[LiSe 05/17] Münchens literarische Orte (Folge 11)

Alles im Fluss

Am 20. Mai geht es mit „Hörgang“ und Autoren durch Bogenhausen

Von Stefanie Bürgers

Man stelle sich vor: Unten rauscht die Isar, oben lauscht eine Gruppe von Menschen einer Lesung. Wie schön, so ein zufälliges Zusammentreffen von Muße und Darbietung an so einem exponierten Ort. Das Oberföhringer Stauwehr ist bekannt als Tatortkulisse, Fundort von allerlei Schwemmgut. Den Münchnern dient es oben als verbindende Brücke zwischen rechtem Isar-ufer und Englischem Garten. Spannend, was hier vor sich geht. Ein „flashmob“? Weit gefehlt. Das Wehr ist einer der ausgewählten Schau- oder besser „Hörplätze“ für das Erlebnis „Hörgang“. (mehr …)

[LiSe 05/17] Vortrag: Zur Bücherverbrennung im NS-Doku-Zentrum

„ … Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“,

sagte einst Heinrich Heine – und er sollte Recht behalten. Nationalsozialisten und deutsche Akademiker verbrannten 1933 in mehr als 100 Städten tonnenweise Bücher pazifistischer, oppositioneller, jüdischer, marxistischer und anderer politisch missliebiger Schriftsteller. In München fand auf dem Königsplatz ein ähnlich inszenierter „Verbrennungsakt“ wie in Berlin statt. (mehr …)

[LiSe 05/17] Festival: Comic-Festival

Alle zwei Jahre wieder: Das nächste Comicfestival geht vom 25. bis 28. Mai wieder in München über die Bühne. Das vom Kulturreferat der Landeshauptstadt geförderte Festival besteht seit 2007 und wird im zweijährigen Wechsel mit dem Comic-Salon in Erlangen durchgeführt. Als Hauptlocation ist wieder die Alte Kongresshalle, direkt an der Oktoberfest-Wiese vorgesehen. Hier findet u. a. die große Messe mit allen Comic-Verlagen unter einem Dach statt. Außerdem gibt es hier Zeichenkurse und Signieraktionen,Vorträge und Ausstellungen. (mehr …)

[LiSe 04/17] Wassermadl und Bäckermeister

Wassermadl und Bäckermeister
Das Café Luitpold – Treffpunkt von armen und reichen Poeten

Es ist warm, die Räume sind elektrisch erleuchtet, junge Mädchen schenken kostenlos Wasser aus – ein idealer Platz für arme Poeten. Sie ließen sich vor hundert Jahren sogar ihre Post herschicken. Die Adresse ist nobel: München, Brienner Str. 11, seit 1888 Domizil eines europaweit gerühmten Restaurants: Cafe Luitpold. In seinen glanzvoll ausgeschmückten Festsälen haben 1200 Gäste Platz. Schriftsteller fühlen sich hier wohl. So schreibt Hans Carossa über das Luitpold: „Ich schritt verhaltenen Schrittes durch diese heiligen Hallen, um die Göttinnen, die von den Gewölben lächelten, nicht zu stören“. 1944 wird der Luitpoldblock bei einem Luftangriff fast völlig zerstört, nur die Außenmauern bleiben stehen. An die glorreiche Vergangenheit erinnert seit 2004 ein kleines Museum – es soll Münchens kleinstes sein. (mehr …)

[LiSe 03/17] Münchens literarische Orte (Folge 9)

Von der Bücherei zum Olympiastadion
Die „Lesefüchse“ erobern mit Literatur die ganze Stadt

Münchner Kinder, die sich gerne Geschichten erzählen lassen, sind bei den Vorleserinnen und Vorlesern des Vereins „Lesefüchse“ gut aufgehoben. Einmal pro Woche bieten sie in vielen der Städtischen Büchereien Kindern zwischen 4 und 10 Jahren eine Vorlesestunde an, aber auch an einigen Münchner Grundschulen sind sie aktiv. 2003 startete das Projekt an einer Grundschule im Hasenbergl, heute zählt der Verein etwa 300 Vorleser, die an rund 40 Orten ca. 1100 kleine Zuhörer um sich scharen. Vor allem Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund haben hier die Chance, ihre Deutschkenntnisse und ihren Wortschatz zu erweitern, unbekannte Worte oder neue Begriffe werden erläutert. „Allerdings“ so Vorstandsmitglied Hans-Peter Meier „über einige Deutschkenntnisse sollten die Kinder schon verfügen, sonst macht das Vorlesen keinen Sinn“. (mehr …)