[LiSe 11/23] Kolumne: Hastegehört?

Fast jeder hat etwas auf den Ohren. Sind wir unterwegs, dann sind es unsere Kopfhörer auch. Kopfhörer schaffen unendlich viele voneinander isolierte Akustikräume, füllen die mit Musik, mit Worten, die absolut nichts mit der Geräuschewelt außerhalb zu tun haben. Ein kleines Accessoire, links und rechts an uns angebracht, gibt zu verstehen: „Also, ich höre gerade nichts. Also, hören tu ich schon was, aber eben nur das, was aus den Stöpseln kommt.“ Was genau das ist, bleibt ein Geheimnis, und so hat jeder sein Geheimnis. Außer …, die Kopfhörer sind Schrott. Schrottkopfhörer lassen mithören: blecherne Bass-Rhythmen, die wirklich sehr, sehr basic klingen. (mehr …)

[LiSe 11/23] Jung und schreibend (Folge 24): Den leeren Raum füllen

Graphic-Novel-Zeichner Dominik Wendland berührt mit seinen Illustrationen

Von Markus Czeslik

Dominik Wendland öffnet die Tür zu seinem Atelier im Glockenbachviertel: ein riesiger Raum mit hohen Decken, Zeichnungen an den kargen Wänden, die Einrichtung schlicht gehalten – der Fokus liegt ganz auf der Kunst. Auf ausgezeichneter Kunst. Dominik hat einige in der Comic-Szene renommierte Preise erhalten, bei denen das Who is who der Graphic-Novel-Szene nominiert war, was ihn heute noch stolz macht: für seine Technologievision „EGOn“ den Award der German Comic Con für Beste Science Fiction im Jahr 2019 und für „Tüti“ den Bayerischen Kunstförderpreis in der Sparte Literatur im Jahr zuvor. (mehr …)

[LiSe 11/23] Kostprobe: follow me on insta4grimm

Instant-Erzähl-Projekt von Katharina Ritter und Claus Strigel

Den ganzen Grimm für das 21. Jahrhundert aufbereiten, jedes der Märchen in Instant-Version erzählen. Das Projekt follow me on insta4grimm von Katharina Ritter und Claus Strigel versteht sich als Service für Stoff-Scouts, Studierende, für Märchen-Nerds und all diejenigen, die Geschichten lieben. Seit Januar 2023 werden sukzessive alle 200 Märchen der Brüder Grimm der Reihe nach in Bild und Ton erzählt und auf Instagram und YouTube hochgeladen. Viele spannende Erzähl-Gäste tragen ihre Versionen und Sprachen bei. Jeder Clip bekommt ein Startbild, das von einer KI generiert wird. (mehr …)

[LiSe 11/23] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat November diese Neuerscheinungen:

Hilde Rød-Larsen: Diamantnächte
park x ullstein

Agnete hat die Kontrolle. Sie hat einen guten Job, ihr Körper tut, was man ihm sagt. Sie ist zum zweiten Mal verheiratet und hat eine Tochter, die bald erwachsen sein wird. Doch dann fallen Agnete die Haare aus. Eines Herbstmorgens fährt ihr Mann ins Ausland und kommt erst an Weihnachten zurück. Agnete findet die Ruhe, um nach Worten für das zu suchen, was ihr Körper ihr schon seit einiger Zeit zu sagen versucht. – „Ein intensiver, sanfter wie unerschrocken ehrlicher Roman, der mich nicht mehr loslässt […]“ (Maria-Christina Piwowarski) (mehr …)

[LiSe 11/23] Rezension: Vom Reisen und Ankommen

Konstantin Ferstls Debütroman

Von Ursula Sautmann

Fidelis Lorentz ist sich sicher: J., seine große Liebe, will sich trennen. Am Telefon sagte sie, „dass wir sprechen müssen“. Und Fidelis glaubt zu wissen, was sie sagen will, und tut, was wohl so mancher in dieser Lage tun würde, nur nicht so radikal: Er flieht. Er begibt sich auf eine Reise, nicht nach Mallorca und nicht nach Paris, sondern nach Pyeongyang, nach Nordkorea also, mit dem Zug. Und diese Reise dauert. (mehr …)

David Van Reybrouck erhält den Geschwister-Scholl-Preis 2023

Der Kulturausschuss des Stadtrats der Landeshauptstadt München und der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels – Landesverband Bayern e.V. haben gestern beschlossen, den mit 10.000 Euro dotierten Geschwister-Scholl-Preis 2023 an David Van Reybrouck für sein Buch „Revolusi. Indonesien und die Entstehung der modernen Welt“ (Suhrkamp) zu vergeben. Mit dem in diesem Jahr zum 44. Mal vergebenen Geschwister-Scholl-Preis wird jährlich ein Buch ausgezeichnet, das von geistiger Unabhängigkeit zeugt und geeignet ist, bürgerliche Freiheit, moralischen und intellektuellen Mut zu fördern und dem verantwortlichen Gegenwartsbewusstsein wichtige Impulse zu geben. (mehr …)

Tukan-Preis der Stadt München für Thomas Willmann

Der diesjährige Tukan-Preis wird an Thomas Willmann für seinen Roman „Der eiserne Marquis“ vergeben. Die Vergabe beschloss der Kulturausschuss des Stadtrats auf Empfehlung einer Jury in seiner gestrigen Sitzung. Der mit 8.000 Euro dotierte Tukan-Preis zeichnet jährlich eine sprachlich, formal und inhaltlich herausragende literarische Neuerscheinung aus. In die Auswahl kommen alle belletristischen Veröffentlichungen von Münchner Autorinnen und Autoren. Zur Diskussion standen in diesem Jahr insgesamt 51 Bücher. (mehr …)