So tanzt ein Luftikus
Friedrich Ani, geboren 1959 in Kochel am See, erhielt unter anderem sieben Mal den Deutschen Krimipreis. Mit „Drüben tanzt ein Luftikus“ legt der Autor 141 Tanka vor. In dieser klassischen japanischen Kurzgedichtform (5 Verse, 5-7-5-7-7 Silben) erzählt er von Herkunft und Familie, vom Älterwerden und von Kindheitserinnerungen, von Natur und Stadt, von Verlust und Liebe und politischer Gegenwart. Die Gedichte in ihrer Verknappung und scheinbaren Schlichtheit sind von biografischen Spuren durchzogen und zugleich thematisch breit gefächert.                  red

Flickst unsre Nähe
wenn mein Wegsein sie zerriss
Bald komm ich wieder
Dann beginnt das Nahsein neu
Jubel liebste Näherin
* * *
Wer jetzt zu Haus bleibt
wird im Winter finster sein
Heute Herbstlicht satt
Eiskaffee in den Cafés
Drüben tanzt ein Luftikus

Friedrich Ani:  Drüben tanzt ein Luftikus
141 Tanka
Hardcover, 184 Seiten
Allitera Verlag München 2026
20 Euro