by LiSe | 18. Apr. 2024 | Blog, Vermischtes
Aufenthaltsstipendium mit Publikation für literarische Begleitung des Ulmer Burgsommers vom 25.07.-11.08.24 zu vergeben
Wir suchen einen literarischen Blick auf das Leben und die künstlerische und kulturelle Arbeit rund um die Festungsanlage Wilhelmsburg. Dafür bieten wir einem/r leidenschaftlichen Stadt- bzw. Burgschreiber*in die Möglichkeit eines Schreibaufenthalts in Form eines Aufenthaltsstipendiums in der Zeit vom 25.07.-11.08.24. (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Titelgeschichte
Vor hundert Jahren ist Franz Kafka gestorben. Das sind hundert Jahre ohne Kafka. 2024 wird er wieder ganz weit nach vorne geholt. Auch in München.
Von Katrin Diehl
Damen fielen in Ohnmacht (so hieß es), als Franz Kafka am 10. November 1916 in der Münchner „Galerie Hans Goltz“, Brienner Straße 18, seine bis dahin noch nicht veröffentlichte Erzählung „In der Strafkolonie“ vorstellte. „Ich hätte meine kleine schmutzige Geschichte nicht lesen sollen“, notierte er später, und auch dass die im Anschluss vorgetragenen Gedichte seines Freundes Max Brod nichts mehr retten konnten. Die Lesung in München war Franz Kafkas einzige außerhalb von dessen Geburts- wie Heimatstadt Prag und sie war „ein grandioser Misserfolg“. München könnte sich seitdem ein bisschen schlecht fühlen, könnte sich üben wollen in nachträglicher Kafka-Zugewandtheit und tut das jetzt auch in ganz großem Stil. Am 3. Juni ist Kafkas 100. Todestag, was das Jahr 2024 zu einem großangelegten Kafka-Jahr macht und das Programm, das sich um den Ausnahmeschriftsteller dreht, schwindelerregend reichhaltig. Denn es schwingen ja einige Kulturräume mit, in denen Kafka „stattfand“: der tschechische, der böhmische, der deutsche, der jüdische, der der Stadt Prag … (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Kolumne
Ins Theater, in die Oper, zur kultivierten Lesung gehen wir in der Regel nicht in Shorts und ausgeleiertem T-Shirt. Und noch viel weniger mit Plastiksandalen für den Garten oder Gummistiefeln. Auch nicht mit dreckverkrusteten Wanderschuhen oder Bommel-bewehrten Plüschhausschuhen, in denen uns wirklich niemand außerhalb der Familie sehen sollte. (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Lyrische Kostprobe
Sophia Klink wurde 1993 in München geboren und hat dort Biologie studiert. Zurzeit promoviert sie über Bakterien-Pflanzen-Symbiosen. Auch in ihren literarischen Texten erforscht sie die Natur und die menschliche Beziehung zu anderen Lebewesen. Sprache ist für sie das beste Skalpell, um unsichtbare Zusammenhänge sichtbar zu machen. Ihre Lyrik und Prosa wurden vielfach gefördert, zuletzt durch den Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis beim Literarischen März in Darmstadt. Ihre Texte sind bisher in Anthologien und Literaturzeitschriften erschienen. Im Lauf des Sommers wird ihr erster Lyrikband erscheinen. Derzeit arbeitet Sophia Klink an ihrem Romandebut. Red. (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Vermischtes
Der Eisele Verlag aus der Lilienstraße
Von Marie Türcke
In Dezember 2021 hatte ich die Freude hier das Buch „Statt einsam gemeinsam“ von Christiane Hastrich und Barbara Lueg vorzustellen, welches im selben Jahr im Eisele Verlag erschien. Seitdem folge ich dem stets höchst interessanten und vielfältigen Programm des Eisele Verlags. Daher freue ich mich – in unserer noch eher jungen Reihe unabhängiger Münchner Verlage – den Verlag und die Frau dahinter vorstellen zu können: Julia Eisele. (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Kurzgeschichte
Von Hartwig Nissen
Ich kann nicht behaupten, dass ich stolz darauf bin. Ich hatte gelogen, als Britta mich nach meiner Arbeit fragte. Ich sagte, ich hab frei, wegen Schlechtwetter, weil unser Team beim Brainstorming nicht komplett war. Und die Ausrede passte gut, es regnete gerade in Strömen. Sie sagte nichts. (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat April diese Neuerscheinungen:
Ashley Audrain: Das Geflüster
Penguin
Bevor der Sommer zu Ende geht, versammelt sich die Nachbarschaft der Harlow Street zu einem Gartenfest. Alles scheint perfekt – vor allem die Gastgeberin. Bis zu dem Moment, als Whitney vor aller Augen die Fassung verliert, weil ihr neunjähriger Sohn Xavier nicht gehorchen möchte. Die emotionale Entgleisung sorgt für Getuschel hinter vorgehaltener Hand. Als Xavier nur wenige Monate später aus seinem Kinderzimmerfenster stürzt, ist der Skandal unvermeidbar und das Urteil schnell gefällt. Doch in dieser Nachbarschaft ist niemand so vollkommen, wie er vorgibt zu sein. (mehr …)
by LiSe | 3. Apr. 2024 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Ein literarisches Spiel in der Finsternis
Von Ursula Sautmann
Als Jakob mit seiner Mutter und seinem Vater, Georg Wilhelm Pabst, G. W. Pabst, im familieneigenen Schloss in Österreich ankommt, sind die Verhältnisse bereits verkehrt: Der Hausmeister ist von unten nach oben gezogen, die Mutter muss schuften und die Familie des Hausmeisters bedienen. Jakob wird von den Hausmeistertöchtern gefesselt, nackt bis auf die Unterhose. Sie spielen Indianer. Jakob weint, als der Vater ihn rettet. Er besucht die Mittelschule und hat gelernt: Es ist gefährlich, in der Klasse unbeliebt zu sein. Es ist gefährlich, zu gut in der Schule zu sein, man muss es ausgleichen und jemandem wehtun. Er schlägt zu und sorgt dafür, dass niemand sieht, dass er einen Stein zu Hilfe genommen hat. Er legt den Arm um das Opfer und stellt klar, dass nur Feiglinge petzen. Und am Ende wundert er sich, dass man hinterhältig sein kann und einem dann nichts geschieht, wenn man Ritterlichkeit einfordert. Er lernt, dass er seine Angst nie, unter keinen Umständen, zeigen darf. (mehr …)