by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Münchner Buchhandlungen laden zum Aktionstag
Am Samstag, 24. Juni, heißt es zum dritten Mal „bookuck! Münchens beste Seiten. In Ihrer Buchhandlung“. 41 Buchläden laden mit unterschiedlichsten Aktionen Kids, Teens und Erwachsene zum Miterleben und Mitfeiern ein. Auffällig leuchtet das orangefarbene Aktionsplakat bookuck! im Stadtbild und zeigt auch in den Schaufenstern und an den Türen der Buchhandlungen an, welche Buchläden mitmachen. (mehr …)
by LiSe | 30. Mai 2017 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Eine neue Biografie würdigt Oskar Maria Graf
von Antonie Magen
Als Oskar Maria Graf am 28. Juni 1967 in New York im Alter von 72 Jahren starb, hatte er fast die Hälfte seines Lebens im Exil zugebracht. Dessen Beginn markierte er in seiner zweiten Autobiografie „Gelächter von außen“ (erschienen 1966) rückblickend mit dem 6. März 1933, dem Tag, an dem seine Lebensgefährtin Mirjam Sachs nach der letzten freien Reichstagswahl der Weimarer Republik in Wien eingetroffen war. Graf selbst befand sich schon seit Februar auf einer Lesereise in Österreich. Nach Deutschland kehrte er erst 1958 zurück, kurz nachdem er die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten hatte. Allerdings beschränkten sich seine Aufenthalte in Europa der fünfziger und sechziger Jahre auf drei Reisen. – Unzufrieden mit dem Nachkriegszustand Westdeutschlands und der mangelnden Würdigung seines Werkes, das zumindest in der BRD erst ab 1960 wieder Aufmerksamkeit erregte, kehrte er nicht dauerhaft in sein Geburtsland zurück und blieb bis zu seinem Tod Emigrant. (mehr …)
by LiSe | 1. Mai 2017 | Blog, Titelgeschichte
Eva Leidmanns Romane werden im Mai 1933 von den Nazis verbrannt
Von Ina Kuegler
Im Lichthof der Münchner Uni beginnt der Terrorakt – auf dem Königsplatz endet das barbarische Spektakel: Bücher mit „volkszersetzendem Schrifttum“ werden am 10. Mai 1933 von den Nazis verbrannt. Viele der verbotenen Werke sind bis heute weitgehend unbekannt, so auch die Bücher der aus Mühldorf am Inn stammenden Schriftstellerin Eva Leidmann. Zwei ihrer autobiographischen Romane spielen überwiegend in München oder Dachau, bevorzugt in Wirtshäusern. Diese Werke müssen dem NS-Staat missfallen – schließlich passen sie so gar nicht zu der von den Nazis geforderten Idealisierung von Bauerntum, Volksgemeinschaft sowie der Blut- und Bodenideologie. (mehr …)
by LiSe | 1. Mai 2017 | Blog, Kolumne
Das wäre wieder so eine Überschrift, so ein Buchtitel, an denen man vor der Auslage unwillkürlich stehen bleibt und hineingeht um zu kaufen bzw. zu lesen, muss man haben, will man wissen – oder? Beispiele für wesentlich raffiniertere Titel gibt es viele, oft stammen sie vom Verleger selbst, wie etwa „Das Herz ist ein einsamer Jäger“. Und sie haben kaum noch etwas mit dem Inhalt zwischen den Buchdeckeln zu tun. Oder sie sind zu Alltagswendungen geworden wie „Im Westen nichts Neues“, „Wer einmal aus dem Blechnapf frißt“ oder „Vom Winde verweht“ – auch wer das nicht alles gelesen hat, kann es verwenden nach Belieben. Da loben wir uns doch seriöse Titel, die sich dennoch verkaufen, wie etwa „Das war mein Leben“, Ferdinand Sauerbruch, Berlin 1950. (mehr …)
by LiSe | 1. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
Alles im Fluss
Am 20. Mai geht es mit „Hörgang“ und Autoren durch Bogenhausen
Von Stefanie Bürgers
Man stelle sich vor: Unten rauscht die Isar, oben lauscht eine Gruppe von Menschen einer Lesung. Wie schön, so ein zufälliges Zusammentreffen von Muße und Darbietung an so einem exponierten Ort. Das Oberföhringer Stauwehr ist bekannt als Tatortkulisse, Fundort von allerlei Schwemmgut. Den Münchnern dient es oben als verbindende Brücke zwischen rechtem Isar-ufer und Englischem Garten. Spannend, was hier vor sich geht. Ein „flashmob“? Weit gefehlt. Das Wehr ist einer der ausgewählten Schau- oder besser „Hörplätze“ für das Erlebnis „Hörgang“. (mehr …)
by LiSe | 1. Mai 2017 | Blog, Lyrische Kostprobe
gezeiten
ich kann es nicht benennen: ebbe oder flut
meinen koffer müsst ich packen nur das
wenigste um nicht zu frieren zu schwitzen
die windeseile dämmen das hereinbrechen
eines zustands mein wissen mein gewissen
schlägt purzelbäume fruchtlose ängste – ja:
bei aller wiederholung streikt der verstand
zieht sich naturgemäss zurück wie das meer
fühlbar unter füssen das verborgene getier
harte schalen und krusten im innern leere
verlassener strand
Lisa Elsässer
aus: „Flussbewohner“
Orte-Verlag, 2017
by LiSe | 1. Mai 2017 | Blog, Vermischtes
„ … Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen“,
sagte einst Heinrich Heine – und er sollte Recht behalten. Nationalsozialisten und deutsche Akademiker verbrannten 1933 in mehr als 100 Städten tonnenweise Bücher pazifistischer, oppositioneller, jüdischer, marxistischer und anderer politisch missliebiger Schriftsteller. In München fand auf dem Königsplatz ein ähnlich inszenierter „Verbrennungsakt“ wie in Berlin statt. (mehr …)
by LiSe | 1. Mai 2017 | Blog, Kurzgeschichte
Und was wollen Sie in den nächsten fünf Jahren bei uns erreichen?” Der Personalchef – er hieß Dr. Schneider –, spielte gedankenverloren mit seinem Füllfederhalter, während er mir diese Frage stellte. Die Frage aller Fragen.
Natürlich hatte ich in den Handbüchern für Bewerber geblättert und dort die Antwort auf die Frage aller Fragen gefunden: Karriere, Geld, Betriebsklima. Aber wenn ich ehrlich war, gab es nur einen Grund, warum ich mich als Marketingassistent bei diesem Touristikunternehmen beworben hatte: Ich hegte die vage Hoffnung, auf diesem Job eine Weile zu parken, bis mir eine bessere Idee kam. Das Unternehmen hatte auf mich die Anziehungskraft einer Zeitung, die seit drei Tagen im Rinnstein liegt. Mir war klar, dass ich mit dieser Motivation in den Augen meines Gegenübers den Text der Stellenanzeige nicht einmal hätte lesen dürfen; geschweige denn, mich bewerben. (mehr …)