by LiSe | 30. Apr. 2020 | Blog, Vermischtes
Die Berliner Festspiele (berlinerfestspiele.de) führen insgesamt vier Bundeswettbewerbe durch, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und von der Kultusministerkonferenz als unterstützenswert eingestuft werden. Gesucht werden schreibende Menschen im Alter von 11 bis 21 Jahren!
Der Preis ist die Einladung zum Treffen junger Autor*innen – mit Gesprächen, Lesungen, Textwerkstätten und der Veröffentlichung ihrer Texte in der Jahrgangsanthologie. Alle Kosten für die Teilnahme werden übernommen.
Das Treffen junge Autor*innen findet vom 12. bis 16. November 2020 in Berlin statt.
Der Bewerbungsschluss ist der 15. Juli 2020.
Bewerben kann man sich über das Bewerbungsportal bewerbung.bundeswettbewerbe.berlin/login
by LiSe | 30. Apr. 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Eine Begegnung mit Albrecht Haushofer
Von Bernd Zabel
Wer die Straße, die vom Ammersee nach Andechs führt, befährt, passiert auf dem Scheitelpunkt des bewaldeten Höhenrückens einen Wegweiser mit der Aufschrift: Hartschimmelhof, Privatstraße. Nur wenige wissen, dass sich der Hof seit Generationen im Besitz der Familie Haushofer befindet. Haushofer? Albrecht? Verfasser der „Moabiter Sonette“? Da klingelt es bei manchem. Als politischer Gefangener, den Verschwörern des 20. Juli 1944 zugerechnet, unmittelbar vor Kriegsende ermordet, hat er in der Haft ein einzigartiges literarisches Zeugnis verfasst, eben diese 80 Sonette, die in den 50er und 60er Jahren zur Pflichtlektüre im Deutschunterricht gehörten. Auf diese Weise ist auch Norbert Göttler mit den Gedichten in Berührung gekommen als Gymnasiast in Dachau. Die Erinnerungen aus der Nachkriegszeit verbindet er mit Zitaten aus den Sonetten und mit der Geschichte ihres Autors und bezeichnet das schmale Bändchen bescheidenerweise als literarische Collage. Aber es ist mehr als das. Am Leben Haushofers wird exemplarisch deutlich, wie der deutsche Konservativismus zum Steigbügelhalter des Nazismus wurde – ohne es in letzter Konsequenz zu wollen. Man könnte meinen, diese Geschichte wäre schon allzu oft und an vielen Beispielen erzählt. Aber gilt es nicht, jede Generation aufs Neue mit der Problematik zu konfrontieren? (mehr …)
by LiSe | 30. Apr. 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Pierre Jarawans neuer Roman über die Vergangenheitsbewältigung im Libanon
Von Slávka Rude-Porubská
In der Programmreihe „München leuchtet“ hat Pierre Jarawan seinen neuen Roman noch vor dem Corona-Shutdown im Münchner Literaturhaus vorgestellt. Über den Schauplatz des Romans, Libanons Hauptstadt, ließe sich nach der Lektüre vielleicht behaupten: „Beirut hallt, vibriert, klingt, schallt – und schweigt zugleich“. Jarawan lässt gekonnt und in bildreicher Erzählweise Szenen des multikulturellen Beiruts aus mehreren Zeitebenen entstehen: Da ist einmal die pulsierende, mondäne Metropole der Zeit vor dem Bürgerkrieg, „die viele Religionen kennt“ und in der der Gesang des Muezzins und das Geläut der Kirchenglocken wie ein harmonischer Klangteppich über der Stadt schweben. Da ist die 15-jährige Phase des verheerenden Bürgerkriegs zwischen den Milizen unterschiedlicher Religionsgemeinschaften von 1975 bis 1990, in der schon Kleinkinder „allein an der Veränderung der Tonhöhe“ unterschieden können, „ob eine Rakete auf das Viertel zukam oder es verließ, und welche Waffe sie abgefeuert hatte“. Da sind dann die Jahre des rasanten wirtschaftlichen Wiederaufbaus mit dem unaufhörlichen Baulärm der „Zementmischer und Generatoren, Hydraulikhämmer und Kreissägen, Schlagbohrer und Schweißgeräte“. Und schließlich umfasst der Roman auch die Zeitspanne des von „Grollen von Detonationen“ geprägten Abzugs Syriens aus dem Libanon 2005/06 sowie der Anfänge der politischen Umwälzungen im Arabischen Frühling 2011. (mehr …)
