Wann

26.10.2026    
19:00

Wo

Bayerische Akademie der Schönen Künste
Max-Joseph-Platz 3, München, Bayern, 80539, Oberbayern

Veranstaltungstyp

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Einführung: Stefan Hunstein
Textfassung: Brigitte Landes
Anschließend Gespräch mit dem Theater- und Opernregisseur Jossi Wieler

​Die Abteilung Darstellende Kunst der Akademie richtet in Fortsetzung der Reihe „Schreiben fürs Theater“ den Fokus auf den Umgang mit Sprache, auf die vielfältigen Möglichkeiten der Interpretation, das Handwerk und die Kraft, durch die Sprache erlebbar wird und widmet sich diesmal den KünstlerInnen, die Sprache zum Klingen bringen und Texte zum Leben erwecken. Dabei stellen wir zentrale Fragen: Wie entstehen Interpretationen? Wie nähren die SpielerInnen die Texte mit ihrer eigenen Lebenswelt? Wie funktioniert der Transfer zu den Zuschauern?

Aus der Büchnerpreisrede von Elfriede Jelinek: »Es stehen einander zwei Dinge gegenüber, die Sprache und ihr Besitzer. Die Sprache ist die Sprache. Sie mag bedeuten, was sie will, sie mag auch nichts sagen und doch sprechen, doch immer wird, was sich der Sprecher denkt, an einem Gegenstand festgemacht. Das wird ein Fest! Der Sprecher darf endlich seinen Gegenstand verschlingen. Manche werden ihn leben lassen, aber nicht hoch. Es wird jedoch weiter nichts gemacht dabei, außer dass das Grenzenlose, das Denken, an die Sprache festgebunden wird, und an dieser Fessel zerrt es seither.«

Elfriede Jelineks Be Longing kreist um das Vergehen. Ein Körper altert, die Welt führt Krieg, die Vergangenheit kehrt zurück. Liebe, Tod und Erinnerung geraten in einen Sprachstrom, in dem Persönliches und Politisches unauflöslich ineinanderfließen. Zwischen Witz, Schrecken und Melancholie behauptet sich die Sprache gegen das Verstummen. Was bleibt, wenn Körper, Geschichte und Gewissheiten zerfallen? Vielleicht das Wort – solange es noch gesprochen wird.