Claudia Fratz hat über viele Jahre nach Antworten auf Fragen zur Rolle ihrer Großeltern während der NS-Diktatur gesucht. In ihrem Buch beleuchtet sie anhand von 65 Fragen das Leben ihrer Großeltern zwischen 1933 und 1945, ihre mögliche Verstrickung und Mittäterschaft sowie die Auswirkungen dieser Beteiligung und des familiären Schweigens auf die nachfolgenden Generationen.
Im heutigen Potsdam-Babelsberg ging sie die Wege vom einstigen Firmengelände ihrer Großeltern zu Orten ab, an denen heute Deportation, Zwangsarbeit und Folter historisch dokumentiert sind, und setzte sich dabei mit der Aussage ihrer Großmutter auseinander, die Großeltern hätten damals nichts gesehen, gehört oder gewusst.
Dabei hat sie auf manche ihrer Fragen tatsächlich Antworten gefunden – etwa zum Eintrittsdatum ihrer Großmutter in die NSDAP am 1. April 1933. Zugleich zeigt sich, dass auch unbeantwortete Fragen zu neuen Erkenntnissen führen können und sichtbar machen, was vielleicht im familiären Schweigen verborgen geblieben wäre. Eine Gärtnerei in Potsdam-Babelsberg, eine Familie, die während des Krieges in guten Verhältnissen lebte – und eine Ideologie, die alles vergiftete.
Ein bewegendes und nachdenklich stimmendes Buch, dessen Thema sicher viele von uns beschäftigt.
Eintritt frei. Anmeldungen erforderlich unter
https://www.michaelsbund.de/medienhaus/veranstaltungen/#calendar-e04531c5-8cd3-450b-882e-c67ad41bb478-event-eaa3c8d1-8c7e-4a7f-8cb2-72ca501043a1