by LiSe | 30. Apr. 2020 | Blog, Rezension & Buchempfehlungen
Von Stefanie Bürgers
Alexandra Cedrino entstammt der seit Generationen der Kunst verbundenen Familie Gurlitt, deren Name nicht erst seit dem Schwabinger Kunstfund bekannt ist. Cedrinos Großvater Wolfgang, war Händler, ihr Ururgroßvater Louis, Maler. Hildebrand, Wolfgangs Cousin, war ebenfalls Händler und vom Nazi-Regime beauftragt, für das geplante Museum in Linz anzukaufen und sogenannte „entartete Kunst“ ins Ausland zu veräußern. Die Cousins pflegten keinen persönlichen Kontakt. Die Familienzweige waren zerstritten. Aus Hildebrands Sammlung resultierte schließlich der in der Wohnung seines Sohnes Cornelius 2013 entdeckte Schwabinger Kunstschatz. (mehr …)
by LiSe | 29. März 2020 | Blog, Vermischtes
Auch wenn der Gasteig wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres geschlossen bleiben muss – die Münchner Stadtbibliothek macht aus dieser Not ein einzigartiges Angebot: Drei Monate lang können alle, die in der Region München leben, kostenlos auf eine große Auswahl an e-Books, Zeitungen oder Audiobooks zugreifen. (mehr …)
by LiSe | 27. März 2020 | Blog, Titelgeschichte
Das Münchner Übersetzer-Forum
Von Stefanie Bürgers
Ein Großteil der Weltliteratur liegt uns kurz nach Erscheinen fremdsprachiger Ausgaben in deutscher Sprache vor. Diese für uns so selbstverständliche Annehmlichkeit verdanken wir der Übersetzung.
„Becoming“ von Michelle Obama wurde von einem sechsköpfigen Team binnen einer Frist von nur zwei Wochen aus dem Amerikanischen ins Deutsche übertragen. Alle Fassungen weltweit sollten gleichzeitig erscheinen. Autor und Titel zieren das Cover. Wer übersetzt hat, findet sich auf dem Innentitel. Nur wenige Verlage präsentieren dies auf Cover oder Rückendeckel. (mehr …)
by LiSe | 27. März 2020 | Blog, Vermischtes
Zwar werden Messen, Lesungen und Gespräche reihenweise abgesagt, doch trotzdem müssen Sie nicht auf Literatur verzichten. Denn neben dem eigenen Lesen, das an erster Stelle steht, ist auch ein reiches Angebot an literarischen Beiträgen im Radio zu entdecken. Dieser Tage wird es sogar noch ausgebaut, während Literatursendungen in den Fernsehprogrammen zunehmend ein Nischendasein fristen.
So bietet der Deutschlandfunk mit „Büchermarkt“, immer um 16.05 Uhr, eine tägliche Sendung mit Rezensionen und Buchvorstellungen. Mittwochabends, 20.05 Uhr, ist „Lesezeit“, Autor*innen lesen aus einem aktuellen Werk, dieser Tage z. B. Michael Krüger, Marion Poschmann, Lutz Seiler, um nur einige bekannte Namen zu nennen. Studio LCB, eine Lesung mit Gespräch und Diskussion aus dem Literarischen Colloquium Berlin findet am letzten Samstagabend im Monat statt, auch um 20.05 Uhr (mehr …)
by LiSe | 27. März 2020 | Blog, Kolumne
Wenn wir im Morgengrauen von der Straße her ein dunkles Grollen und Rollen hören, unsere ungeschulten Ohren mag es an Panzerketten-Rasseln gemahnen, und zum Fenster hinausschauen, sehen wir: Es sind unsere jungen Dichter! Sie sind mit schweren Rollenkoffern unterwegs und brechen auf zu neuen Ufern. Da sie sich ein Taxi nicht leisten können oder wollen, ziehen sie ihre Habe hinter sich her. Sie haben sicher gerade einen der beliebten „Reisepreise“ gewonnen, von denen es inzwischen ein paar Duzend gibt und sind eben auf dem Weg zu einer hübschen Ostseeinsel, als Stadtschreiber in ein mittelalterliches Turmzimmer oder sie landen unversehens in der Villa Aurora, nahe L.A. (mehr …)