by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Vermischtes
Das diktierte Wort: Karl Wolfskehl
Von Sevda Cakir
Der Dichter, Autor, Übersetzer, Essayist, Journalist und leidenschaftliche Briefschreiber Karl Joseph Wolfskehl (1869-1948) war seiner Herzensstadt München sehr verbunden. Eine Gedenktafel an der Römerstr. 16 in Schwabing erinnert daran. „Hier wohnte von 1909-1921 der Schriftsteller Karl Wolfskehl. Um ihn scharten sich Repräsentanten des Schwabinger Geisteslebens“. Ein Kompliment an den Netzwerker – wie er heute betitelt werden würde –, der zu jener Zeit wichtige Figuren der intellektuell-künstlerischen Szene in Kontakt brachte. Mit seiner Frau Hanna und den gemeinsamen Töchtern Renate und Judith musste er aber auch erleben, wie der Erste Weltkrieg sein geerbtes Vermögen verschlang. Ab 1915 waren die weiblichen Familienmitglieder gezwungen, ein badisches Landgut zu bewirtschaften. Karl Wolfskehl selbst verrichtete seine Tätigkeiten im Ausland. (mehr …)
by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Vermischtes
Vertraut (seit 2011) und doch immer wieder neu: der Kinder Kalender 2026 der Internationalen Jugendbibliothek. Mit seinen lustigen und nachdenklichen, albernen und geistreichen Gedichten aus 40 Ländern und in 32 Sprachen eignet er sich hervorragend für einen Platz unterm Weihnachtsbaum. Dem Lektorat gelingt es immer wieder, Freude an Poesie zu wecken und neugierig auf fremde Länder und Kulturen zu machen.
U.S.
Mehr zur Internationalen Jugendbibliothek unter www.ijb.de
by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Kurzgeschichte
Von Ulrich Braun
Die Frau in der Haustür ist ihm unbekannt. Umso erstaunlicher ist, dass sie ihn umarmt und mit „Willkommen zuhause“ begrüßt. Sein grauhaariger Begleiter, der ihn aus dem Pflegeheim abgeholt und sich im Laufe der Autofahrt als sein Sohn Christoph entpuppt hat, stellt die Dame als seine Frau Monika vor. (mehr …)
by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Rezension
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Dezember diese Neuerscheinungen:
Katie Yee: Maggie
park x ullstein
Mit ihrem Mann Sam und ihren zwei Kindern führt die Hauptfigur ein glückliches Leben in Brooklyn – bis Sam ihr eines Abends in einem Restaurant eröffnet, dass er eine Affäre mit einer Frau namens Maggie hat. In den darauffolgenden Tagen spürt sie immer wieder ein Stechen in ihrer Brust, und die Diagnose bringt Gewissheit: Es ist nicht nur der Liebeskummer, sondern ein Tumor. Während sie durch Strahlentherapie und Scheidungsformalitäten navigiert und irgendwie versucht, mit alldem klarzukommen, beginnt sie, mit ihrem Tumor zu sprechen. Kurz entschlossen gibt sie ihm einen Namen: Maggie. Mit Feingefühl und Komik erzählt Katie Yee, wie man sich sein Leben zurückerobert. (mehr …)
by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Rezension
Wie immer zur Weihnachtszeit empfehlen Redaktionsmitglieder der „LiteraturSeiten München“ ihre Lieblingsbücher des Jahres.
Zwischen Ost und West
„Eldest Immigrant Daughter“: Was nach einem stolzen Titel klingt, ist für die Erzählerin Didi eine Bürde. Die älteste Tochter in einer Anfang der 1990er Jahre aus dem slowakischen Bratislava nach Wien ausgewanderten Familie zu sein, heißt vor allem, eine dauerhafte Mehrfachbelastung zu stemmen. Von klein auf jongliert Didi mit mehreren Rollen und Funktionen – der glänzenden Einser-Schülerin und Nachhilfelehrerin für ihren jüngeren Bruder, der Kulturvermittlerin und Dolmetscherin, die die Eltern bei den Behördengängen und Bewerbungsgesprächen begleitet. Niemals darf sie versagen, nie darf sie auffallen – und immer muss sie besser sein als die anderen. Dieser immense Erwartungsdruck entfernt sie zunehmend von ihrem Vater. Mehr als zehn Jahre lang haben sie keinen Kontakt mehr – bis Didi von ihm einen Anruf aus dem Krankenhaus erhält. Kann sich die Tochter dem Vater und seinem „Ostblockherz“ wieder nähern? Finden sie zu einer Sprache der Geborgenheit zurück? Der schmale Roman mit autobiografischen Zügen erzählt schnörkellos und überzeugend von Migration, Identität und Zugehörigkeit.
Slávka Rude-Porubská (mehr …)
by LiSe | 1. Dez. 2025 | Blog, Vermischtes
Wir trauern um unsere Kollegin und Freundin Inge Pröll, die am 4. November für immer von uns gegangen ist. Die promovierte Sozialwissenschaftlerin, Journalistin und ehemalige „natur“-Redakteurin hatte sich 2021 auf eine Anzeige hin bei uns gemeldet. Ihre frische, zupackend-fröhliche Art und ihr profundes Wissen waren für uns bis zuletzt eine große Bereicherung. Wir möchten Inge auf diesem Weg einen letzten Dank für ihre stete Unterstützung zusenden. Wir werden sie vermissen!
Die Redaktion „LiteraturSeiten München“