Veranstaltungstermin: Dienstag, 5. Mai 2026, 19.00 Uhr
Veranstaltungsort: Haus des Deutschen Ostens, Am Lilienberg 5, 81669 München
Referentin: Professor Dr. Alla Paslawska (Lemberg/Lwiw)
Die Ukraine ist seit Jahrhunderten ein multiethnischer Begegnungsraum – und die deutsche Kultur hat darin deutliche Spuren hinterlassen. Obwohl Deutsche heute nur noch einen sehr kleinen Anteil der Bevölkerung ausmachen, prägten sie über Jahrhunderte Städtebau, Recht, Bildung, Literatur und Sprache. Der Vortrag beleuchtet die Geschichte deutscher Siedler seit dem Mittelalter, die Einführung des Magdeburger Rechts, das deutschsprachige Lwiw sowie die besondere Rolle Galiziens als kultureller Schnittstelle zwischen Ost- und Mitteleuropa.
Im Mittelpunkt stehen literarische Stimmen wie Leopold von Sacher-Masoch, Karl Emil Franzos und Josef Roth, deren Werke Galizien als vielsprachige Kulturlandschaft porträtieren. Ebenso wird der Einfluss des Deutschen auf das Ukrainische thematisiert – bis heute sind rund 800 Lehnwörter lebendig.
Der Vortrag zeichnet das Bild einer Region, in der unterschiedliche Ethnien und Konfessionen zusammenlebten – zwischen Toleranz, Konflikt und kultureller Blüte – und fragt, welche Bedeutung dieses gemeinsame Erbe heute für Europa hat.
