[LiSe 02/26] Rezension: Ein Akt des Mutes

Roman Hallers Biografie zeigt das München der Nachkriegszeit

Von Stefanie Bürgers

Roman Haller wurde im Mai 1944 – versteckt in einem Bunker im damaligen Ostpolen – als Kind jüdischer Eltern geboren. Seine Geschichte kann er nur erzählen, weil damals zwei überaus couragierte Menschen die Eltern zusammen mit einer vom Massenmord bedrohten zehnköpfigen Gruppe heimlich aus dem jüdischen Ghetto in Tarnopol geschleust und in einem Versteck versorgt hatten. (mehr …)

Ausschreibung Gelsenkirchener Literaturstipendium Writer in Residence 2026

Auch 2026 lädt die Stadt Gelsenkirchen in Kooperation mit der Stadterneuerungsgesellschaft (SEG) und der Gelsenwasser-Stiftung eine Autorin bzw. einen Autor unter 40 Jahren dazu ein, vom 1. Juli bis 30. September als Writer in Residence in Gelsenkirchen zu wohnen und zu arbeiten. Das Stipendium ist mit 1.600 Euro pro Monat vergütet. Einsendeschluss ist Sonntag, 8. März 2026.  Ausschreibung und Bewerbung unter www.gelsenkirchen.de/literaturstipendium

WORTSPIELE 26 im Muffatwerk vom 11. bis 13. März 26

Zum sechsundzwanzigsten Mal findet in diesem Jahr das internationale Literaturfestival WORTSPIELE vom 11. März bis zum 13. März 2026 (Mi. – Fr.) im Muffatwerk München statt. Insgesamt 18 junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich, Polen und Luxemburg werden in diesem Jahr ihre neuen Bücher vorstellen. (mehr …)

[LiSe 01/26] Immer unter Dichtern

Und Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste war Michael Krüger auch (von 2013 bis 2019).

Von Katrin Diehl

Dieser Mann hat höchste Verdienste an der Literatur, der deutschen wie der internationalen. Er hat höchste Verdienste am literarischen Deutschland, an München als Kultur- und Literaturstadt, das unter seiner „Ägide“ noch mal so richtig – tja – zum Leuchten kam. Und selbstverständlich hat er auch ganz schön viel fürs deutsche Verlagswesen getan, denn der vergleichende Blick blieb den Kolleg*innen ja nicht erspart. Wie schwer ist es, wirtschaftlich zu bleiben und sich dennoch dem Schönen, Guten, Seltenen, Anspruchsvollen und immer wieder auch der Lyrik … in schmucken Ausgaben zuwenden zu können? (mehr …)

[LiSe 01/26] Kolumne: Verdächtige Zeichen

Haben Sie mal versucht, außerhalb Ihrer vier Wände in Ruhe zu lesen? So zumindest mein Vorsatz für das neue Jahr: mehr lesen, nicht auf dem Smartphone, sondern smarte Bücher – überall, unterwegs, Seite für Seite, alles drumherum vergessen. Dem „wandering mind“ ein Schnippchen schlagen. Denkste! (mehr …)

[LiSe 01/26] Lyrische Kostprobe „Der Tag wird kommen …“

Sie schnüren die Schuhe fester und prüfen vorsichtig die Schärfe der Sägezähne: Auf gehts zum Kreuzfällen! Daniel Bayerstorfer und Tobias Roth entfesseln eine mythographische Parforcejagd auf jenes bedrohliche Weltbild, das im Gipfelkreuz sein doppeltes Gesicht zeigt: als abergläubische Sehnsucht nach Jenseitigem und als hemmungsloser Besitzanspruch auf Diesseitiges. Es geht also nicht nur um Religion, es geht ebenso sehr um das Klima und die Beziehung von Mensch und Natur, um Besitzverhältnisse und Besitzansprüche. Es geht um die Feier gebirgiger Schönheit und die Fragilität des Menschen in ihrem Angesicht. Nicht zuletzt schäumt die Fabulierlust und erträumt sich in lyrischen Schlaglichtern eine Kulturgeschichte des Kreuzfällens, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht – und die es nie gegeben hat. (mehr …)