by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Titelgeschichte
Eine Ausstellung der Monacensia im Olaf-Gulbransson-Museum in Tegernsee geht Schriftstellern und Künstlern nach, die dort zwischen 1900 und 1945 lebten.
Von Katrina Behrend Lesch
Zuerst waren es zwei fromme adlige Brüder, die es ins Tegernseer Tal zog und dort Mitte des 8. Jahrhunderts an einem „besonders schönen und sonnigen Uferstück“ ein Kloster gründeten. Offenbar stand die Wahl dieser höchst anmutigen Gegend nicht in Widerspruch zu ihrem bußfertigen Rückzug aus der Welt. Nach der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging die Benediktinerabtei in den Besitz der Wittelsbacher über, in deren Gefolgschaft siedelten sich weitere Adlige an, sozusagen als Vorreiter für die bald nachziehende Künstler- und Literatenschar. Zusammen genoss man die freie Natur, die frische Luft, das harmonische Miteinander von Gebirge und See. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Kolumne
Der Kaiser tot, der Joachim Kaiser – kann nicht sein, wird nicht akzeptiert! Niemand protestiert mehr gegen Hagelschlag, soll er gesagt haben, bezogen auf seine Kritiken, so unvermeidlich, unwiderleglich gingen sie nieder – jedenfalls mit einer Prise Selbstironie, doch, das trauen wir ihm zu, jederzeit, bei aller – sozial durchaus kompatiblen – Eitelkeit. Aber sein Abschied ist für Menschen, die in den Sechzigern oder Siebzigern erwachsen wurden und zur SZ griffen, die schon früher Radio hörten, diese Kaiser-Sendungen im BR, schlichtweg nicht akzeptabel. J. K. gehört dazu, fast wie die Sonne, die Wolken, das Grün. Man konnte sich mal über ihn ärgern, an seinen Silvesterquizfragen qualvoll scheitern, aber dann auch wieder wohl begründet, sich aufrichten, wenn er gegen den Mainstream für manchen sperrigen Walser-Roman plädierte, für Böll, für den späten Hemingway („Über den Fluss und durch die Wälder“) oder auch, beispielsweise, für die gelungene Orchestrierung der Chopin- Klavierkonzerte, die er bewunderte, wie man dies als Musik-Laie ohnehin schon längst getan hatte. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Spielort, Kulturveranstalter und Stadtteilarchiv im Münchner Norden
Die Mohr-Villa Freimann
Von Simone Kayser
Das Kulturzentrum Mohr-Villa in der Situlistraße besticht schon von außen durch seinen schönen Garten und beim Eintreten durch das rege kulturelle Angebot. Das Gelände mit dem Haupthaus und den ehemaligen Stallungen trägt seinen Namen von der Familie, die hier Ende des 19. Jahrhunderts noch herrschaftlich residierte. Danach wurde das Anwesen teils als Wohnraum für Angestellte der Rüstungsfirma Krupp KG genutzt, als Betsaal für die wachsende protestantische Gemeinde, als Wachlokal der Roten Garde und nach 1925 als Wohnhaus des Reichsbahnpräsidenten. Als in den 1980er Jahren dem inzwischen verwahrlosten Gebäude der Abriss drohte, kämpften Freimanner Bürgerinnen und Bürger für die Rettung der Villa und des unverbauten Grundstücks. Heute gehört das Haus der Stadt, und der Mohr-Villa-Verein betreibt es als Kulturzentrum. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Lyrische Kostprobe
Angriff, postwendend
Instinktiver Reflex
Binnen Sekunden
Vernichtend
Der rote Stier
An der Westfront
Flucht, verzögert
Gedankengebremst
Vorausschauend
Scheues Wittern
In der Dämmerung
Blaue Rehe
Totstellen, taub
Alle Drähte gekappt
Unerreichbar
Bei sich
Gelbe Kuh
Auf freier Weide
Ihr göttlicher Ton
Wolfgang Wurm
(Franz Marc Museum, Kochel am See)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Unter dem Motto „Rebell, Weltbürger, Erzähler“ steht die aktuelle Ausstellung im Literaturhaus, die dem Schriftsteller Oskar Maria Graf gewidmet ist. Beleuchtet wird vor allem sein Leben und Schreiben in den Jahren des Exils. Oskar Maria Graf und seine Frau Mirjam lebten von 1933 bis 1938 in Wien und Brünn und ab 1938 in New York. Als Autor von weltliterarischem Rang schrieb er in dieser Zeit zahlreiche seiner großen Werke. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Kurzgeschichte
Von Angela Gutschmidt
Wandertag, Treffpunkt acht Uhr im Klassenzimmer, weil: um neun Uhr zehn fährt die BOB am Hauptbahnhof weg! Fünf Minuten Fußweg zum U-Bahnhof, zwölf Minuten U-Bahnfahrt und dann noch mal fünf Minuten zu Fuß quer über den Hauptbahnhof. Bleiben schlappe achtunddreißig Minuten zwischen Treffpunkt und Zugabfahrt. Die lassen sich aber locker damit füllen, auf fehlende Schüler zu warten, die noch mal eben aufs Klo geflitzt sind, fünfunddreißig mal die Frage zu beantworten, wo es denn eigentlich hin geht und – natürlich! – die Expedition zur wenige Minuten entfernten U-Bahnhaltestelle. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Münchner Buchhandlungen laden zum Aktionstag
Am Samstag, 24. Juni, heißt es zum dritten Mal „bookuck! Münchens beste Seiten. In Ihrer Buchhandlung“. 41 Buchläden laden mit unterschiedlichsten Aktionen Kids, Teens und Erwachsene zum Miterleben und Mitfeiern ein. Auffällig leuchtet das orangefarbene Aktionsplakat bookuck! im Stadtbild und zeigt auch in den Schaufenstern und an den Türen der Buchhandlungen an, welche Buchläden mitmachen. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Eine neue Biografie würdigt Oskar Maria Graf
von Antonie Magen
Als Oskar Maria Graf am 28. Juni 1967 in New York im Alter von 72 Jahren starb, hatte er fast die Hälfte seines Lebens im Exil zugebracht. Dessen Beginn markierte er in seiner zweiten Autobiografie „Gelächter von außen“ (erschienen 1966) rückblickend mit dem 6. März 1933, dem Tag, an dem seine Lebensgefährtin Mirjam Sachs nach der letzten freien Reichstagswahl der Weimarer Republik in Wien eingetroffen war. Graf selbst befand sich schon seit Februar auf einer Lesereise in Österreich. Nach Deutschland kehrte er erst 1958 zurück, kurz nachdem er die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Allerdings beschränkten sich seine Aufenthalte in Europa der fünfziger und sechziger Jahre auf drei Reisen. – Unzufrieden mit dem Nachkriegszustand Westdeutschlands und der mangelnden Würdigung seines Werkes, das zumindest in der BRD erst ab 1960 wieder Aufmerksamkeit erregte, kehrte er nicht dauerhaft in sein Geburtsland zurück und blieb bis zu seinem Tod Emigrant. (mehr …)