als wirkmächtiger anti-jakobinischer Publizist, verfolgt und eingekerkert im Kampf gegen Tyrannei und Willkür. Die hier in neuer deutscher Übersetzung von Simon Werle vorgestellten Gedichte des Autors schlagen einen Bogen von seinen klassizistischen Anfängen bis zum fulminanten Spätwerk, in dem sich parallel zur politischen Umwälzung auch eine poetologische Revolution vollzog.
Irmela Roelcke präsentiert dazu passend Klavierwerke Carl Philipp Emanuel Bachs. Sie korrespondieren mit der Entwicklung des Dichters. Wie die frühen Texte Chéniers einem klassizistischen Ideal folgen, schreibt Bach auf die konventionelle Form der Folie d’Espagne 12 Variationen, die als Vorboten frühromantischer Ausdrucksästhetik gelten können.