Buchpremiere mit Norbert Frei, Tim Schanetzky und Sybille Steinbacher
Franz Burda (1903–1986) war früh zur Stelle, als sich Mitte der Zwanziger Jahre der Siegeszug des Rundfunks abzuzeichnen begann. Ausgehend von der Radio-Programmzeitschrift Sürag entwickelte Burda seinen Betrieb, der in der NS-Zeit weiterwuchs, und nach dem Krieg zu einem Druck- und Verlagskonzern wurde, der heute zu den größten Medienunternehmen Deutschlands zählt.
Nach politischer Anpassung im »Dritten Reich«, »Arisierungs«-Gewinnen und geschicktem Agieren in der Besatzungszeit bediente Franz Burda die junge Bundesrepublik millionenfach mit farbigem Unterhaltungsstoff, Schnittmustern und Warenkatalogen. Aus der Illustrierten-Konkurrenz der Fünfziger Jahre ging die Bunte dauerhaft erfolgreich hervor. Burda Moden von Ehefrau Aenne prägte maßgeblich den Kleidungsstil der Epoche. Mit der alljährlichen »Bambi«-Verleihung schrieben sich die Burdas in die Geschichte der deutschen Fernsehunterhaltung ein.
Die Herausgeber*innen Norbert Frei, Tim Schanetzky und Sybille Steinbacher legen anhand der Biographie Burdas den politischen Kern einer »bunten« Unterhaltung frei, die in drei politischen Systemen verfing. Zugleich eröffnen sie einen frischen Blick auf die Medien-, Gesellschafts- und Mentalitätsgeschichte der »alten« Bundesrepublik.
Eintritt frei / Anmeldung per Mail an monacensia.programm@muenchen.de
