Der Schriftsteller Friedrich Ani wird mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt München 2026 ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird, alternierend mit dem Publizistik- und Übersetzungspreis, alle drei Jahre für ein herausragendes literarisches Gesamtwerk vergeben. Ausgezeichnet werden Schriftsteller*innen, deren Werke in Stil und Gehalt hohe Qualität aufweisen und München als Literaturstadt Geltung und Ansehen verschaffen. Zur Verleihung am Dienstag, 14. Juli, sprechen Stadträtin Anne Hübner (SPD-Stadtratsfraktion) in Vertretung des Oberbürgermeisters und Kulturreferent Marek Wiechers. Die Laudatio hält der Literaturkritiker und Publizist Thomas Wörtche. Die Veranstaltung findet mit geladenen Gästen statt.
Die Jurybegründung: „Friedrich Ani kennt man seit 30 Jahren als herausragenden, originellen und vielfach preisgekrönten Krimi-Autor. Der Münchner Schriftsteller ist aber weit mehr. Ani schreibt Gedichte, Hörspiele, Drehbücher, Theaterstücke. Sein Roman ‚Die unterirdische Sonne‘ (2014) ist eine aufwühlende Auseinandersetzung mit dem Thema Jugendgewalt. Und in ‚Schlupfwinkel. Fantasien über eine fremde Heimat‘ (2025) hat sich Ani auf eindringliche, bewegende Weise als Sohn einer ‚Heimatvertriebenen‘ aus Schlesien und eines syrischen Studenten mit der eigenen Herkunft befasst. Die Literatur erscheint darin als Fluchtort, als ‚Schlupfwinkel‘. Und von Menschen, die flüchten, die verschwinden, wird auch in Anis Krimis erzählt. Um Mord und Totschlag geht es darin auch. Aber noch weit mehr um das Hin(ein)schauen in die Gegenwart. Weswegen uns Ani literarisch auch in kein touristisches Weißwurst-München und stattdessen in weniger bekannte Seitenstraßen der Stadt führt. Das alles macht er mit einer genauso poetischen wie klaren Sprache, mit psychologischem Tiefblick, der neben zahlreichen Abgründen vor allem die Einsamkeit der Menschen offenbart. Und für dieses vielseitige, tiefgründige Lebenswerk erhält Friedrich Ani den Literaturpreis der Stadt München.“
Informationen auch unter www.muenchen.de/literaturpreis.
