[LiSe 10/26] Nachruf für Horst Oberbeil

Abschiede und Aufbrüche

Marcus Tullius Cicero war der Ansicht, dass „wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, es dir an nichts fehlen wird“. Für Horst Oberbeil, Autor, Mitstreiter und langjähriger Akteur im Münchner Literaturbüro sowie im Freien Deutschen Autorenverband, kann man den Garten gewiss streichen – ihm reichte die Bibliothek, die Welt der Bücher, der Literatur, des Geistes. (mehr …)

[LiSe 10/26] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Oktober diese Neuerscheinungen:

Simon Urban: German Glück
Kiepenheuer & Witsch

Ein brennender Tesla in der mecklenburgischen Provinz markiert den Nullpunkt: Roger Ross, frisch gefeuert, flieht in das Luxusresort „Eden“ und erfindet sich radikal neu. Doch das Hotel ist keine Zuflucht, sondern eine prunkvolle Endstation für die Illusionen unserer Zeit. Denn im „Eden“, dieser bröckelnden Festung des bundesdeutschen Wohlstands, klammern sich anscheinend alle Gäste an ein Leben, das längst Geschichte ist. Eine Bitterböse und zugleich rasend komische literarische Abrechnung mit dem schönen Schein, in der die deutsche Seele Wellness bucht und den Wahnsinn bekommt. (mehr …)

[LiSe 10/26] Rezension „This is Munich!“

Von Katrin Diehl

In bester Erinnerung ans gerade vergangene Oktoberfest wie die ebenfalls gerade vergangene Frankfurter Buchmesse (mit Tschechien als Gastland) soll hier noch einmal und in ganz eigener Aktualität (und wo doch jedes Danach ein Davor ist) an den großartigen tschechischen Architekten, Künstler, Illustrator und Autor Miroslav Šašek (1916 geboren in Prag, 1980 gestorben in Wettingen in der Schweiz) erinnert werden, vor allem an dessen großformatiges, so einladend lebensfrohes wie ästhetisch anziehendes und wunderschön gestaltetes Bilderbuch „München“. (mehr …)

[LiSe 09/26] „Schaust halt“ … oder: Benedikt Feitens 60-seitige „München-Beschimpfung“

Von Katrin Diehl

Alles gar nicht so einfach. Auch das Granteln nicht, vor allem, wenn‘s darum geht, anderen gleichzeitig erklären zu wollen, was es mit diesem Granteln auf sich hat und wie sehr es in der bayerischen Landeshauptstadt zu Hause ist. Und ist es das überhaupt oder gehört auch das zu den überlieferten „Bildern“, die man bewahren möchte, um München, die Münchner*innen irgendwie charakterisieren, packen zu können? „München-Beschimpfung“ heißt das Bändchen, das unsere Stadt abspaziert in echt und im Kopf und gerne auch entlang ihrer neuralgischen Punkte, und das dabei weder Bier noch Fußball noch Brezn noch O-Fest … außen vor lässt. „München-Beschimpfung“ ist ein Stadtporträt, das die Vorstellungen, die als typisch oder urmünchnerisch gelten, sowohl stehen lässt als auch an ihnen rüttelt. (mehr …)

[LiSe 09/26] Kolumne: Die schönen Grenzen der Vier-Ohren-Ebene

Verstehen wir uns? Wahrscheinlich eher nicht. Wir reden aneinander vorbei. Vielleicht sind es nicht mehr als drei Millimeter. Drei Millimeter zu weit rechts, zu weit links von unseren Ohren, unseren Hirnen, unseren Herzen entfernt. Knapp daneben eben. Am Ende funktioniert dann ja meistens doch die Verständigung, worüber man mal kurz staunen darf. Die Person, die etwas sagt, ist wahrscheinlich in dem Moment, in dem sie das sagt, das einzige Wesen weit und breit, das zu hundert Prozent versteht, was da gerade aus seinem Mund kommt. „Schönes Wetter heute“, eine Kopfgeburt. (mehr …)