Moderation: Frieder von Ammon (LMU)
»Dich unglücklich zu wissen, hindert mich ebenso an meinem Leben, wie dich glücklich zu machen«,
schreibt Rilke an Baladine Klossowska. Die deutsch-französische Malerin aus jüdischer Familie (und Mutter des späteren Malers Balthus) ist die letzte Liebe des berühmten Dichters. 1920 beginnt eine leidenschaftliche, bald ungleiche Beziehung: Sie sucht Nähe, er braucht Abstand und Ruhe zum Schreiben. Der letzte Brief, den Rilke vor seinem Tod schreibt, gilt ihr. In »Ich ertrinke in den Wassern meiner eigenen Liebe. Rilkes letzte Geliebte« (Pfaueninsel Verlag) formt Julia Franck (Deutscher Buchpreis für »Die Mittagsfrau«) aus dem Briefwechsel und biografischen Quellen ein hinreißendes literarisches Porträt. Im Rilke-Jahr wechselt sie die Perspektive: Nicht der Dichter, sondern die Malerin steht im Zentrum – als Künstlerin, Mutter, Liebende.
