by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Kolumne
Mein Herzensschatzerl! ich schreib Dir schon wieder, weil ichs nicht aushalten kann …“ so der junge Albert Einstein anno 1901 an seine Geliebte, Mileva Marić, nicht ahnend, wie böse es enden sollte. Für Verlage sind die Briefe der Berühmten ein gefundenes Festessen, egal ob sie von Franz Kafka, Ingeborg Bachmann oder Theodor Fontane stammen – solide Auflagen sind garantiert. Im Zeitalter der E-mails könnte diese Quelle aber sehr bald versiegen, was also tun? – Am besten, man sammelt die Post des eigenen Personals! (Andere Verleger expandieren, indem sie attraktiven Damen einen eigenen Verlag schenken – aber das ist eher die Ausnahme.) (mehr …)
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Vermischtes
Nora Gomringer, Autorin, Wortkünstlerin, Performerin und Direktorin der Villa Concordia in Bamberg, hat den Leser*innen der LiteraturSeiten ein Gedicht zur Verfügung gestellt. Es mag die Gedanken ein wenig in Bahnen jenseits von Inzidenz und Reproduktion entführen. Wir danken ihr dafür.
Friedwaldbusiness
Hab keinen Bruder ich und keine Schwester,
bin ohne Klänge und auch Schwere nicht in dieser Welt,
hab keine Meinung, keine Zähne, Zunge,
bin konsequenzlos wie nur irgendwas von sehr weit her.
Willst du mich fassen, mach die Augen zu
Und schließe deine Hände, denk dir ein Wort,
das sei mein Name dann.
Wisse, ich bin hier und seiend, doch auch nicht,
ein anderer bleibt hier, gehst du fort und aus.
Nimm meine Freunde, trag alle einzeln
aus dem Dickicht vor.
Und kommt die Stunde, grab in ein Loch mich unter einem Strauch.
Das Gedicht ist erschienen in „Gottesanbieterin“ von Nora Gomringer im Verlag Voland & Quist Berlin 2020
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Vermischtes
Die 61. Münchner Bücherschau soll mit neuem Konzept auf bewährter Basis stattfinden – falls die Corona-Bestimmungen das zulassen.
Von Ursula Sautmann
Seit 60 Jahren ist die Münchner Bücherschau ein fester Bestandteil des Münchner Kulturjahres. Die lieb gewordenen Erwartungen ihrer jungen und erwachsenen Besucher*innen will sie auch in diesem besonderen Jahr 2020 erfüllen. Wie immer soll es im Gasteig Bücher geben, an Messeständen der Verlage. Wie immer soll es Live-Veranstaltungen und ein attraktives Kinder-, Jugend- und Familienprogramm geben, ein ausgefeiltes Hygienekonzept inbegriffen. Namentlich genannt seien hier eine Diskussion des Historikers Wolfgang Benz mit Jugendlichen zum Thema „Vom Vorurteil zur Gewalt. Politische und soziale Feindbilder in Geschichte und Gegenwart“, eine Begegnung mit Alice Schwarzer unter dem Titel „Lebenswerk“ und eine Lesung mit Paul Maar, „Wie alles kam. Roman meiner Kindheit“. Auch das Literarische Jugendquartett soll wieder (zum dritten Mal) stattfinden. Erstmals aber werden auch diejenigen, die nicht anreisen können oder wollen, die Gelegenheit haben, das Programm zu nutzen. Denn virtuelle Messestände sollen die Ausstellungsfläche erweitern mit Videos, Leseproben, Informationen zu Titeln und Autoren. Alle Veranstaltungen werden gestreamt und damit im Netz übertragen. Und manches wird es nur virtuell geben, z. B. ein Angebot für Kindergartengruppen und Schulklassen. Eine Umstellung, gewiss, die Veranstalter – der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, unterstützt von Kultureinrichtungen der Stadt München, des Freistaats Bayern und der Bundesregierung – gehen aber davon aus, dass das neue Konzept nicht einmalig, sondern zukunftsweisend sein wird. Der Weltbild-Verlag stellt die digitale Plattform zur Verfügung. (mehr …)
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Vermischtes
Unvorstellbares ist Grundlage unserer Existenz. Das Vorstellbare der Existenz ist Literatur. … Vielleicht ist, was du lebst, nur eine Nebenwirkung“, schreibt Klaus Konjetzky in „Voices“, einer Prosa-Suite, die ihn als „Nachlass zu Lebzeiten“ seit 1985 beschäftigte.
