by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Titelgeschichte
Anmerkungen zum Boom von Krimis über die „Goldenen Zwanziger“
Von Michael Berwanger
Ein weiter, gepflasterter Platz, Hunderte von Menschen eilen darüber, ein paar Autos, eine Tram. Neben dem Kaufhaus „Jonaß & Co“ erhebt sich die „Rote Burg“, das legendäre Polizeipräsidium am Alexanderplatz in Berlin. Kommissar Gereon Rath steigt aus der Straßenbahn – er trägt Anzug, Gabardine-Mantel, Fedora-Hut –, eilt am Zeitungskiosk vorbei zur „Burg“. So sieht sie aus, die immer wiederkehrende Sequenz aus der spektakulär inszenierten Fernsehserie „Babylon Berlin“, einer Verfilmung, die auf Volker Kutschers Kriminalroman „Der nasse Fisch“ basiert. (mehr …)
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Kolumne
Es müssen Virologen gewesen sein, die in diesem Herbst den Deutschen, Schweizer und Österreichischen Buchpreis entschieden haben, lauter Überraschungen! Aber können wir uns wirklich vorstellen, dass irgendjemand außer Drosten, Streeck, Schmidt-Chanasit oder Kekulé noch irgendetwas von Bedeutung entscheiden könnte? Man kennt sie, die mächtigen Herren und die ihnen gelegentlich beigesellten Damen der virologischen Wissenschaft ja inzwischen so gut, dass man Titel und Geschlechtsbezeichnung längst weglässt. Drosten durfte sogar die sogenannte Marbacher „Schillerrede“ (Geburtstag 10. November) halten! Heinrich Heine (* 13.12.) und Theodor Fontane (* 30.12.) böten sich als die nächsten an. (mehr …)
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Vermischtes
Der Nachlass von Mirjam Pressler
Von Katrin Diehl
Anfang des vergangenen Jahres ist die Schriftstellerin Mirjam Pressler im Alter von 78 Jahren in Landshut gestorben. Sie zählte zu den wichtigsten Kinder- und Jugendbuchautor*innen des Landes. Zum Schreiben gekommen war sie aus Geldnot und weil sie den neuen Ton, der in den 70ern in die bundesdeutsche Kinderliteratur Einzug gehalten hatte, prima fand. Von der Studentenbewegung beeinflusst, drang ein wenig Rotzigkeit auch in die Kinderbücher, bekamen kleine Helden und Heldinnen eine Stimme, die sich wacker durchs nicht immer ganz feine, dafür echte Leben schlugen. Dass diese Storys auf nichtdoofe junge Leser*innen setzte, denen man gerne noch eine Portion Selbstbewusstsein gegenüber den Erwachsenen verpasste, gefiel Pressler richtig gut. Sie nahm am Schreibtisch Platz, legte los und bekam für ihre „Problemgeschichten“ in deutlicher Sprache auf Anhieb Anerkennung. Auf ein Happy-End per Zauberspruch und Glitzerregen durfte man bei ihr zwar nie hoffen, ein Hauch von Zuversicht wehte dennoch durch ihre Texte, oder mit einem Pressler-Titel aus dem Jahr 1995 gesagt: „Wenn das Glück kommt, muss man ihm (eben) einen Stuhl hinstellen.“ Auch als Übersetzerin – vor allem aus dem Niederländischen und dem Hebräischen – hatte sich Mirjam Pressler einen Namen gemacht. (mehr …)
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Vermischtes
Das Netzwerk Klimaherbst e.V. macht zusammen mit der Zeitschrift politische ökologie einen Call for Papers. Die Wettbewerbsbeiträge sollen die Frage beantworten, wie wir in einer gerechten und nachhaltigen Welt leben wollen.
Die Teilnahme steht allen Autor*innen ab 18 Jahren offen. Pro Autor*in darf nur ein Beitrag eingereicht werden. Einsendeschluss ist der 31.12.2020. Die Preisträger*innen (Preisgeld 1.000 Euro) werden durch eine unabhängige Jury bestimmt.
Fragen zur Ausschreibung bitte an Helena Geißler: helena.geissler@klimaherbst.de
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Lyrische Kostprobe
Der unwahrscheinliche Fall
eines Geschehens,
in dem so viel Nichts ist
wie Welt, deren Volumen
und Tiefe ich bin,
deren Oberfläche ich habe,
vor einem Hintergrund, den
ich mir weine.
Dort, wo das Gefundene
mich sucht, nimmt mich das Wahr-
Genommene wahr und das An-
Geschaute schaut sich in mir
und vergisst mich nicht.
Es redet mich in den Dingen.
Klaus Konjetzky
Vera Botterbusch hat uns zum Gedenken an ihren Mann einige Gedichte zukommen lassen, von denen wir hier gerne eines abdrucken.
Vera Botterbusch war, bis zu dessen Tod, 43 Jahre lang mit Klaus Konjetzky verheiratet. Sie ist Autorin, Filmemacherin und Fotografin sowie Mitglied des VS und des PEN.
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Lyrische Kostprobe
Die Bochumer Lyrikerin Maria Wargin war im März zu Gast im Münchner Literaturbüro. Der Sprachraum, in dem sie sich vorantastet, lässt durch Verkürzung variable Deutungen zu, was aber Teil des Konzepts ist.
Das folgende Gedicht hat sie den LiteraturSeiten München zur Verfügung gestellt. (mehr …)
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Lyrische Kostprobe
Uwe-Michael Gutzschhahn ist – was Sprache anbelangt – breit aufgestellt. Der 68-Jährige, der in Dortmund aufgewachsen ist und in Bochum Germanistik und Anglistik studiert hat, ist als Autor, Dichter, Übersetzer, Herausgeber, Lektor … vielseitig beschäftigt.
Den LiteraturSeiten hat er u. a. folgendes Gedicht zum Abdruck überlassen. (mehr …)
by LiSe | 28. Nov. 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Dezember diese Neuerscheinungen:
Richard Wagamese: Das weite Herz des Landes
Blessing
Franklin Starlight, ein 16-jähriger Ojibwe, wächst bei einem Vormund auf und kennt seinen Vater Eldon kaum. Doch jetzt ist Eldon todkrank und bittet seinen Sohn, ihn zum Sterben in die Wildnis zu begleiten. Auf der Reise erzählt der Vater dem Sohn seine Lebensgeschichte, und so entdeckt Franklin eine Welt, die er nicht kannte und ein Erbe, das er hüten kann. Mit der berührenden Vater-Sohn-Geschichte verarbeitet der bedeutende kanadische Autor Richard Wagamese (1955-2017) eigene Lebenserfahrungen: Als Kind von seinen Eltern getrennt und in Heimen und bei Pflegefamilien aufgewachsen, fand auch er erst als junger Erwachsener zu seinen indianischen Wurzeln. (mehr …)