by LiSe | 1. Apr. 2015 | Blog, Titelgeschichte
Warum gebrauchte Bücher daheim einsperren? In der Tausch-Box finden sie neue Leser und bereiten Freude
Münchens erster offener Bücherschrank ist seit Dezember 2013 in Betrieb und ein voller Erfolg. Der übermannshohe Kasten aus Stahl und Glas steht vor dem Nordbad in Schwabing. Meist ist er umringt von mehreren Menschen, die die Titel in den Regalen des verglasten Bücherregals studieren, in Büchern blättern oder sich unterhalten. Beim freien und kostenlosen Auswählen, Bringen und Mitnehmen von Büchern ergeben sich schnell Kontakte. So auch an diesem Sonntagnachmittag, trotz des kühlen Wetters.
Drei Frauen sind ins Gespräch gekommen. Eine ist an diesem Wochenende schon zum zweiten Mal hergeradelt, erzählt sie: „Gestern habe ich zwei Romane und ein Yogabuch mitgenommen. Die Romane habe ich inzwischen schon gelesen und gerade wieder zurückgestellt, das Yogabuch behalte ich, und jetzt schaue ich, ob ich noch etwas Neues finde.“ Die andere Frau hat einen Stapel Bücher mitgebracht, die sie in den Schrank einordnet. „Was sollen die daheim herumstehen? Ich lese sie ja doch kein zweites Mal, und hier freuen sich andere drüber.“ – „Bücher wirft man nicht weg!“ Darüber sind sich die Frauen einig. Obwohl … Mit spitzen Fingern zieht die Spenderin gerade ein original verpacktes, aber angeschimmeltes Bändchen aus dem Regal und bringt es, unter Zustimmung der anderen, zum Abfallkorb. Manch einer wird im Bücherkasten eben auch Dinge los, die garantiert niemand mehr haben will. Doch das ist die Ausnahme.
Weil kostenlos, finden hier auch in die Jahre gekommene Bestseller noch Abnehmer. Heute im Angebot: Zum Beispiel „Sorge dich nicht, lebe!“, „Salz auf unserer Haut“, „Liebe ist nur ein Wort“, oder die „Swann Saga“-Trilogie von R. F. Delderfield als Hardcover. „Am Flohmarkt gehen Bücher ganz schlecht“, erzählen die Frauen, und wenn, dann kriege man gerade mal zwei Euro für eines, das neu zwanzig gekostet hat; das lohnt sich nicht. Und im Internet? Da wird ein gebrauchter Band der Swann Saga zurzeit für 0,01 Euro gehandelt, plus 3 Euro Versandkosten.
„Der Bücherkasten wird von den Bürgern mit Begeisterung angenommen“, berichtet Thomas Rock vom Verein Offene Bücherschränke Schwabing West, in dem sich die Initiatoren des Projekts zusammengeschlossen haben. „Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell der Inhalt wechselt. Manchmal quillt der Schrank fast über, ein paar Stunden später ist er nahezu leer und am nächsten Tag wieder voll.“
In manchen Städten und Orten gibt es den kostenlosen Büchertausch zum Teil schon seit vielen Jahren. Als Tauschbox dienen da auch alte Telefonhäuschen oder Bushaltestellen. Die Münchner haben sich für die Luxusausführung des Kölner Architekten Hans-Jürgen Greve entschieden, weil diese auch den Anforderungen des Denkmalschutzes genügt, wetterfest und bruchsicher ist. Etwa 400 Bücher finden darin Platz. Den Preis von rund 8000 Euro hat zum Großteil der Bezirksausschuss gezahlt. Mehrere ehrenamtliche Paten aus der Nachbarschaft kümmern sich täglich um den Bücherschrank, sie putzen die Scheiben und achten darauf, dass keine Prospekte, Schundlektüre oder ewige Ladenhüter im Schrank verbleiben.
Auch die beiden Inhaberinnen der „Buchhandlung am Nordbad“ halten den Kasten für „eine ganz tolle Idee“, weil sie es generell gut finden, wenn Bücher weitergegeben werden. „Nicht toll“ finden sie jedoch, dass er genau auf der Seite des Nordbads platziert wurde, wo auch ihre Buchhandlung ist. Da hätte man sich vorher absprechen sollen, denn nun falle die Kundschaft weg, die sich früher auf dem Weg ins Freibad noch schnell ein Buch gekauft habe, um es auf der Liegewiese zu lesen. „Im Sommer tummelt sich ein Haufen Leute um den Bücherschrank, während wir in unserem Laden allein sind.“
Die Frauen am Bücherschrank aber sagen, dass sie nicht weniger Bücher kaufen, seit sie hier tauschen, denn „die Bücher, die man wirklich will, kauft man sich nach wie vor.“
Auf jeden Fall macht der offene Bücherschrank Schule in München. Weitere sind schon in Pasing, in Moosach, in Neuhausen und am Ackermannbogen geplant. Und vorm Nordbad wird es bald noch gemütlicher werden, denn neben dem Schrank wird eine Bank aufgestellt.
