[LiSe 05/23] Jung und schreibend (Folge 19) Rote Kirschen Richtung rotem Mund

Gedichte, Songtexte, Performances … bei der Autorin und Musikerin Mira Mann finden die Worte ihren Platz

Von Katrin Diehl

Mira Mann freut sich spür- wie sichtbar aufs nächste Schreiben. Zwei Dinge sind abgeschlossen: ihr dritter Gedichtband mit Titel „Kontrolle“ wie auch – nach „Ich mag das“ (2019) und „Schau mich an“ (2021) – ihr drittes Musikalbum „weich“. „Es ist so gut, loszulassen und von vorne zu beginnen“, sagt sie. Wenn von ihr Sätze fallen wie: „Ich schreibe für mich; ich schreibe, weil ich muss; es tut mir gut, zu schreiben“, dann sind die nicht einfach so zu nehmen. Dann stehen die bereits sehr in Kontakt mit dem, was sie künstlerisch tut. Mira Mann konfrontiert mit sich und das immer wieder. Diese Entscheidung hat sie fürs Erste getroffen wohl ahnend, dass das Publikmachen ihrer Texte, diese ihre eigenen Wege gehen lässt. Ihre Gedichte treffen. Und das tut auch ihre Musik. Tun auch ihre Videos, die beinahe körperlich wirken (eingefangene Hitze, sichtbare Trockenheit, Mira Manns Gesicht hinter einer dünnen Plastikfolie, süßeste Kirschen, die in Richtung ihres Munds wandern…). Das hat auch mit klar gesetzten, unverstellten Worten, auch mit sinnlichen Trigger-Momenten zu tun. Mira Mann lässt die Präsenz ihrer Wahrnehmungen und ihres Körpers ziemlich ungeschützt in ihre Gedichte, Songtexte einfließen. Das Performative, das allem, auch dem gedruckten Wort, innewohnt, kreiert Kräfte. Sie hat ihren eigenen Sound. „Ja, den habe ich jetzt gefunden“, sagt sie und da schwingt die Zeit des Suchens noch mit. (mehr …)

[LiSe 05/23] Lyrische Kostprobe: Rasch und spontan

Ludwig Steinherr, Jahrgang 1962, schreibt vor allem Gedichte. Bisher sind dreiundzwanzig Lyrikbände von ihm erschienen, doch in jüngster Zeit auch Novellen und Theaterstücke. Was ihn antreibt, ist die Begeisterung für Menschen, Situationen und Augenblicke. Er versucht dabei, so rasch und spontan wie möglich zu schreiben. Inspiriert von der ZEN-Kunst des Bogenschießens, die anstelle des langen Zielens die Meditation und dann den blitzschnellen Schuss setzt. Auch die Kunst des Renaissancemalers Fra Angelico fasziniert ihn, von dem es heißt, dass er nie einen Pinselstrich korrigiert habe, da er der Meinung gewesen sei, Gott wolle es so. Gleichzeitig versucht Steinherr, im Sinne einer „pittura metafisica“, noch in den alltäglichsten Dingen das Geheimnisvolle und Transzendente zu erblicken. Red (mehr …)

[LiSe 05/23] Empfehlungen: Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat Mai diese Neuerscheinungen:

Victor Jestin: Der Tanzende
Kein&Aber

„La Plage“, der Kleinstadtclub, ist Arthurs sozialer Kosmos, in dem er sich frei fühlt. Aus der Ich-Perspektive erzählt Arthur, wie er dort über Jahre hinweg sich Abend für Abend dem Rhythmus der Musik und mit der Zeit auch immer mehr der Bewegung hingibt. Geradezu unbeteiligt hingegen berichtet er von seiner nur widerwillig absolvierten Ausbildung, dem langweiligen Job sowie den Erwartungen seiner Familie und Freunden an ihn. Vieles scheint er einfach erfüllen zu wollen und sehnt sich dabei nach Liebe. Victor Jestin fesselt mit seinem kurzweiligen Roman, in dem er von Einsamkeit und Entfremdung erzählt. (mehr …)

[LiSe 05/23] Rezension: Wahrhaftiger Widerstand

„Sag Alex, er soll nicht auf mich warten“ von Irene Diwiak

Von Stefanie Bürgers

Vor 80 Jahren lehnten sich die Mitglieder der „Weißen Rose“ mit Flugblättern gegen die Nazi-Diktatur auf. Dem neuen historischen Roman von Irene Diwiak gelingt es, den Mitgliedern der Widerstandsgruppe eine greifbare Menschlichkeit zu verleihen, ohne die Historie zu vernachlässigen. (mehr …)

Dagmar Leupold erhält den Literaturpreis der Stadt München 2023

Der diesjährige Literaturpreis der Stadt München wird an Dagmar Leupold vergeben.
Dies beschloss der Kulturausschuss der Landeshauptstadt München auf Empfehlung einer Jury in seiner Sitzung am 4. Mai. Der Literaturpreis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre – alternierend mit dem Publizistikpreis und dem Übersetzungspreis – verliehen. (mehr …)

Der Förderverein Bücher & mehr e.V. sucht einen neuen 1. Vorstand

Bücher & mehr e.V. ist der Förderverein der Münchner Stadtbibliothek. Wir sind gemeinnützig, fördern seit zwanzig Jahren die 24 Stadtteilbibliotheken mit Medien und erfüllen Wünsche der Bibliotheken vor Ort. Wir von b&m initiieren, unterstützen und richten Veranstaltungen mit Autorinnen, Autoren, Büchermenschen und FilmemacherInnen aus.
Wenn Sie so etwas schon immer machen wollten – hier haben Sie die Gelegenheit, sich einzubringen. Die Stadtbibliotheken sind von hoher kultureller Bedeutung für Jung und Alt. Gestalten Sie mit uns die Zukunft des Fördervereins Bücher & mehr e.V.
Sind Sie interessiert? Nehmen Sie Kontakt mit uns auf
info@buecher-und-mehr.org  – Betreff: Förderverein
Wir grüßen Sie – noch unbekannter Weise – freuen uns auf Ihre Nachricht und das Kennenlernen.
www.buecher-und-mehr.org

[LiSe 04/23] Ausstellung „Das politische Bilderbuch“ Wegschauen verboten!

Empfehlung für den Osterausflug: die Städtischen Galerie Rosenheim

Von Michael Berwanger

Auf nach Rosenheim! Zugegebenermaßen gibt es in Oberbayern romantischere Städte. Dabei war es einst ein blühendes Handelszentrum. Nicht der Zweite Weltkrieg sei schuld an der Verunstaltung des Ortes, sondern – so wird hinter vorgehaltener Hand kolportiert –Albert Steinbeißer, in den 70er Jahren Oberbürgermeister der Stadt, habe die alten Strukturen aus der Innenstadt entfernen lassen, um Platz zu schaffen für ein mondänes Rosenheim. (mehr …)