by LiSe | 1. Apr. 2023 | Blog, Kurzgeschichte
Von Horst Oberbeil
Ich bin städtischer Laubbläser und als solcher saisonbedingter Quartalsbläser von September bis Dezember. Früher war ich Blechbläser, genauer gesagt Hornist, und ging zum Üben in den Wald. Doch eine Karriere blieb mir versagt. Ich hatte zu viele Tonausfälle. Der Dirigent sagte zu mir, ich sei kein Künstler, sondern ein Kiekser und schickte mich heim. Da hängte ich das Blech an den Nagel und beschloss, Laubbläser zu werden. (mehr …)
by LiSe | 1. Apr. 2023 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Katrin Diehl
Andrej Kurkow gehört zu den bekanntesten Schriftstellern der Ukraine. Ob er sich einen ukrainischen oder einen russischen Schriftsteller nennt, hängt von der Lage seines Landes ab, aber auch davon, vor wem er gerade spricht. Geboren wurde er 1961 in Sankt Petersburg, aufgewachsen ist er in der Ukraine, wo er bis zum Angriffskrieg Russlands im Februar 2022 in Kyjiw gelebt hat. Er schrieb und schreibt schon immer auf Russisch, gehört damit zur großen russischsprachigen Bevölkerung des Landes. Im November des vergangenen Jahres hat Andrej Kurkow in München den Geschwister-Scholl-Preis entgegengenommen, war Gast beim Literaturfest im Literaturhaus. (mehr …)
by LiSe | 1. Apr. 2023 | Blog, Vermischtes
Eine ganz eigene Herausforderung an Sehgewohnheiten bietet die Internationale Jugendbibliothek. Hier werden bis zum 3. September Bilderbücher ohne Farben ausgestellt. Unter dem Titel „Schwarz Weiß Grau“ zeigen Illustratorinnen und Illustratoren aus aller Welt, was sie mit Linien, Formen, Konturen und Kontrasten auszudrücken vermögen. (mehr …)
by LiSe | 26. Feb. 2023 | Blog, Titelgeschichte
Zwiesprache mit Rilke und Präsentation des neuen „Der Ewige Brunnen“ im Lyrik Kabinett
Von Michael Berwanger
Was soll Lyrik heute noch, mag die eine oder der andere denken, jene versgewordene Sprachform, metrisch gebannt oder frei mäandernd mit Wortkaskaden, die bis zur Undurchdringlichkeit ihren Sinn so verbergen, dass ein Verständnis nur mit Hilfe von Sekundärliteratur möglich scheint. Sprache in komprimierter Steifheit, bei der viele Menschen an langweilige Teekränzchen aus dem Biedermeier denken. (mehr …)
by LiSe | 26. Feb. 2023 | Blog, Kolumne
Das ist schon ein äußerst attraktiver Kunstgriff, wenn Autor*innen Kunstwerke, Gemälde … ins Zentrum ihrer Bücher rücken. Das hat etwas Retardierendes, fast Elegantes. Und es liegt ja nahe, Bilder, Skulpturen, Wandreliefs auch literarisch wirken zu lassen, sie als sehr spezielle, etwas sperrige, oft schwergewichtige, hochkantige oder querhängende Helden wie Heldinnen mittig in den Text zu platzieren. Denn, stehen wir den Kunstwerken dann einmal in einem von allem gelösten Moment Auge in Augen gegenüber …, was tun die dann anderes, als zu sprechen und zu wirken. (mehr …)
by LiSe | 26. Feb. 2023 | Blog, Lyrische Kostprobe
Jan-Eike Hornauer schreibt Lyrik und dazu auch kurze Prosa. Schwerpunkte sind der Irrsinn der Liebe, der Wahnsinn der Gesellschaft und Tollheiten aus dem Tierreich. Er will vor allem die Absurditäten in unserer verrückten Welt aufzeigen, mal auf befreiend komische Weise, mal auch melancholisch, nachdenklich, wütend. Im Gedicht nutzt er dazu meist traditionelle Formen, arbeitet viel mit Reim und Rhythmus – dabei hat er eine besondere Vorliebe fürs Sonett entwickelt. Große Vorbilder sind für ihn etwa Erich Kästner, Robert Gernhardt, Bertolt Brecht und Joachim Ringelnatz.
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by LiSe | 26. Feb. 2023 | Blog, Vermischtes
Von Marie Türcke
Bernhard Hecklers Sätze sind irgendwie 3D. Wulstige, filigrane, fleischige oder runde Wortschlangen, die mehr als nur das beschreiben, was der Autor seinen Lesern zeigen möchte. Wie ein Bildhauer meißelt er eine Geschichte aus dem Zeitungspapier, dem Tablet, dem Buch.
Man möchte denken „Was für ein Talent.“ Und Talent mag es auch sein – unter anderem. Aber vor allem ist es Fleiß, Ausdauer, ein „Schaffenszwang“ – und eine Beobachtungsgabe, die einen sehnsüchtig hoffen lässt, dass er immer weiter schaut und schreibt. (mehr …)
by LiSe | 26. Feb. 2023 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat März diese Neuerscheinungen:
Josephine Tey: Alibi für einen König
Oktopus
Alan Grant von Scotland Yard hat sich im Einsatz verletzt und liegt im Krankenhaus. Er langweilt sich entsetzlich, bis ihm eine Freundin ein Porträt Richards des III. mitbringt. Grant beginnt sich mit einem der berühmtesten Morde der englischen Geschichte zu beschäftigen – dem Mord an zwei Prinzen. Doch hat sich wirklich alles so zugetragen, wie es die Geschichtsbücher berichten? Ein Polizist, der das Krankenlager nicht verlässt, ein lange zurück liegendes Verbrechen und die akribische, lehrreiche Spurensuche ergeben zusammen mit feinsinnigem Humor einen höchst vergnüglich zu lesenden Krimi. (mehr …)