Simone Kayser
by LiSe | 1. März 2015 | Blog, Titelgeschichte
Schwabinger Kaffeebohnen
Die „Kuhle“ ist Kult: Hans Magnus Enzensberger und sein Lieblingsbuchladen Lehmkuhl
„Lehmkuhl geht’s gut“, sagt Hans Magnus Enzensberger über seine Lieblingsbuchhandlung. Da schluckt man erstmal. Meint der Mann das wirklich? Das große Lamento über Amazon, macht der Branche die Kunden abspenstig, und da soll es einer Buchhandlung gutgehen? – „Amazon, die ignorieren wir einfach“, redet Enzensberger fröhlich weiter. Die Furcht mancher Autoren, sie könnten wegen Negativaussagen im Rating des Internetriesen herabgestuft werden, schüttelt ihn nicht. Der agile 85jährige sucht die „Kuhle“ oft mehrmals wöchentlich auf. –„Ist ja so praktisch für mich. Sie liegt über die Straße, die Buchhändlerinnen dort wissen Bescheid, kennen ihre Kunden, man kann die Bücher in die Hand nehmen, das sind paradiesische Zustände.“ – Mehr gibt es für ihn nicht zu sagen, und knapper und besser hätte man auch nicht auf den Punkt bringen können, was eine Buchhandlung von einem Onlineladen unterscheidet.
Michael Lemling, Geschäftsführer von Lehmkuhl, sieht das genauso. Er kann sich in seinem Stuhl zurück- und an eine über 100jährige Geschichte anlehnen. 1903 von Georg Steinicke gegründet, 1913 von Fritz Lehmkuhl übernommen, von 1934 bis 2005 im Besitz der Familie Schumacher, gehört der Laden heute den Verlegern Wolfgang und Hans-Dieter Beck. Ein Glücksfall. Eine Schwabinger literarische Buchhandlung in den Händen eines großen Schwabinger Traditionshauses. „Wir konnten vom Konzept her intakt bleiben, jenseits der Branchenentwicklung, mussten uns keine neuen Flächenkonzepte einfallen lassen, keine neuen Warengruppen aufnehmen. Wir sind die Stadtteil-Buchhandlung geblieben, die wir immer waren, traditionell und traditionsreich.“
So betritt man den Laden auch nach dem Umbau in Sommer 2012 mit Heimatgefühlen. Nach wie vor präsentiert er sich als langer Schlauch, mit einer großzügigen Ausbuchtung im Eingangsbereich, dem mit Büchern beladenen Flügel – Lehmkuhls Leitmotiv – und der Kassentheke, mit zwei kleineren Ausbuchtungen weiter hinten. Hier herrscht die Literatur, die schöngeistige und die unterhaltende, das Arsenal der Krimis und Thriller, die Kunst- und Fotobände, die Hörbücher und auch der Tolino, der eBook-Reader der Buchhandlungen. „Wir haben nichts gegen eBooks“, sagt Lemling. „Die Offenheit für die Digitalisierung muss sein. Das ist nicht der Untergang des Abendlandes und wird das gedruckte Buch nicht von der Bildfläche verschwinden lassen. Es sind ja beileibe nicht nur die Jungen, eher die 50plus-Leser, die sich dafür interessieren und sich von uns vor allem auch technisch beraten lassen.“
Im ersten Stock dominieren die Sachbücher, die Sprach- und Reiseführer, Musik-CDs und die Kinder und Jugendliteratur. Damit aus kleinen Lesern beizeiten große werden, widmet sich ihnen das Label Lehmcool mit einem besonderen Programm zum Bücher erleben, Autoren kennenlernen, Spaß haben. Dazwischen nicht zu vergessen die berühmte Treppe. Bei Lesungen, die zu organisieren in dem schmalen Laden ein wahres Kunststück ist, reißen sich manche Leute um einen Platz darauf. Dass Lesungen rückläufig sein sollen konnte Lemling bisher nicht wahrnehmen, im Gegenteil, der Bedarf an ihnen sei gewachsen. „Vielen Menschen ist die Tuchfühlung mit den Autoren eben wichtig und bei uns möglich. 80 Leute passen in den Laden, das ist eine angenehme Zahl. Aber einmal im Jahr machen wir die große Nummer, mieten das Audimax, tun uns mit den Kammerspielen und dem Residenztheater zusammen. Da zeigen wir, dass wir dazu auch fähig sind.“
Der Autor Enzensberger hingegen wehrt, auf Lesungen angesprochen, ab. Selber liest er nicht, nicht einmal aus seinem im Vorjahr so erfolgreichen autobiographischen Rückblick „Tumult“. Er zieht es vor, andere zu empfehlen, weniger bekannte Kollegen vorzustellen.