Klaus Konjetzky wurde am 2. Mai 1943 in Wien geboren. 1946 kam er über die grüne Grenze nach Niederbayern, 1949 nach München, wo er Germanistik, Geschichte und Philosophie studierte. Er war Mitbegründer der „Wortgruppe München“, Mitherausgeber der „Literarischen Hefte“, Redakteur und Mitherausgeber des „Kürbiskern“. Und – da er sich hingebungsvoll um seine Kinder kümmerte – gab er zusammen mit Josef von Westphalen die Anthologie „Die stillenden Väter“ heraus. (mehr …)
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Vermischtes
Wir suchen zur Unterstützung unseres Redaktionsteams Personen, die gut und gerne redigieren.
Der Aufwand beim Redigieren des monatlichen literarischen Veranstaltungskalenders beträgt etwa fünf Stunden im Monat.
Zu erledigen ist die Aufgabe jeweils um den 15. jeden Monats herum. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, die Atmosphäre innerhalb der Redaktion einfach wunderbar.
Interessierte melden sich bitte unter: redaktion@literaturseiten-muenchen.de
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Vermischtes
Die literarische Haltung des Bluesmannes Willy Michl
Von Michael Berwanger
Es kann sein, dass den Jüngeren der Bluesmann und Isarindian Willy Michl kein Begriff mehr ist. Wer aber – wie ich – in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in Bayern sozialisiert worden ist, dürfte den kraftvollen Münchner kennen, der schon Blues und bayerische Sprache zusammenbrachte, als das Sujet „Heimatsound“, das der BR so gerne für sich in Anspruch nimmt, noch gar nicht erfunden war. (mehr …)
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Für November empfehlen die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken diese Neuerscheinungen:
Joanna Nadin: Meine Mutter, unser wildes Leben und alles dazwischen
Limes
Im Juli 1976 zieht die sechsjährige Dido mit ihrer Mutter Edie von London in eine Kleinstadt in Essex – dort hat Edie ein kleines Häuschen geerbt. Edie ist cool und unangepasst, sie gibt nichts darauf, was andere von ihr denken. Dido jedoch sehnt sich nach Halt und Geborgenheit in einer intakten Familie – und die entdeckt sie nebenan: Die Trevelyans – Mutter, Vater und zwei Kinder – sind alles, was sie sich immer erträumt hat. Fortan ist Didos Schicksal untrennbar mit ihnen verbunden, doch dabei zeigt sich, dass auch eine scheinbar perfekt angepasste Familie keine Garantie für ein glückliches Leben ist. (mehr …)
by LiSe | 28. Okt. 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Christine Wunnicke knüpft in ihrem kleinen, großen Roman an 1001 Nacht an
Von Antonie Magen
Der eine nennt das Sternbild Kassiopeia, der andere die Dame mit der bemalten Hand. Der eine ist ein Göttinger Mathematikstudent, der andere der Astronom des Fürsten von Jaipur. Der eine hat als Einziger eine wissenschaftliche Expedition überlebt, der andere befindet sich mit seinem Diener auf einer Pilgerreise. Der eine wird von Malariaanfällen geschüttelt, der andere ist entschlossen, das „Sumpffieber“, wie die Krankheit im 18. Jahrhundert genannt wird, zu bekämpfen. Der eine ist die historisch verbürgte Person Carsten Niebuhr, der andere die fiktive Figur Musa al-Lahuri. Wenn alles nach Plan gelaufen wäre, wären sie sich nie begegnet. Durch Zufall aber stranden beide im Jahr 1764 auf der kleinen Insel Gharapuri im indischen Ozean und warten gemeinsam auf Rettung. (mehr …)