by LiSe | 28. Aug. 2026 | Blog, Kurzgeschichte
Abends beim Duschen betrachtete Insa den Sand, der sich in der Duschtasse sammelte. Er formierte sich in den Strömungen des Duschwassers, lief auf zu kleinen Sandbänken in den Ecken und bildete sein Muster, am Strand und überall. (mehr …)
by LiSe | 28. Aug. 2026 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Edgar Selges zweiter Roman beschäftigt sich mit der Blockade Leningrads im Zweiten Weltkrieg.
Von Michael Berwanger
In seinem Debütroman „Hast du uns endlich gefunden“ beschreibt der Schauspieler und Autor Edgar Selge sein Aufwachsen in einer Strafanstalt. Sein Vater war Direktor dieser Einrichtung– ein strenger Patriarch mit Hang zur Übergriffigkeit, der den Übergang von NS-Justiz zur Rechtspflege einer Demokratie noch nicht vollzogen hatte. Die Familie wohnte in der Dienstwohnung auf dem Areal des Gefängnisses, die Eltern gaben sich nach außen kunstsinnig-weltoffen, werden von Selge aber als verbohrt-regressiv geschildert. Dieses Setting ist auch die Ausgangslage für den zweiten Roman – „Juras letzter Winter“ – und sie ist es auch nicht. Selge hatte seinen Erstling aus dem Blickwinkel eines Zwölfjährigen geschrieben, nun blickt er – als „alter Mann“, wie er sich selbst bezeichnet – aus dem Heute zurück und verknüpft das Tagebuch eines Leningrader Jugendlichen aus dem Jahr 1941/42 mit den Erinnerungen an seine eigene Jugend. (mehr …)
by LiSe | 14. Juli 2026 | Blog, Vermischtes
„Feuer, Wasser, Luft und Erde“
Bild-Text-Dialoge
Einladung zur Beteiligung an einem Anthologieprojekt
In der Antike entstand die Vorstellung, dass alles Sein aus einem Mischungsverhältnis der vier Grundelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde bestehe. Und auch wenn dieses Modell in der Wissenschaft längst überholt ist, wird es zum Beispiel in der Bildenden Kunst immer wieder aufgegriffen. So auch von der Malerin und Zeichnerin Ulrike Schönfelder-Hellwig. „Dieses Modell bietet mir eine Möglichkeit, meine Auseinandersetzung mit Natur und Landschaft zu strukturieren“, erklärt sie. (mehr …)
by LiSe | 9. Juli 2026 | Blog, Vermischtes
Der Schriftsteller Friedrich Ani wird mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt München 2026 ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird, alternierend mit dem Publizistik- und Übersetzungspreis, alle drei Jahre für ein herausragendes literarisches Gesamtwerk vergeben. Ausgezeichnet werden Schriftsteller*innen, deren Werke in Stil und Gehalt hohe Qualität aufweisen und München als Literaturstadt Geltung und Ansehen verschaffen. Zur Verleihung am Dienstag, 14. Juli, sprechen Stadträtin Anne Hübner (SPD-Stadtratsfraktion) in Vertretung des Oberbürgermeisters und Kulturreferent Marek Wiechers. Die Laudatio hält der Literaturkritiker und Publizist Thomas Wörtche. Die Veranstaltung findet mit geladenen Gästen statt. (mehr …)
by LiSe | 27. Juni 2026 | Blog, Titelgeschichte
Die literarische Verwertung des Fußballs hat eine lange Tradition, die über alle Genres hinweg bis zur diesjährigen Weltmeisterschaft reicht.
Von Markus Czeslik
„wenn er beim eckball wie / eine blonde katze aus dem / tor stürmt auf einer welle / der begeisterung durch die / blauen lüfte fliegt …“
So dramatisch klingt die Ode, die Albert Ostermaier dem damaligen Titan im deutschen Tor, Oliver Kahn, aufs Fußball-Trikot schrieb („Flügelwechsel“, Insel 2014). Es ist nicht überliefert, ob der Münchner Autor auch Kahns Nachfolger Manuel Neuer eine Ode singen wird. Aber überliefert ist, dass Fußball und Pathos eine perfekte Symbiose eingehen. Deutschlands Volkssport Nummer 1 gleicht – so der Buchautor und Sportjournalist Christoph Biermann – einer „Schicksalsaufführung“. Dies umso mehr, wenn 48 Nationen um die Weltmeisterkrone kämpfen. Ein Drama aus Schweiß und Tränen, Erlösung und Verzweiflung, bei dem Mythen geboren und Träume beerdigt werden. (mehr …)
by LiSe | 27. Juni 2026 | Blog, Kolumne
Jetzt sieht man sie wieder allerorten. Jetzt kommen sie wieder nach draußen, ans Licht, dürfen zappeln und tief einatmen, sind frei und sockenlos: die Zehen. Wie die sich so – ob lang, kurz, dick, dünn, krumm, gerade, sauber, schmutzig, gut oder schlecht gelaunt, lackiert oder ungeschminkt – nach langer Dunkelheit aus den Sandalen, Flip-Flops oder sonstigen Schlappen nach der Sonne recken, erinnert natürlich an den Gefangenenchor aus Beethovens Fidelio. (mehr …)