Michael Lemling wechselte 2006 von Carolus in Frankfurt zu „Münchens renommiertester Buchhandlung“ (laut Merian). Über das, was sich unter seiner Leitung seitdem getan hat, berichtet er mit Understatement. Etwa über 5plus, die seit 2009 bestehende Kooperation von anfangs fünf Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die inzwischen auf acht angewachsen ist. Das Kundenmagazin erscheint zweimal im Jahr gratis, mit Beiträgen namhafter Autoren und Buchempfehlungen der Mitarbeiter, Lesetipps par excellence. Dazu gibt es jährlich eine Art Jahresgabe, ein besonderes Stück Literatur in einer exklusiv edierten Ausgabe. Erweitert hat Lemling den Weihnachtsladen im Gartenhaus auf November und Dezember, festgehalten hat er an Traditions-Veranstaltungen wie Kundenfeste, Fahrten zu den Büchermessen, Bücherflohmärkte u.a. Lehmkuhl ist Mitglied des Vereins Buy Local und setzt sich damit für den unabhängigen Einzelhandel ein.
Mit einem Einkauf bei Lehmkuhl rettet man nicht gleich die Welt, heißt es in der Werbung, aber die Vielfalt Schwabings. Dass die Selbstbedienungs-Kaffeemaschine, die neben der gemütlichen Sitzgruppe im Hintergrund des Ladens steht, mit Bohnen aus einer Kaffeerösterei ums Eck gefüttert wird, ist so eine Geste.
Katrina Behrend Lesch
In unserer Reihe „Meine Lieblingsbuchhandlung“ stellten die „LiteraturSeiten München“ in der ersten Folge den Münchner Autor Christoph Poschenrieder und „Buch & Bohne“ vor.
by LiSe | 1. Feb. 2015 | Blog, Titelgeschichte
Und mein Hund Moe bekommt immer Kekse
Der Schriftsteller Christoph Poschenrieder und seine Lieblingsbuchhandlung „Buch & Bohne“
„Inzwischen ist Amazon gigantisch mächtig und unheimlich geworden.“ Und: „Bücher sind für Amazon wie Plastikeimer oder Waschlappen.“ So sieht es der Schriftsteller Christoph Poschenrieder, und so sehen es auch viele MünchnerInnen: Sie trotzen dem Online-Riesen und bestellen und kaufen ihre Bücher in der Buchhandlung gleich um die Ecke. Wir von den „LiteraturSeiten München“ (LS) wollen in den nächsten Monaten Buchläden und deren prominente KundInnen vorstellen – nach dem Motto: „Meine Lieblingsbuchhandlung“.
Vier Räume hat die Buchhandlung „Buch & Bohne“ und ist damit eine
Große unter den kleinen Buchläden Münchens. Sie liegt zwischen Goethe- und Kapuzinerplatz in der Häberlstraße; Mariann Geier eröffnete sie im Oktober 2010. „Zu Buch & Bohne gehe ich seit vier Jahren“, sagt der Münchner Schriftsteller Christoph Poschenrieder. „Eine Buchhandlung hat in meinem Viertel – südliche Isarvorstadt – gefehlt. Tja, es gibt Bücher, guten Espresso, gute Unterhaltung und Beratung, und mein Hund Moe hat immer die Kekse von Random House bekommen. Was will man mehr.“
Mit „Buch & Bohne“ hat sich Mariann Geier, die vor 30 Jahren von Ungarn nach München gekommen ist, einen Jugendtraum erfüllt. „Ich wollte in München die alte Kaffeehauskultur von Budapest wieder aufleben lassen.“ Die Buchhändlerin Geier erinnert sich voll Schwärmerei an ihre Heimat: alte Kronleuchter, an den hohen Wänden Zeichnungen und Bücher, „und zu jedem Kaffee gab es einen kleinen Schnaps.“ Schnaps gibt es in der Häberlstraße nicht, dafür selbstgemachten Kuchen und Kaffee in allen Variationen. Zwischen Belletristik und Sachbüchern stehen ein Biedermeiersofa mit drei alten Stühlen sowie zwei weitere Tischchen, an denen die Kunden Espresso oder Cappuccino trinken, plaudern, diskutieren, lesen.
