[LiSe 09/22] Kolumne: Meine liebe Zeit

Träume nerven. Also, Träume in der Literatur. Zumal die Zeit für Traumpassagen biblischen Ausmaßes vorüber ist.  Die waren ja damals geradezu existenziell und richtungsweisend für alles, was da noch kommen sollte. Man denke nur an den Träumer Josef und die sich verbeugenden Garben, aber auch der Pharao träumte ja recht vielsagend von den sieben fetten Kühen, die aus dem Nil gestiegen kamen, und dann kamen noch die sieben mageren, und die mageren haben die fetten gefressen, ohne dabei – und das hat Bedeutung – selbst ein Gramm Fett zuzulegen … Pah! Auch Jakobs Traum von der Leiter, Engel rauf, Engel runter und das immer wieder, ist nicht ohne. Abgesehen davon, dass diese Träume die Zukunft vorausgesagt und also dafür gesorgt haben, dass man sich zum Beispiel auf eine Hungerkatastrophe vorbereiten konnte, haben sie Menschen wie Josef, Jakob … wirklich groß rausgebracht. (mehr …)

[LiSe 09/22] Lyrische Kostprobe: Der Schriftfallensteller

Franz J. Herrmann, der über zehn Jahre das Literaturblatt der Stadt München als Redakteur betreute – es handelt sich hier um den Vorläufer der Literaturseiten -, legt mit den Adamsmasken bereits seinen fünften Gedichtband vor, den er als Corana-Konzept-Album zu lesen empfiehlt. Sein Kinderbuch „Caspar, Melchior & Balthasar fliegen ins Morgenland“ stand auf der Short List des Rattenfänger-Literaturpreises der Stadt Hameln. In der Kurzbiographie seiner Adamsmasken wird darauf verwiesen, dass er noch zahlreiche Manuskripte in Petto habe, die auf mutige Verlage setzten. So man ihn fragen würde, warum er schreibe – tja, wer frägt eigentlich einen Fliesenleger danach, warum er Fliesen lege und keine Fliegen fange? (mehr …)

[LiSe 09/22] Jung und schreibend (Folge 11): „Und was machen wir, wenn die Flut kommt?“

Ines Frieda Försterling über die Kraft der Gedichte

Von Marie Türcke

Freitag, 36 Grad in Wien, die Hitze steigt zu Kopf.

Die Umstände ihres ersten Gedichts erinnert Ines Frieda Försterling gut: „Als Jugendliche habe ich das Gewicht der Welt plötzlich sehr stark gespürt. Aus der Schule kannte ich Gedichte und an einem Nachmittag als mich alles überfordert hat, dachte ich, ich versuche mal meine Gefühle aufs Papier zu bringen. Danach habe ich mich gleich leichter gefühlt. So entstand mit 13 mein erstes Gedicht und seitdem habe ich nicht mehr aufgehört zu schreiben.“ (mehr …)

[LiSe 09/22] Kurzgeschichte: Eichendorffplatz

Am folgenden Sonntag fahren wir zum Eichendorffplatz, weil wir uns jetzt von Namen leiten lassen oder auch die Namen beim Wort nehmen wollen. Wir steigen am Partnachplatz aus. Ich mag das Design dieser Stationen, das den achtziger Jahren entstammt: die changierenden Farben von Cremefarben bis Grün, die sanften Abrundungen, die langen, am Ende leicht gewundenen Linien aus Neonröhren, alles ist gleitende Bewegung hier, unhörbares Fließen, ein Bezugssystem, das sich richtiggehend erfüllt, wenn die U-Bahn mit ihren blauen Sitzen in die Station einfährt. (mehr …)

[LiSe 09/22] Buchtipps aus erster Hand

Die Mitarbeiter*innen der Münchner Stadtbibliotheken empfehlen für den Monat September diese Neuerscheinungen:

