[LiSe 01/26] Letzter Teil der Serie: Gedenktafeln der Literaten

„Der Lion (ohne Nasal)“ ist ein Münchner

Und auch ihn (Lion Feuchtwanger) verjagte die Stadt

Von Katrin Diehl

Die Familie war groß und hatte hier am schönen Sankt-Anna-Platz 2 – Vater, Mutter, eine Kinderschar – von 1898 bis 1900 ihr Zuhause gefunden. Davor lagen die Adressen Thiersch- und Hildegardstraße, außerdem ein aufregender Wohnungsbrand. Lion war der Erstgeborene (von neun), war 1884 in München auf die Welt gekommen und hatte also als Bub die auslandend herrschaftliche St. Anna Kirche vor Augen und vor der Haustür. Die Schule lag in der Nachbarschaft. Erst ging’s paar Jahre in die Sankt-Anna-Volksschule, dann aufs wohlangesehene Wilhelmsgymnasium, in dem der Lion den Lehrern gleich als lesehungrig, schlau und schreibgewandt aufgefallen ist. (mehr …)

[LiSe 01/26] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Januar diese Neuerscheinungen

Hayley Gelfuso: Das Buch der verlorenen Stunden
dtv

An einem schicksalhaften Abend ändert sich für Lisavet alles. Um ihr Leben zu retten, versteckt ihr Vater, ein bekannter Uhrmacher, sie in einer Bibliothek, die unabhängig von Raum und Zeit existiert, und in der alle menschlichen Erinnerungen in Büchern gespeichert sind. Nur wenige wissen von diesem Ort, und Zeithüter entscheiden darüber, welche Erinnerungen an die Vergangenheit konserviert oder unwiederbringlich gelöscht werden. Als ihr Vater nicht zurückkehrt, beginnt Lisavet, die Erinnerungen, die die Welt vergessen soll, in ihrem eigenen Buch zu sammeln. Bis sie auf den Zeithüter Ernest trifft. Was folgt, wird nicht nur die beiden, sondern auch den Lauf der Geschichte verändern. (mehr …)

[LiSe 01/26] Kurzgeschichte: Zurückbleiben bitte

Von Franz Oberhofer

Ingrid war eine Stimme. Und was für eine Stimme! Sie sprach durch die Menschen hindurch – täglich, stündlich – zur Orientierung, zum Halten, zum Aussteigen und zum: „Zurückbleiben bitte!“
Drei Jahrzehnte lang hatte sie die Hauptstadt mit ihrer Stimme durchmessen, ohne je selbst ein Zeichen gesetzt zu haben. Ingrid war eine in sich gekehrte Person mit dem sonderbaren Ehrgeiz, verstanden zu werden – durch Tonlage, Rhythmus und Präzision. (mehr …)

[LiSe 01/26] Rezension: Im wilden Osten

Tiny Strickers Abschluss der Reihe über Hippies in den späten 1960er Jahren.
Von Michael Berwanger

Liest man „hippies“, denkt man automatisch an Blumenkinder in San Francisco, Aussteiger in den neolithischen Wohnhöhlen von Matala oder Sinnsuchende im Ashram. Dass die Aufbruchswelle der Achtundsechziger den gesamten fernöstlichen Raum betraf, wird im neuesten Memoire des Münchner Autors (geboren 1949 in Gundelfingen) deutlich. Angetrieben von einer Nachhallerinnerung während einer sommerlichen Alpenwanderung, schickt Stricker noch einmal sich und zwei Altersgenossen auf eine Reise von Karachi (Pakistan) über Colombo (Sri Lanka) nach Chittagong in Bangladesch. (mehr …)

ver.di Bayern verleiht Kurt-Eisner-Medaille

100. Sitzung des Landesbezirksvorstands: ver.di Bayern ehrt besonderes Engagement mit Kurt-Eisner-Medaille

Ein besonderer Ort für einen besonderen Anlass: Am 15. Dezember fand die 100. Sitzung des Landesbezirksvorstands von ver.di Bayern im Weiße-Rose-Saal des Bayerischen Landtags statt. Über 50 ehrenamtliche Mitglieder des höchsten Mitbestimmungsgremiums von ver.di Bayern kamen zusammen und blickten gemeinsam auf wichtige gewerkschaftliche Themen und Entscheidungen. Im Rahmen der Sitzung wurde auch die Kurt-Eisner-Medaille verliehen.  (mehr …)