Christoph Poschenrieder kommt fast täglich zu „Buch & Bohne“. „Ich wüsste nicht, warum ich mir ein Buch bei Amazon holen sollte, wenn ich es mit einer e-mail und einem Spaziergang von einer Viertelstunde bei meiner Buchhandlung bekomme.“ Poschenrieder ist nicht nur Stammkunde bei „Buch & Bohne“, er hat dort auch schon seine Werke vorgestellt. Lesungen gehören zum festen Programm von Mariann Geier, so waren beispielsweise Tilmann Spengler, Frank Günther, Kai Hensel, Sebastian Glubrecht, Tillmann Rammstedt, Lukas Hartmann oder Christine Kaufmann in der Häberlstraße zu Gast.
Neben Lesungen veranstaltet „Buch & Bohne“ auch Blueskonzerte oder Kasperltheater für Kinder, die bei Mariann Geier ein wahres Eldorado vorfinden: So gibt es einen eigenen Raum für die Kleinen, der zweigeteilt ist. In einem Bereich dürfen Kinder malen, auf der Schreibmaschine tippen oder mit großen Steifftieren spielen, im anderen Bereich können die jungen Kunden in den Büchern stöbern – aber nur, wenn Mama oder Papa aufpassen. Für Kinder hat die Buchhändlerin auch gleich noch einen besonderen Tipp: So empfiehlt sie das Bilderbuch „Der Bär, der nicht da war“ von Oren Lavie in der Übersetzung von Harry Rowohlt und mit Illustrationen von Wolf Erlbruch – für Kinder ab vier Jahren und natürlich auch für (wie jedes gute Kinderbuch) Erwachsene. Denen rät Mariann Geier unter anderem zur Lektüre von „Die Gierigen“ von Karin Tuil, „Die Interessanten“ von Meg Wollitzer, „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili oder von „Ein ganzes Leben“ von Robert Seethaler.
Ja, und sie empfiehlt natürlich auch Christoph Poschenrieders „Das Sandkorn“. Das Werk, im Vorjahr im Diogenes-Verlag erschienen, war bislang der größte Erfolg des Schriftstellers: Es stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Zwei Jahre arbeitete der 1964 in Boston geborene Autor an diesem historischen Roman. „Zwecks Recherche und Inspiration war ich in Italien und in Berlin. Für Berlin allerdings waren alte Stadtpläne und Fotos hilfreicher, da sich die Stadt so sehr verändert hat seit 1914.“ Derzeit schreibt der Autor an einem neuen Roman, zu Titel und Thema will er noch nichts ausplaudern. Aber er verrät dann doch: „Nichts Historisches, eine Art Komödie. Schwarzer Humor.“
Buchhandlungen, so versichert Poschenrieder, gehörten einfach zur Kulturinfrastruktur einer Stadt. Und der „Buch & Bohne“-Kunde Reinhard Ammer, der derzeit seine rabenschwarzen Gschichtn mit dem Titel „Herzzreissn“ präsentiert, ergänzt: „Es gibt doch in München nun wirklich genug Nadelstudios und Telefon-Läden.“ Zudem arbeite eine Buchhandlung ökologisch: So nimmt der Buchladen die gesammelten Bestellungen seiner Kunden tagsüber entgegen und habe die Bücher am nächsten Morgen parat. „Da muss nicht jedes Buch einzeln in jeden Haushalt geliefert werden.“ Wir leben doch nicht, ergänzt
Poschenrieder, auf einem Einödhof in der nördlichen Oberpfalz! Nein, wir leben mitten in München.
Ina Kuegler
by LiSe | 1. Dez. 2014 | Blog, Titelgeschichte
Winterleiden und Winterfreuden rund um das Weihnachtsfest, das schildern die acht Autoren, die wir diesmal für unser Weihnachtsrätsel aus drei Jahrhunderten für Sie ausgesucht haben – wir wünschen wieder viel Vergnügen und Leseanregung für die stille Zeit!
1. Der politisch verfolgte Autor promovierte über Fischnerven, revoltierte, verstarb, als es gerade richtig losgehen sollte.
Er kam bald vom Weg ab, und eine sanfte Höhe hinauf, keine Spur von Fußtritten mehr, neben einem Tannenwald hin, die Sonne schnitt Kristalle, der Schnee war leicht und flockig, hie und da Spur von Wild leicht auf dem Schnee, die sich ins Gebirg hinzog. Keine Regung in der Luft als ein leises Wehen, als das Rauschen eines Vogels, der die Flocken leicht vom Schwanze stäubte. Alles war so still, und die Bäume weithin mit schwankenden weißen Federn in der tiefblauen Luft.
2. Ein moralisch-literarischer Gigant von solchem Einfluss, dass Thomas Mann von ihm sagte , hätte der noch gelebt, hätte der Krieg sich nicht getraut, auszubrechen.