Lieke Marsman: Das Gegenteil eines Menschen
Klett-Cotta

Ida, eine junge Klimawissenschaftlerin aus Amsterdam, malt sich als Kind häufig aus, eine Gurke zu sein − ihr Lieblingsgemüse, das zwar wächst, aber nicht fühlt. Jahre später stellt sie ihr biologisches Geschlecht in Frage und hinterfragt eindringlich das gegenwärtige Verhältnis von Mensch und Natur. Ida verlässt Amsterdam für ein Forschungsprojekt in den norditalienischen Alpen. Doch der Preis für die neue Erfahrung ist hoch, denn sie lässt ihre Freundin Robin in Amsterdam zurück, was die Liebe der beiden Frauen auf eine harte Probe stellt. Ein hochaktuelles Thema und berührender Liebesroman zugleich. (mehr …)

[LiSe 09/22] Rezension: Kann eine deutsch-jüdische Existenz gelingen?

Marian Offman schreibt ein lesenswertes Buch, das mit einer Antwort auf diese Frage noch wartet.

Von Katrin Diehl

Autofiktionale Texte treiben mit uns ein unruhiges Spiel. Immer doch ein wenig voyeuristisch, verlässt uns beim Lesen die Frage kaum, was da jetzt „stimmt“ und was nicht. Autofiktionales Schreiben ist gerade ziemlich angesagt, obwohl – und das erklären uns Autor*innen schon lange – eigentlich jeder Text seine fiktionale wie autobiografische Komponente hat. Mal mehr vom einen, mal mehr vom anderen. In Marian Offmans „Mandelbaum“-Buch dominiert eindeutig das Autobiografische als Inhaltsgeber. Und das ist ziemlich aufregend, auch weil es diesen oder jenen aus der Münchner Gesellschaft, erkennt der sich wieder, ziemlich aufregen könnte. (mehr …)

Treffen junger Autor*innen 2022 – Bewerbungsschluss 15. Juli 2022

Am Mittwoch, den 15. Juli endet unsere Bewerbungsphase für das Treffen junger Autor*innen 2022.
Junge Schreibende haben bis dahin noch die Möglichkeit, ihre Themen und Sichtweisen in eigenen Geschichten, Theaterstücken, Gedichten, Slam Poetry oder freien Textformen einzureichen.

Junge Autor*innen gesucht!

Du schreibst gern Gedichte, Theaterstücke, Kurzgeschichten, Slam Poetry oder experimentierst mit Sprache?
Du willst deine Texte vor Publikum bei einer Lesung in Berlin vorstellen?
Du hast Lust, andere junge Autor*innen kennenzulernen, dich mit Profis auszutauschen und dich in Workshops rund ums Schreiben auszuprobieren?

Dann freuen wir uns auf deine Bewerbung beim Treffen junger Autor*innen!

Einsendung der Bewerbungsunterlagen

Das Treffen junger Autor*innen lädt bundesweit Menschen im Alter von 11 bis 21 Jahren ein, sich mit ihren selbst geschriebenen Texten zu bewerben. Thema und Stil können frei gewählt werden: Ob Geschichten, kurze Erzählungen, Theaterstücke, Slam Poetry, Gedichte, Spoken Word oder experimentelle Erzählformen – alle Textformen können eingereicht werden. Du kannst bis zu fünf Textseiten oder zehn Gedichte einsenden. Erstmals können in diesem Jahr auch Texte in anderen Sprachen und mehrsprachige Texte eingereicht werden. Die Teilnahme am fünftägigen Treffen junger Autor*innen in Berlin ist der Preis des deutschlandweiten Wettbewerbes für Nachwuchsautor*innen. Eine unabhängige Jury wählt aus den Bewerbungen ca. zwanzig Autor*innen mit ihren Texten aus, die als Preisträger*innen zum Treffen junger Autor*innen nach Berlin eingeladen werden.

Das Treffen junger Autori*innen 2022 findet vom 17. – 21. November 2022 statt.

Bewerbungsschluss: 15. Juli 2022 über das Bewerbungsportal

Klicke hier für mehr Infos zum Treffen junger Autor*innen

Kontakt
Bundeswettbewerbe Berlin
bundeswettbewerbe@berlinerfestspiele.de
+49 30 25486 114