by LiSe | 3. März 2026 | Blog, Lyrische Kostprobe
Stefan Wehmeier, geboren 1955 in Köln, Kunstschmied, Grafiker, Journalist und Dozent für Malerei und Druckgrafik, kam 1973 nach München. Neben seiner Arbeit als bildender Künstler, widmet er sich intensiv der Lyrik. Seine Gedichte bekennen sich zur mutigen Einfachheit – kurze Szenen, die vielfach Natureindrücke verarbeiten, bunt und betörend, von einer visuellen Prägnanz. Nicht selten verdanken sich die Gedichte der Gelegenheit, die sich unterwegs ergibt. Ihr Blickwinkel verleugnet das Auge des Malers nicht, der genau erkennt, worauf es ankommt. Und über allem liegt eine ruhige, abgeklärte Melancholie, der man sich nur schwer entziehen kann. (mehr …)
by LiSe | 3. März 2026 | Blog, Vermischtes
Eine Kritik der Unvernunft
Von Markus Czeslik
Als wir in der Redaktion beschlossen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, an öffentlichen Plätzen nach Buchleser*innen zu fahnden, war ich überzeugt, lange suchen zu müssen. Zu omnipräsent ist das Handy als Medium, das uns unterhält, weckt, benachrichtigt, ablenkt, informiert. Aber ein gedrucktes Buch? So selten wie Streusalz im Berliner Winter. Doch weit gefehlt … (mehr …)
by LiSe | 3. März 2026 | Blog, Kurzgeschichte
Von Tania Rupel Tera
Es dämmerte und der Spanner verlor die Geduld. Der Bursche und das Mädchen redeten weiter. Er dachte an seinen Opa. Einst hat er ihn nach Gott gefragt. Ein begabter Beobachter – war die Antwort. Als Kind verstand er das nicht, als Rentner nun verspürte er dieses Bedürfnis. Nicht dass er sich am Fenster göttlich fühlte. Er wusste nicht, womit die Freiheit füllen. Ich habe keine Gabe, nur so gucken … Er schlüpfte in seine Boots. Wir gehen raus, Joe, vielleicht hört man dort was. Du brauchst das Mäntelchen. Der Hund schüttelte sich. Vor der Tür pinkelte er und wollte gleich zurück. Geh nach links, flüsterte das Herrchen, sie spannen deinen armen Spanner auf die Folter. Mensch und Tier flanierten im Schnee, der stärker geworden war. Die langen Haare des Mädchens waren weiß geworden. Schneebraut, murmelte der Mann, und die Erinnerung kam wie Blitzeis. Seine Beine knickten. (mehr …)
by LiSe | 3. März 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für März diese Neuerscheinungen:
Jessica Berger Gross: Hazel sagt Nein
Lübbe
In der Hoffnung auf ein ruhigeres Leben ziehen die Blums vom pulsierenden Brooklyn ins beschauliche Riverburg, wo Vater Gus nach herausfordernden Jahren endlich eine Professur ergattert hat. Doch der idyllische Schein trügt. Gleich an ihrem ersten Schultag wird die achtzehnjährige Hazel ins Büro des Direktors zitiert. Er verkündet ihr Unglaubliches: Jedes Jahr sucht er sich eine andere Schülerin aus der Abschlussklasse aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingeht. Dieses Jahr ist sie die Auserwählte. Instinktiv sagt Hazel Nein – und setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die das Leben ihrer Familie, aber auch die gesamte Stadtgesellschaft auf den Kopf stellt. (mehr …)
by LiSe | 3. März 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Peter Bechers Roman über das Leben eines Schulfreunds
Von Michael Berwanger
Für jeden von uns ist das eigene Dasein das Besondere schlechthin, auch wenn es für alle anderen banal erscheinen mag. Für uns selbst haben sich unsere Höhen und Tiefen fest in das Gedächtnis – und mehr noch – in das Gefühl eingegraben. Aber wie erzählt man interessant von einem gewöhnlichen Leben? (mehr …)
by LiSe | 12. Feb. 2026 | Blog, Vermischtes
Erste Zugänge: Manuskripte der Autorinnen Volha Hapeyeva und Rania Mleihi
Mit „Voices of Exile“ eröffnet die Monacensia eine neue Sammlungslinie für Exil‑ und Diaspora‑Autor*innen in München. Sie erweitert damit ihren langjährigen Exil‑Schwerpunkt und stärkt die Sichtbarkeit vielsprachiger Gegenwartsliteratur. Zum Auftakt übergeben zwei in München lebende Künstlerinnen am 7. März 2026 ihre Manuskripte an die Monacensia. (mehr …)