[LiSe 12/15] Für den Gabentisch – Kurzrezensionen

Wind in den Augen Homers

Eigentlich umfasst die Geschichte nur vier Tage, in denen der Held aus dem Krieg, der in Italien 1943 beendet war, heimkehrt und vom Festland nach Sizilien überzusetzen versucht. Es ist die Landenge zwischen Skylla und Charybdis, der Brücke zwischen den Mythen der Antike und der Gegenwart. Hier hörte Odysseus den Gesang der Sirenen, hier ist die Heimat des Matrosen ‘Ndrja Cambrìa. Doch es ist nicht mehr seine Welt, dieser Krieg hat alles auf den Kopf gestellt, in alles Lebende den Samen des Todes gesenkt. (mehr …)

Branchentreffen der Kreativwirtschaft zum Thema Buchmarkt

Der Buchmarkt ist ein wichtiges Segment der Kultur- und Kreativwirtschaft in der Metropolregion München. Er trägt wesentlich zur Wertschöpfung der Branche und der Wahrnehmung Münchens als Kulturstadt bei.

Das Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt München lädt alle Akteure des Buchmarkts, Freie ebenso wie Unternehmen, zum Austausch ein. Am Mittwoch, 2. Dezember, von 14 bis 18 Uhr in der Black Box im Gasteig, Rosenheimer Straße 5, werden die Perspektiven und Bedürfnisse des Buchmarkts im Großraum München thematisiert und in Podiums- und Werkstattgesprächen erörtert. (mehr …)

[LiSe 11/15] Flucht, Exil und Asyl

Literaturfest München vom 18. November bis 6. Dezember

Zum sechsten Mal lädt München zum Literaturfest ein. Literaturfest – das ist: das forum:autoren, ein literarisch-experimentelles Programm, das jedes Jahr von einem anderen Kurator gestaltet wird und in verschiedenen Lokalitäten stattfindet; ein hochkarätig besetztes Festprogramm im Literaturhaus sowie die 56. Münchner Bücherschau im Gasteig mit Lesungen internationaler Autoren und tollen Kinder- und Familienaktionen. (mehr …)

[LiSe 11/15] Kolumne: #Flop & Top

Jetzt, da der Pulverdampf der Salutschüsse sich verzogen hat vom 100. Geburtstag des vermeintlichen Politikers F. J. Strauß, wird uns schmerzlich bewusst, wie wenig FJS doch als großer Lyriker gewürdigt worden ist! Dabei enthält sein brillanter Vers „Eher gehe ich Ananas / Züchten in Alaska, als / Bundeskanzler zu werden“ Witz und Sprache moderner Poesie im Kern, in nuce, wie er gesagt hätte. Vorbei, vorbei, die Bundeskanzler-Sache war sein Flop und damit auch die Poesie. (mehr …)

[LiSe 11/15] Meine Lieblingsbuchhandlung (Folge 7)

Zeitzeugen und Chronisten
„Colibris“ – der Neuhauser
Lieblingsbuchladen von Dagmar Leupold

Von Kiew ist es nicht gerade der nächste Weg, doch immer, wenn der ukrainische Schriftsteller Andrej Kurkow nach München kommt, schaut er bei „Colibris“ vorbei. So auch an diesem sonnigen Oktobertag: Kurkow zieht seine Mütze vom Kopf, Martin Scherfchen, der Inhaber der Buchhandlung, begrüßt den Autor mit großem Hallo, kocht einen Espresso. „Colibris“ hat offenbar nicht nur Stammkunden unter den Lesern, sondern auch unter den Schriftstellern. „ Die Buchhandlung ‚Colibris’ kenne ich schon seit mehr als einem Jahrzehnt, zunächst nur vom Hörensagen. Seit 2007, also seit meinem Umzug nach München aus eigener Erfahrung“, sagt die Autorin Dagmar Leupold. „Ich schätze das Sortiment, die gut und vielfältig gefüllten Regale, die sehr kompetente und engagierte Beratung.“ 22 Jahre gibt es die kleine, sehr feine Buchhandlung schon, und sie ist in Neuhausen eine Institution. (mehr …)

[LiSe 11/15] Neues Projekt: LiteraturRaum

Ein Projekt des KulturRaum München

Der gemeinnützige Verein KulturRaum München setzt sich seit 2011 dafür ein, dass auch Menschen mit geringem Einkommen am vielfältigen Kulturleben in München teilhaben können. Dazu gehören vor allem Menschen ohne Arbeit, Alleinerziehende, Familien mit Kindern, Menschen, die von Altersarmut betroffen sind oder die in therapeutischen Einrichtungen, Wohngruppen oder Flüchtlingsunterkünften leben. Inzwischen werden monatlich rund 1400 kostenlose Eintrittskarten zu Kulturveranstaltungen vermittelt. Betroffene können sich über einen Sozialpartner oder direkt bei KulturRaum München als „KulturGast“ anmelden. (mehr …)

[LiSe 11/15] Kurzgeschichte: Zu früh

Heute nehme ich eine S-Bahn früher. Einmal nicht die Letzte sein. Ausnahmsweise bin ich sogar stolz auf mein Gastgeschenk.

Wein kann man nämlich vergessen. Er würde die Flasche auspacken, den Arm lang machen und mit zur Seite geneigtem Kopf das Etikett begutachten. Dann würde ganz kurz ein Ausdruck von Resignation über sein Gesicht huschen, der aber, wenn er die Flasche auf die marmorne Arbeitsfläche gestellt hätte, einem neutralen Lächeln gewichen sein würde. Dann würde er den Champagner aus dem Kühler ziehen, mit einer weißen Stoffserviette den Nebelschleier vom Etikett wischen, während sie überschwänglich erzählen würde, wie sie dieses Ausnahmegetränk auf ihrer letzten Tour durch das Valée de la Marne in einem kleinen Weingut entdeckt hätten. Also keinen Wein. (mehr …)