Moderation: LJ Jeschke
Eine Kooperation mit der Villa Waldberta, dem Residenzprogramm der Landeshauptstadt München
Eintritt: € 10 / € 7; Mitglieder unseres Freundeskreises: freier Eintritt
Abendkasse, freie Platzwahl
Seit Anfang Juli kann sich der ungarische Dichter Márió Z. Nemes als Stipendiat der Villa Waldberta ganz auf die Arbeit an seinem sechsten Gedichtband konzentrieren: Das verborgene Leben der Primaten. Das Projekt nimmt die Postfaktizität des noch nachhallenden Systems Orbán in den Blick. In Antwort auf den Populismus als magische Praxis möchte Nemes eine poetische Gegenmagie entfalten: und zwar, in spät-surrealistischer Manier und Manie, über das Motiv animierter, sprechender Plüsch-Affen! Aus dem Kinderzimmer heraus eröffnet sich ein poetisches Welttheater. An diesem Abend hören wir daraus unter anderem neue oder erstmals ins Deutsche übersetzte Gedichte. Márió Z. Nemes, geboren 1982, ist Lyriker, arbeitet oft experimentell und intermedial, und unterrichtet als Kunsttheoretiker an der Eötvös Lóránd Universität in Budapest. LJ Jeschke arbeitet im Team des Lyrik Kabinetts und ist Lyriker:in und Übersetzer:in.
Mit der Zeit wurde der Affe Vater immer ähnlicher. Indem er größer wurde und sein Fleisch sich explosionsartig ausdehnte. Als wäre er ein kleines Dynamit-Äffchen. Wir gaben ihm Fernsehstunden. Fernsehstunden. Er schaute sich an, wie Gordon, das Orang-Utan- Baby, aufwuchs. Gordon war sein Vorbild und Vater. Sein Kopf wurde immer größer, wie ein Auswuchs. Wir haben ihn sehr lieb gehabt.
Márió Z. Nemes: Fetischaffe. Deutsch von Orsolya Kalász und Matthias Kniep.
