by LiSe | 29. Juni 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Slávka Rude-Porubská
Kinder des Südens, Kameraden, Blutsbrüder“ – das sind die zwei besten Freunde Kapia und Leviathan aus dem Debütroman des slowakischen Autors Peter Balko, den Zorka Ciklaminy ins Deutsche übertragen hat. Erst acht Jahre alt und schon neunmalklug, grundverschieden und doch unzertrennlich sind die beiden; der eine, draufgängerisch und heißblütig, ist zu jeder Rauferei bereit, während der andere, schüchtern und pummelig, lieber mit den erlebten und erfundenen Streichen ganze Hefte füllt: „Kapia tötete jeden Tag mindestens ein Tier, ich putzte mir jeden Abend die Zähne. Kapia spuckte, ich schrieb.“ (mehr …)
by LiSe | 29. Juni 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Katrin Diehl
Am Anfang steht der Tod und das Erstaunen des erwachsenen Sohnes darüber, was das bei ihm auslöste, vaterlos zu sein. Denn eigentlich war er das schon lange gewesen. Der Vater, unfähig für ein Familienleben, unfähig, Verantwortung zu übernehmen, hatte die Szene verlassen. Zurück geblieben waren die Mutter und ihr siebenjähriger Sohn. Eine kleine Schicksalsgemeinschaft, ein kleiner Scherbenhaufen und Geldsorgen hingen in der Luft. (mehr …)
by LiSe | 29. Juni 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Slávka Rude-Porubská
Mit leichtfüßigen Dialogen, grandiosen Landschafts- und Stadtszenen und feinem Sprachgespür für unterschiedliche Settings nimmt uns der aus dem Nachlass der legendären Verlegerin Helen Wolff zum ersten Mal veröffentlichte Text auf eine Reise in Raum und Zeit mit. Gemeinsam mit der jungen, androgynen Ich-Erzählerin und ihrem viel älteren, vermögenden, an Luxusleben gewöhnten Liebhaber brechen wir aus Deutschland „in die besonnte Welt“ auf. Die heiße, sommerliche Landschaft Südfrankreichs soll der „Hintergrund für Liebe“ des in ihrem Habitus und Hingabe sehr ungleichen Paars sein – und wird doch zur Kulisse der temporären Trennung: „Ich will leben, und Du willst Dich amüsieren. Nein, Lieber – nicht mit mir.“ Und wir reisen in die 1930er Jahre zurück, in denen einerseits die Geschlechterordnung zwar aufregend neu definiert wird, sich andererseits die politische Lage in Europa jedoch zunehmend verdüstert. (mehr …)
by LiSe | 29. Juni 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Michael Berwanger
Ein Container ist – laut Definition – ein „Großraumbehälter, der ein einfaches und schnelles Verladen, Befördern, Lagern und Entladen ermöglicht“. Im Falle von Alexander Kluges „Russland-Kontainer“ (absichtlich mit K statt mit C geschrieben, als optische Annäherung an das russische Vokabular) handelt es sich um einen gut 430 Seiten starken Behälter, der assoziativ und ohne inneren Zusammenhang Texte, Zitate, Gedanken und Bildelemente zu nichts geringerem als dem Riesenreich Russland transportiert, um – wie Kluge schreibt – seinem eigenen Land näher zu kommen. (mehr …)
by LiSe | 29. Mai 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Neuer Krimi von Leonie Swann
Von Michael Berwanger
Es gibt sie noch, die liebevoll verstaubten Geschichten im Stil, von „Arsen und Spitzenhäubchen“. Erfreulich, dass auch heute noch junge Schriftsteller*innen sich aufraffen können, den Stil der alten englischen Kriminalkomödien aufzugreifen. (mehr …)
by LiSe | 29. Mai 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Eine Graphic Novel über den Fußballer Oskar Rohr
Von Katrin Diehl
Es geht gleich in medias res. Vor allem für die Bayern. Die Bayern. Es ist nämlich „Ossi“ gewesen, der die am 12. Juni 1932 zur ersten Meisterschaft geschossen hat. In Nürnberg hat er gegen Eintracht Frankfurt vor 55.000 Zuschauern einen Elfer reingekriegt. Am Ende stand es dann 2:0. „Ossi“, das war Oskar Rohr, ein Mannheimer, den der Trainer Richard Dombi, der eigentlich Richard Kohn geheißen hat, bei seinem Wechsel vom VfR Mannheim zum FC Bayern kurzerhand mitgenommen hatte. Da traf der junge Mann dann bald mit Kurt Landauer, Präsident des Vereins, auch mit Walther Bensemann, Fußballpionier und Gründer der Fußballzeitung „Kicker“, zusammen. Und darum geht es in dieser ansprechenden Graphic Novel eben auch, zu zeigen, wie jüdisch die Anfänge des Fußballsports in Deutschland gewesen sind. Ossi Rohr, geboren 1912, ein Ausnahmetalent, ein Stürmerass, ein Toreschießer, trippelte sich mit unerwarteten Haken und einigem Tempo durch die deutsche Kata-strophengeschichte. Den grobstrichigen, flotten Panels zu folgen (Text: Julian Voloj, Zeichnungen: Marcin Podolec), heißt einem Leben zu folgen und das hat hier wirklich großen Unterhaltungswert. (mehr …)