… sie alle betrachtete Lewin als auserwählte Günstlinge des Glückes, weil ihnen vergönnt war, hier in Kittys Nähe zu sein. Aber alle diese Schlittschuhläufer, schien es, waren dabei von der größten Seelenruhe, holten sie ein, überholten sie, redeten sogar mit ihr und vergnügten sich ganz ohne Rücksicht auf sie, indem sie sich das vorzügliche Eis und das schöne Wetter mit Lust zunutze machten.
3. Der körperlich und seelisch schwer leidende Autor gilt als Poet der menschlichen Isolation, des Surrealen oder auch der Gottessuche.
… starkes Schneegestöber füllte den weiten Raum zwischen mir und ihm; einen Wagen hatte ich, leicht, großräderig, ganz wie er für unsere Landstraßen taugt; in den Pelz gepackt, die Instrumententasche in der Hand, stand ich reisefertig schon auf dem Hofe; aber das Pferd fehlte, das Pferd. Mein eigenes Pferd war in der letzten Nacht, infolge der Überanstrengung in diesem eisigen Winter, verendet.
4. Der Verzweiflungsschriftsteller schlechthin, der uns mit dem wieder und wieder Überdrehen der Negativ-Schraube oft zum Lachen bringt vor Entsetzen. Gedichte, Dramen, Romane.
„Ein Schneetreiben ist absolut ein Vorgang des Todes…aber was ist ein Schneetreiben? Wie kommt es zustande? Auflehnung, woraus dieses Wunder besteht…meine ganze Schilderung ist ja nichts als Angst, nichts als eine kindische Angst vor einem ungewöhnlichen Schauspiel…“ Der Ingenieur hatte den Maler auf der Straße liegend aufgefunden und in seinen Wagen gesetzt und mitgenommen. „Ohne den Ingenieur wäre ich umgekommen in diesem Schneetreiben“, sagte er.
5. Er wollte mehr und bessere Romane schreiben als sein Vorbild (siehe 2.); es gelang zwar nicht, aber er bekam den Nobelpreis, der andere nicht.
… die Knöchel aneinander gedrückt, liefen wir ganz tief geduckt, überließen uns der Geschwindigkeit und glitten endlos, endlos im stillen Zischen des körnigen Pulverschnees. Es war schöner als jedes Fliegen oder sonst irgend etwas, und wir entwickelten die Fähigkeit, es zu tun und zu genießen durch die langen Aufstiege mit den schweren Rucksäcken, die wir trugen. Wir konnten den Aufstieg weder erkaufen noch ein Billet zum Gipfel nehmen.
6. Er schreibt keine Pageturner, weder auf Handlung noch auf Psychologie kommt es ihm an: Nur Stil und Beobachtung des Augenblicks. Vielleicht sollte man sein Urteil über ihn gelegentlich überprüfen.
„Keine Ekstase !“ (Nie mehr Ekstase) Um diese zu bezwingen, suchte er im Gelände nach einem Anhaltspunkt. Im besonnten Graben bildete der Schnee eine schimmernde Furche: die schönste Frau, die er je gesehen hatte. Ein unwillkürlicher Schrei, und aus einem Gebüsch kam sogar ein kleines Echo zurück. Schwermut und Geilheit erfaßten Sorger.
7. Engländer, treibt sich viel in Italien herum, und manche halten ihn für einen der besten lebenden Schriftsteller überhaupt.
Vielleicht ist der Schnee mein Element, dachte er. Einen Augenblick lang stellte er sich vor, wie er unter dem Weiß begraben war. Die stetig fallenden Flocken würden die Falten seiner Jacke und Hose ausfüllen und ganz langsam den Berg aus Fleisch, der Harold Cleaver war, mit einer weichen, weißen Schicht zudecken. Der Gedanke kam ihm seltsam luxuriös vor.
8. Die Autorin überrascht ihre Leser nur einmal pro Dekade mit unterhaltsamer, präzise beobachtender Dialog-Prosa, immer preis- und bestsellerverdächtig.
„Fröhliche Weihnachten“ brüllte er, und dann nahm er ein Schmucketui aus der Tasche und schob es zu Xandra hinüber. Boris und mir warf er zwei Bündel Zwanziger (500 Dollar für jeden!) quer über den Tisch. … Und obwohl in der uhrenlosen, klimagesteuerten Casino-Nacht Wörter wie „Tag“ und „Weihnachten“ ziemlich sinnlose Konstrukte waren, erschien mir inmitten der bunt klingenden Gläser der Gedanke an Glück gar nicht so untergangsbedroht oder fatal.
