[LiSe 05/26] Die Geschichten vom Geschichtenerzähler

Die Internationale Jugendbibliothek lädt zu James Krüss’ 100. Geburtstag.

Von Katrin Diehl

Irgendwann zog es ihn in den Süden und dann wurde er für über 15 Jahre (1949 bis 1966) in München heimisch. Hier machte er seinen Weg, wurde als Schriftsteller groß, holte sich Bewunderung auch vom älteren Kollegen Erich Kästner. Am 31. Mai 2026 wäre der Helgoländer James Krüss 100 Jahre alt geworden, und das gilt es zu feiern in der Stadt, in der er Geschichten wie „Mein Urgroßvater und ich“ (1959) oder „Timm Thaler“ (1962) aufs Papier gebracht, den Bayerischen Rundfunk mit wunderbaren Kinderhörspielen versorgt hat und in der er reimte, dass es die reinste Kinderlust war („Henriette Bimmelbahn“, „Der blaue Autobus“, „Der kleine Doppeldecker“ …). Zu etwas Geld gekommen zog Krüss in den 1960er Jahren von Lochham um ins eigene Haus mit Garten nach Gilching. Nach noch mehr Erfolg und Bekanntheit wurde ihm das auf einmal alles zu viel und er, der Inselmensch, machte sich auf nach Gran Canaria, seinem letzten Zuhause. (mehr …)

[LiSe 05/26] Kolumne: Enemies to Lovers

Neulich bekam ich per Post einen gedruckten Mitgliederbrief. Darin die Aufforderung, ich solle doch überlegen, ob ich das Schreiben nicht lieber per E-Mail erhalten möchte, um Ressourcen zu sparen. Ja, natürlich möchte ich sparen helfen. Aber stimmt es überhaupt, dass Digitales einen geringeren CO2-Fußabdruck hat als Gedrucktes? (mehr …)

[LiSe 05/26] Lyrische Kostprobe: Farbenspiel

ecco meineke, seit 1977 ansässig in München, ist seit seiner Schulzeit von der kurzen und prägnanten Form der Lyrik begeistert. Der Sänger, Singer-Songwriter und Kabarettist betreibt seit mehreren Jahren die Kunst-Galerie „GaGalerie“ und kuratierte u. a. zur Eröffnung der Pinakothek der Moderne die „DADA-Wiesn“. (mehr …)

[LiSe 05/26] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für Mai diese Neuerscheinungen:

Douglas Stuart: John of John
Hanser

Cal ist zurück und all das, vor dem er nach Edinburgh geflüchtet war, ist wieder da: das karge Leben auf den Hebriden, der windgepeitschte Kreislauf aus Schafzucht und Nächten am Webstuhl, die Enge der Inselgemeinschaft. Sein Vater John hat ihn nach Hause beordert, dem er all sein Wissen über Farben und Wolle verdankt, dessen Hingabe als Tweed-Weber er liebt und dessen presbyterianische Strenge er hasst. Sie sind einander so nah und kennen sich so wenig – blind für das wohlgehütete Geheimnis des anderen. Ein großer Roman über Verpflichtung und Verblendung, Liebe und Scham und die verwandelnde Kraft der Wahrheit. (mehr …)

[LiSe 05/26] Kurzgeschichte: Isar-Billard-Bowling

Von Selina Golling

Endlose Abende, deren Stunden nie verrannen, an denen man sich wünschte, der Tag bräche nie herein – ja, solche Abende konnte man hier beginnen, wenn die Treppe einen spiralförmig sanft abwärtsführte. Hinab durch die Schwingtür in den Saal, in das Stimmengewirr spielender Trinker. (mehr …)

[LiSe 05/26] Rezension „Eine Frage des Formats“

Lea Singers neuer Roman über die Queen von England

Von Stefanie Bürgers

Ausgerechnet dem 80-jährigen Maler Lucian Freud gewährt „Die Queen“ die Gunst, sie zu portraitieren. Der Enkel des berühmten Psychoanalytikers steckt nach Jahren des Erfolgs in einer Krise, und Queen Elisabeths Beliebtheit hat gerade unter der anfänglich verweigerten Anteilnahme am Tod Prinzessin Dianas gelitten. Eine Win-win-Situation also, sollte man meinen, doch die Szenerie ist provokant, denn das vom Künstler gewählte Leinwandformat ist kleiner als eine DIN-A4-Seite. Soweit die historischen Fakten. (mehr …)

Archiv des Middelhauve Verlags (Beltz Verlagsgruppe) geht an die Internationale Jugendbibliothek/IJB

Die Stiftung Internationale Jugendbibliothek (IJB) München übernimmt von der Beltz Verlagsgruppe das Archiv des Middelhauve Verlags

Die Beltz Verlagsgruppe GmbH & Co. KG schenkt der Stiftung Internationale Jugendbibliothek (IJB) München das Archivmaterial zu den Kinder- und Jugendbuchprogrammen des Middelhauve Verlags, das auch die sogenannte Meisinger Gruppe, d.h. den Kinderbuchverlag Berlin, Union, Parabel, Postreiter, Sellier, Herold, Spectrum, Gundert, Dessart, Tabu, Braun & Schneider, Meisinger, Wolfgang Mann und Siebert umfasst. (mehr …)