[LiSe 01/24] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Januar diese Neuerscheinungen:

Cho Nam-Joo: Wo ich wohne, ist der Mond ganz nah
KiWi

Cho Nam-Joo widmet sich in diesem feministischen Roman einem koreanischen Frauenleben: Manis Familie lebt in einem der ärmsten Stadtteile von Seoul. Sie wird ein einfaches, unerfülltes Leben führen, geprägt von der Demütigung, mit Mitte 30 noch keine eigene Familie zu haben. Eines Tages erfährt ihre Familie, dass eine Stadtteilsanierung geplant ist. Diese lässt die Immobilienpreise in die Höhe schießen, ihr Haus gewinnt plötzlich an Wert. Doch bald erfährt Manis Familie, dass die Sanierung wieder abgeblasen werden solle. Als ein Fremder ihr Haus kaufen will, ist die Familie uneins darüber, ob sie diesem gutmütigen Mann die Wahrheit sagen soll. (mehr …)

[LiSe 01/24] Kurzgeschichte: Der Goldbarren

Von Ruth Neureiter

Ich erinnere mich an einen kleinen Goldbarren in meiner Handtasche. Er muss dort schlummern seit dem Schreibseminar in Lindau, unter vielen anderen Dingen, die ich mit mir herumtrage: Geldbörse, Notizbuch, diverse Stifte, Kinokarte, Parkschein, Papiertaschentücher, Kontoauszüge, Visitenkarten und Reisepass, Autoschlüssel, Einkaufszettel. (mehr …)

[LiSe 01/24] Rezension: Auf der Suche nach Mona Lisa

Tom Hillenbrand bei einer Lesung über seinen neuen Roman

Von Sevda Cakir

„Verbrechen kann manchmal auch karriereförderlich sein“ – mit diesen Worten bezieht sich der Münchner Bestseller-Autor auf den Werdegang der „Madonna Lisa“, kurz: Mona Lisa, des berühmtesten Gemäldes der Welt. Als am 22. August 1911 Leonardo da Vincis Porträt „einfach“ aus dem Louvre gestohlen wird, kennen nur Kunstinteressierte das Motiv, erzählte Tom Hillenbrand vergangenes Jahr beim Literaturfestival „Dachau liest“ über seine Recherchen. (mehr …)

[LiSe 12/23] Kommt, hört, versteht

Das Kulturzentrum der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern lädt seit 40 Jahren zu literarischen Veranstaltungen und mehr ein

Von Katrin Diehl

Wie wird jemand, wie wird etwas zu „einer Institution“? Genau bestimmen lässt sich das sicher nicht. Dass dafür Zeit, Beständigkeit, viel Arbeit vor und hinter den Kulissen vonnöten sind, davon lässt sich ausgehen. (mehr …)

[LiSe 12/23] Kolumne „Das ist meine Meinung“

Ein Satz mit einem Hopser

Haben Sie den Satz auch so satt? „Das ist meine Meinung.“ Der Punkt wird nicht mitgesprochen, aber die vier Worte davor werden so betont, dass man den Sprecher oder die Sprecherin aufstampfen sieht am Satzende. Würde mir der Satz nicht so große Übelkeit verursachen, müsste ich schallend lachen, denn vor meinem geistigen Auge wird der Punkt nicht gestampft, sondern gehopst, wie es die Mielke-Schwestern in Loriots „Pappa ante portas“ tun. (mehr …)