Auswahl : Wolfram Hirche
Lösung des Rätsels auf Seite 4
by LiSe | 1. Okt. 2014 | Blog, Titelgeschichte
Das Münchner Literaturbüro feiert seinen 30. Geburtstag mit Lesungen, Büchertagen sowie Werkstatt- und Lyrikpreis
Ein Stuhl, ein Tisch, eine Lampe: Eine junge Frau nimmt Platz, streicht zwei Papierbögen glatt und beginnt vorzulesen. „Heimatliebe“ heißt der Text, eine schnörkellose Geschichte über eine Dreiecksbeziehung. Nach zehn Minuten ist der Vortrag vorbei – so wollen es an diesem Abend die Regularien vom Münchner Literaturbüro (MLB), das zu seiner 1719. Lesung eingeladen hat. 1719 – das dürfte Münchner Rekord sein. Seit 30 Jahren veranstaltet das MLB in Haidhausen (offene) Lesungen, Lyrikwettbewerbe oder Büchertage und gehört damit zu den Säulen des Münchner Literaturbetriebs.
Anders als bei Poetry Slams, bei denen das Publikum per Applaus Noten verteilt, geht es in den MLB-Räumen in der Milchstraße 4 differenzierter zu: Es sind moderierte Lesungen mit Werkstattcharakter, mit noch nicht veröffentlichten Texten im Diskurs mit dem Auditorium. Nach dem Vortrag von Prosa und Lyrik wird sachkundig kritisiert oder gelobt, mal engagiert oder spröde, mal pauschal oder detailverliebt, mal geschäftsmäßig oder humorvoll. „Nehmen Sie die innere Bügelfalte weg“ heißt es da aus dem Auditorium. Oder: „Das sind alles Teflon-Geschichten, da bleibt nix hängen“. Oder: „Das war eine schöne, schlicht erzählte Story“. Knapp 40 ZuhörerInnen sind es bei diesem 1719. Abend, Stammgäste und Newcomer sitzen eng aneinandergereiht auf Klappstühlen, nippen an einem Glas Wein und lauschen den vorgetragenen Texten. „Unser Modell war die Gruppe 47, wir wollten einen basisdemokratischen Umgang mit Literatur“, erinnert sich Petra Lang, langjährige Vorsitzende, und Josef Rohrhofer, derzeit Vorstand des Literaturbüros, ergänzt: „Das entsprach in den frühen 80er Jahren durchaus dem Zeitgeist“ – schließlich entstanden damals Literaturbüros in Freiburg, Hamburg oder Berlin.
Seit 1984 haben Hunderte von bekannten und weniger bekannten Autoren in der Milchstraße gelesen; zu den Renommierten gehören unter anderem Wolfgang Bächler, Wolfgang Koeppen, Herbert Rosendorfer, Asta Scheib, Gerhard Köpf, Christian Enzensberger, Marianne Hofmann, Joseph von Westfalen, Ralf Bönt oder Anton G. Leitner (siehe auch nebenstehenden Kasten). Sie alle saßen auf dem „elektrischen Stuhl“, wie der Platz am Tisch neben dem Moderator scherzhaft genannt wurde. „Die Kritiken im MLB wirken“, sind sich die Organisatoren des Literaturbüros sicher. „Das zeigen die vielen Veröffentlichungen in renommierten Verlagen, Stipendien oder Preise“. Einen (unfreiwillig) bleibenden Eindruck hatte die Milchstraße auch beim Ost-Berliner Ministerium für Sicherheit (MfS) hinterlassen: Ein IM hielt in den Stasi-Akten fest, dass das Geld beim MLB nicht reiche und das Literaturbüro „schlecht organisiert“ sei.
Von „schlechter Organisation“ kann wohl kaum die Rede sein angesichts der Fülle von Lesungen, Wettbewerben, Fachgesprächen, Diskussionen und der Herausgabe etlicher Anthologien und Publikationen, die das MLB – natürlich alles ehrenamtlich – auf die Beine gestellt hat. Schon vor der Gründung des Vereins MLB hatte es im Haidhausen-Museum Werkstattgespräche zwischen 1978 und 1984 gegeben, 1980 folgten die ersten Haidhauser Büchertage – doch in feste Bahnen brachte Gründungsvater Kay Ken Derrick all diese Aktivitäten erst, nachdem das Literaturbüro 1984 ein eingetragener Verein mit einer festen Bleibe in der Milchstraße geworden war, der seitdem vom Kulturreferat des Stadt München finanziell unterstützt wird.
Die Freitagslesungen, die Haidhauser Büchertage, der Haidhauser Werkstattpreis und der Lyrik-Preis München – das sind die inhaltlichen Schwerpunkte, die sich das MLB seit Jahren setzt. Daneben haben das Büro oder seine Protagonisten immer wieder Publikationen und Anthologien herausgebracht, so etwa das „Literatur –Bulletin“, die Zeitschrift „Torso“ oder „Ausser.dem“. Vor vier Jahren erschien der Band „schöneböse Kindheit“, ein Textsammlung von 50 Geschichten aus der Kindheit. Diese Anthologie von MLB-Mitgliedern und anderen Autoren wurde allein in München auf 20 Lesungen vorgestellt. Die Büchertage gingen bislang 27 Mal über die Bühne, gedacht sind sie als Forum für Münchner Kleinverlage, Literaturzeitschriften und Autorengruppen, die sich in Lesungen vorstellen können. Diese Chance genutzt haben unter anderem die SchreiberInnen der Münchner Zeitschrift BISS.
