Veranstaltungstermin: Dienstag, 16. Juni 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referent: Dr. Filip Bláha (Kladno/Kladen, Böhmen/Tschechien)
In Kooperation mit: Adalbert-Stifter-Verein – Kulturinstitut für die böhmischen Länder
Der Vortrag beleuchtet die dramatischen Umbrüche im Prager Stadtteil Holešovice zwischen 1939 und 1945. Anhand konkreter Orte werden individuelle Lebensgeschichten sichtbar: jüdische Familien vor ihrer Deportation, deutschsprachige Bewohner zwischen Anpassung und Karriere im NS-System sowie Deutsche, die im Mai 1945 Verhaftung, Internierung und Vertreibung erlebten.
Im Mittelpunkt stehen Biographien wie jene der Familie Popper oder der Schriftstellerinnen Olga Barényi und Olly Komenda-Soentgerath. Ihre Erfahrungen zeigen, wie politische Radikalisierung, Besatzung, Gewalt und Vergeltung in einem urbanen Raum aufeinandertreffen. Der Vortrag verbindet Mikrogeschichte mit Stadtgeschichte und macht deutlich, wie eng Täter-, Opfer- und Mitläufergeschichten in einem einzigen Viertel miteinander verflochten waren.
