[LiSe 05/26] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Mai diese Neuerscheinungen:

Douglas Stuart: John of John
Hanser

Cal ist zurück und all das, vor dem er nach Edinburgh geflüchtet war, ist wieder da: das karge Leben auf den Hebriden, der windgepeitschte Kreislauf aus Schafzucht und Nächten am Webstuhl, die Enge der Inselgemeinschaft. Sein Vater John hat ihn nach Hause beordert, dem er all sein Wissen über Farben und Wolle verdankt, dessen Hingabe als Tweed-Weber er liebt und dessen presbyterianische Strenge er hasst. Sie sind einander so nah und kennen sich so wenig – blind für das wohlgehütete Geheimnis des anderen. Ein großer Roman über Verpflichtung und Verblendung, Liebe und Scham und die verwandelnde Kraft der Wahrheit. (mehr …)

[LiSe 05/26] Kurzgeschichte: Isar-Billard-Bowling

Von Selina Golling

Endlose Abende, deren Stunden nie verrannen, an denen man sich wünschte, der Tag bräche nie herein – ja, solche Abende konnte man hier beginnen, wenn die Treppe einen spiralförmig sanft abwärtsführte. Hinab durch die Schwingtür in den Saal, in das Stimmengewirr spielender Trinker. (mehr …)

[LiSe 05/26] Rezension „Eine Frage des Formats“

Lea Singers neuer Roman über die Queen von England

Von Stefanie Bürgers

Ausgerechnet dem 80-jährigen Maler Lucian Freud gewährt „Die Queen“ die Gunst, sie zu portraitieren. Der Enkel des berühmten Psychoanalytikers steckt nach Jahren des Erfolgs in einer Krise, und Queen Elisabeths Beliebtheit hat gerade unter der anfänglich verweigerten Anteilnahme am Tod Prinzessin Dianas gelitten. Eine Win-win-Situation also, sollte man meinen, doch die Szenerie ist provokant, denn das vom Künstler gewählte Leinwandformat ist kleiner als eine DIN-A4-Seite. Soweit die historischen Fakten. (mehr …)

Archiv des Middelhauve Verlags (Beltz Verlagsgruppe) geht an die Internationale Jugendbibliothek/IJB

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek (IJB) München übernimmt von der Beltz Verlagsgruppe das Archiv des Middelhauve Verlags

Die Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG schenkt der Stiftung Internationale Jugendbibliothek (IJB) München das Archivmaterial zu den Kinder- und Jugendbuchprogrammen des Middelhauve Verlags, das auch die sogenannte Meisinger Gruppe, d.h. den Kinderbuchverlag Berlin, Union, Parabel, Postreiter, Sellier, Herold, Spectrum, Gundert, Dessart, Tabu, Braun & Schneider, Meisinger, Wolfgang Mann und Siebert umfasst. (mehr …)

Vorlass von Petra Morsbach geht an die Monacensia

Die Monacensia im Hildebrandhaus übernimmt den literarischen Vorlass von Petra Morsbach und holt damit das Archiv einer der prägenden Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur nach München. Der umfangreiche Bestand – von Theatertexten über Drehbücher und Notizbücher bis hin zu annotierten Erstausgaben – eröffnet unmittelbare Einblicke in Morsbachs jahrzehntelange Schreibarbeit. (mehr …)

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek/IJB wird mit einem „Carle Honors“ 2026 in der Kategorie ‚Brückenbauer‘ geehrt

Die „Carle Honors“ sind jährliche Auszeichnungen, die vom Eric Carle Museum of Picture Book Art (Amherst, Massachusetts/USA) verliehen werden, um Personen und Organisationen für ihre kreative Vorstellungskraft, ihr Engagement und ihren bedeutenden Einfluss auf Bilderbücher sowie für die Vermittlung von Literatur und die Stärkung der kindlichen Lesekompetenz zu würdigen. (mehr …)

[LiSe 04/26] „Dort, wo man Bücher verbrennt …“

Eine im November 2025 erschienene „Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933 – 1945“ legt neue Erkenntnisse zum  Publikationsverhalten während des Dritten Reichs dar.

Von Michael Berwanger

Anfang April 1933 – im direkten Zusammenhang mit der Machtergreifung Hitlers – rief die „Deutsche Studentenschaft“, ein nationalistischer Zusammenschluss der deutschen Hochschulverbände, eine vierwöchige „Aktion wider den undeutschen Geist“ aus. Sie begann am 12. April 1933 mit der Bildung von „Kampfausschüssen“ und endete am 10. Mai desselben Jahres mit spektakulären öffentlichen Bücherverbrennungen in über 30 Universitätsstädten von Berlin über Dresden bis München. Viele Literat*innen wurden verfolgt, bekamen Berufsverbot, mussten fliehen oder begaben sich in die innere Emigration. (mehr …)