by LiSe | 30. Nov. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Wie immer zur Weihnachtszeit empfehlen Redaktionsmitglieder der LiteraturSeiten München ihre Lieblingsbücher des Jahres.
Fischerteppiche
Von Michael Berwanger
Eine fast vergessene Geschichte aus der Geschichte: Wegen eines mehrjährigen Fangverbots, das 1928 an der Ostsee in Kraft tritt, wird den Pommerschen Fischern das Teppichknüpfen beigebracht, damit sie sich ihre Existenzgrundlage sichern können. Ein österreichischer Tapisserist lehrt die Fischer, die geschickt sind im Netze Knüpfen, die wichtigsten persischen Teppichknoten. (mehr …)
by LiSe | 30. Okt. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfeh-len für den Monat November diese Neuerscheinungen:
Sorj Chalandon: Verräterkind
dtv
Dein Vater stand auf der falschen Seite.“ – Seit seiner Kindheit quält den Erzähler eine Frage: Was hat der Vater während der Besatzungszeit gemacht? Doch er traut sich nie, ihn zu fragen. Im Mai 1987, als in Lyon der Prozess gegen den NS-Verbrecher Klaus Barbie eröffnet wird, berichtet der Sohn als Journalist einer großen französischen Tageszeitung. Und erfährt am selben Tag, dass die Gerichtsakte seines Vaters im Archiv schlummert. Und so ist es nicht ein Prozess, der gerade begonnen hat, es sind zwei. – Basiert auf Chalandons persönlicher Erfahrung als junger Reporter im Prozess um NS-Kriegsverbrecher Klaus Barbie. (mehr …)
by LiSe | 30. Okt. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Grete Weils bisher unveröffentlichtes Erstlingswerk „Der Weg zur Grenze“
Von Katrin Diehl
Wenn man genau hinsieht, erkennt man am Revers der Wanderjacke eine Blume stecken. Könnte ein Edelweiß sein. Die junge Grete Weil, geborene Margarete Dispeker, sitzt mit zerzausten Haaren auf den Kalksteinen irgendeines wilden Berges und schaut gegen die Sonne in die Kamera. Wer will, kann in ihrem Blick auch einiges an Melancholie erkennen, an Wehmut und Ahnung von den dunklen Wolken, die aufsteigen. Gut möglich, das ist ein „Selfie“, denn sie verstand sich ja aufs Fotografieren. Dieses berührende schwarzweiß Bild, das den Bucheinband schmückt, findet sich im Archiv der Monacensia, wo auch das bisher unveröffentlichte Manuskript bereit lag, ihr „Erstlingswerk“, geschrieben 1944/45 im Amsterdamer Exil, dort im Versteck: einem Zimmerchen hinter einer vorgerückten Bücherwand. (mehr …)
by LiSe | 2. Okt. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Mit fröhlichem Spott und beißender Ironie zeichnete Wolfram Hirche die teilweise absurden, teilweise lustigen Seiten des Literaturbetriebs nach. Über zehn Jahre lang erschienen seine Glossen links neben dem Auf-macher des Blattes, das Sie gerade lesen. Nun sind knapp 90 seiner Texte in einem Band vereint.
Wolfram Hirche schreibt nicht nur satirische Glossen und Kolumnen, sondern auch Lyrik und Kurzgeschichten. Er war viele Jahre lang erster Vorsitzender des Münchner Literaturbüros. Red
Wolfram Hirche: Spottlichter. Die Kolumnen aus den „LiteraturSeiten München“ 2010 bis 2021
Verlag p.machinery, 2022
Paperback: 13,90 Euro
Hardcover: 16,90 Euro
by LiSe | 2. Okt. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Ulrike Draesners neuer Roman aus dem Umfeld des Olympia-Attentats 1972
Von Stefanie Bürgers
Katja, Journalistin, Anfang 40, steht in der Münchner U-Bahn. Sie will Max anrufen, doch das fällt ihr schwer. Das Gespräch mit Max beginnt abgehackt, holprig. Man ahnt, dass Katja in Max’ Schuld steht wegen eines massiven Vertrauensbruchs in Teenagertagen. In Rückblenden – oftmals wie Gedankensprünge eingeführt – ergeben Katjas Erinnerungen für den Leser, die Leserin nach und nach ein Bild.
Als Halbwaise ist Katja in den 1960iger Jahren bei ihrem Vater in engem Kontakt zu den Großeltern aufgewachsen und kämpft mit dem frühen Verlust der Mutter. Sie verhält sich launisch, lässt ihren unkontrollierten Gefühlen Lauf, quält die eigene Katze. (mehr …)
by LiSe | 5. Sep. 2022 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat September diese Neuerscheinungen:
Lieke Marsman: Das Gegenteil eines Menschen
Klett-Cotta
Ida, eine junge Klimawissenschaftlerin aus Amsterdam, malt sich als Kind häufig aus, eine Gurke zu sein − ihr Lieblingsgemüse, das zwar wächst, aber nicht fühlt. Jahre später stellt sie ihr biologisches Geschlecht in Frage und hinterfragt eindringlich das gegenwärtige Verhältnis von Mensch und Natur. Ida verlässt Amsterdam für ein Forschungsprojekt in den norditalienischen Alpen. Doch der Preis für die neue Erfahrung ist hoch, denn sie lässt ihre Freundin Robin in Amsterdam zurück, was die Liebe der beiden Frauen auf eine harte Probe stellt. Ein hochaktuelles Thema und berührender Liebesroman zugleich. (mehr …)