Den Lyrik-Preis München gibt es seit 2010, er wurde ins Leben gerufen von Stein Vaaler, Hans-Karl Fischer und Kristian Kühn. Die Vorrunden laufen in der Milchstraße, die Endausscheidung geht einmal im Jahr im Gasteig über die Bühne, wo eine Fach-Jury den mit 1000 Euro dotierten Lyrik-Preis München vergibt. Dazu erklärt MLB-Vorsitzender Rohrhofer: „Ohne die Förderung durch die Landeshauptstadt München, insbesondere durch das Kulturreferat und durch die Stadtbibliothek sowie die Gasteig GmbH war und wäre die Arbeit des MLB finanziell nicht zu stemmen“.
Während der Lyrik-Preis München in diesem Oktober zum 5. Mal verliehen wird, ist der Werkstattpreis mit dem Moderator Rainer Kegel schon lange volljährig. An elf Offenen Abenden in der Milchstraße wählt das Publikum aus bis zu sechs Beiträgen den Tagessieger, der sich dann mit den weiteren Vorrundenbesten im Gasteig messen muss. Im Vortragsaal der Stadtbibliothek kürt das Auditorium per Stimmzettel den Sieger. Tagessiegerin bei der 1719. Lesung wurde übrigens Miriam Nonnenmacher – ihre Dreiecksgeschichte „Heimatliebe“ fand den größten Beifall. MLB-Tagessieger zu werden, kann Folgen haben: Uwe Tellkamp schaffte das im Jahr 2001, bevor er 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis gewann und 2008 mit „Der Turm“ den Deutschen Buchpreis.
Ina Kuegler
by LiSe | 1. Sep. 2014 | Blog, Titelgeschichte
Börsenverein des Deutschen Buchhandels warnt vor den Folgen des Freihandelsabkommens (TTIP)
Interview mit Alexander Skipis
Mehr Wachstum, mehr Jobs, mehr Geld, keine Zölle: das Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen EU und USA klingt wie Weihnachten und Ostern zusammen. Seit Monaten wird in Brüssel verhandelt – hinter verschlossenen Türen. Schriftsteller, Verleger und Buchhandlungen befürchten, dass mit der Unterzeichnung des Freihandelsabkommens die Buchpreisbindung für gedruckte Bücher und für E-Books gekippt wird. Was das bedeuten könnte, wollten die „LiteraturSeiten München“ von Alexander Skipis wissen, dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (Frankfurt).
LiteraturSeiten (LS): Was bedeutet und was bringt eigentlich die Buchpreisbindung?
Alexander Skipis: Die Buchbranche ist ein wichtiger Kulturzweig in Deutschland, der keine direkten staatlichen Subventionen erhält und marktwirtschaftlich organisiert ist. Ziel der Buchpreisbindung ist es, das Buch als Kulturgut vor dem Preiswettbewerb zu schützen. Jedes in deutscher Sprache erscheinende Buch und E-Book hat für mindestens 18 Monate einen vom Verlag festgesetzten Preis. So garantiert die Buchpreisbindung, dass es ein vielfältiges Buchangebot und ein weit verzweigtes Netz an Buchhandlungen gibt. Verlage können durch die Preisbindung eher auch Titel jenseits der Bestseller auf den Markt bringen. Das Ergebnis: Die Titelvielfalt auf dem deutschen Buchmarkt ist eine der größten weltweit. Die Buchpreisbindung sichert so die Qualität und Vielfalt auf dem Buchmarkt und trägt in erheblichem Maße zur Kultur und Gesellschaft in Deutschland bei.
LS: Welche Gefahr sehen Sie in den Verhandlungen zum Freihandelsabkommen für die deutsche Buchkultur?
Skipis: Da der kulturelle Sektor nicht aus dem Verhandlungsmandat ausgeklammert wurde, stehen beim Freihandelsabkommen die flankierenden Schutzmaßnahmen zur Disposition, die für den Buchmarkt überlebensnotwendig sind. Den großen amerikanischen Online-Firmen wie Amazon, Google oder Apple ist die Buchpreisbindung schon lange ein Dorn im Auge. Ohne Zweifel werden sie sich massiv dafür einsetzen, dass sie zu Fall gebracht wird. Ohne Preisbindung stehen die Vielfalt und die Qualität des Buchmarkts in Deutschland auf dem Spiel. Es würde ein Massensterben von Buchhandlungen eintreten. Das können Sie in allen Ländern ohne Buchpreisbindung sehen. In der Folge würden Verlage nur noch leicht verkäufliche Massenware produzieren, neue Autoren hätten es schwer und den Lesern stünde eine deutlich geringere Auswahl zur Verfügung. Auch die Preise würden letztlich steigen. Auch das sieht man in Ländern ohne Buchpreisbindung. Der Vergleich mit dem US-amerikanischen Buchmarkt zeigt, dass dort der durchschnittliche Buchpreis höher ist als hierzulande. Da die Gespräche zum TTIP hinter verschlossenen Türen geführt werden, ist für die Öffentlichkeit und auch für uns völlig intransparent, ob nun die Preisbindung und urheberrechtliche Fragen Gegenstand der Verhandlungen sind oder nicht.
LS: Die französische Regierung hat darauf gedrängt, die Kultur aus den Verhandlungen auszuklammern. Wie verhält sich die deutsche Regierung?
Skipis: Der Börsenverein hat sich schon zu Beginn der Verhandlungen zum Freihandelsabkommen vehement für eine kulturelle Ausnahme eingesetzt. Die Bundesregierung hat diese Forderung allerdings in der letzten Legislaturperiode nicht aufgegriffen. In der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung für diese Legislaturperiode ist die Ausnahme für den Kultursektor im Freihandels-abkommen aufgenommen. Deshalb erwarten wir jetzt, dass die Bundesregierung sich auch entsprechend dafür auf europäischer Ebene einsetzt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters macht sich auf europäischer Ebene für eine kulturelle Ausnahme stark, der Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat sich ebenfalls in diese Richtung geäußert.
LS: Bei den Verhandlungen ist offenbar strittig, ob E-Books Kulturgüter oder Dienstleistungen sind. Wenn das digitale Buch nur eine Dienstleistung ist, fällt es dann noch unter den Kultursektor?
Skipis: Sie weisen da auf einen sehr wichtigen Punkt hin. In der Tat sind wir sehr aufmerksam, dass nicht Teile des Kultursektors, nur weil sie nach der Nomenklatur der EU unter „Dienstleistungen“ oder „Telekommunikation und Medien“ fallen, auf diesem Weg doch verhandelt werden.
LS: Warum ist die Buchpreisbindung für digitale Bücher wichtig? Hätte das Ende der E-Book-Preisbindung Auswirkungen auf den Buchhandel, die Verlage, die Print-Bücher, die Autoren, die Leser?
Skipis: Für die kulturelle Bedeutung macht es keinen Unterschied, ob Bücher digital oder gedruckt vorliegen. Der Wegfall der Preisbindung für E-Books hätte fatale Folgen. Deshalb ist die Buchpreisbindung hier genauso wichtig. Auch hier würde ein Preiswettbewerb der Qualität und Vielfalt schaden. Zudem befürchten wir, dass dies auch Einfluss auf die Preisbindung für Print-Bücher hätte.
LS: In Bremen haben Buchhändler gegen TTIP demonstriert und ihre Schaufenster mit Krepp-Papier zugeklebt. Können Sie sich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels noch andere Protestformen vorstellen?
Skipis: Wir appellieren an unsere Mitglieder, direkt ihre Bundestagsabgeordneten auf das Thema anzusprechen. Zudem sollten sie ihre Kunden und ihr Umfeld für das Thema sensibilisieren. Es kann nicht eindringlich genug darauf hingewiesen werden, welche Konsequenzen das Freihandelsabkommen für unsere Branche haben könnte.
LS: Warum gründen die deutschen Verlage und der Buchhandel keine eigene Online-Plattform?
Skipis: Es gibt solche Plattformen bereits. Ein Beispiel ist buchhandel.de, das aktuell weiter ausgebaut wird. Kunden können darüber E-Books kaufen oder Bücher bestellen und in einer Buchhandlung vor Ort abholen. Der Buchhandel und die Verlage selbst sind hierzulande digital gut aufgestellt und begegnen den aktuellen Entwicklungen mit innovativen Ideen. Inzwischen bieten zwei Drittel der Verlage E-Books an und 80 Prozent der Buchhandlungen haben einen Internetauftritt mit eigenem Online-Shop. Beim Verkauf von E-Books hat die deutsche Buchbranche zudem im vergangenen Jahr mit dem „Tolino“ eine erfolgreiche Alternative zu Amazons Kindle geschaffen. Innerhalb kürzester Zeit ist die Allianz von Thalia, Hugendubel, Weltbild und der Telekom zum schärfsten Konkurrenten des Kindle geworden. Nur ein halbes Jahr nach seiner Einführung lag der Marktanteil des Tolino bei 37 Prozent, gegenüber dem Kindle mit 43 Prozent.
Interview: Ina Kuegler